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02.09.2013

09:39 Uhr

Steuerdeal

Österreich bekommt Geldregen aus der Schweiz

Deutschland hat ein Steuerabkommen mit der Schweiz abgelehnt – die Österreicher willigten ein. Nun bekommen sie rund 255 Millionen Euro überwiesen. Deutschland dagegen steht mit leeren Händen da.

Immer mehr Länder schließen Steuerabkommen mit der Schweiz. dpa

Immer mehr Länder schließen Steuerabkommen mit der Schweiz.

WienÖsterreich bekommt aus dem Steuerabkommen mit der Schweiz eine zweite Tranche in Höhe von 254,7 Mio. Euro ausgezahlt. Bereits im Juli dieses Jahres hat die Schweizer Steuerverwaltung 416,7 Mio. Euro in einer ersten Zahlung an die Republik Österreich überwiesen. Die österreichische Finanzministerin Maria Fekter wertete dies als Erfolg. "Mit diesem zusätzlichen Geld für unser Budget können wir den eingeschlagenen Konsolidierungspfad in Richtung Nulldefizit konsequent weiter gehen", sagte sie.

Österreich bekommt von der Schweiz bis 2014 monatlich Geld aus der Quellensteuer auf Schweizer Bankkonten. Durch die Zahlungen wird die Steuerpflicht erfüllt, aber die Personen bleiben anonym. Ein ähnliches Abkommen hat die Schweiz mit Großbritannien und den USA geschlossen. Der mit Großbritannien vereinbarte Steuersatz beträgt zwischen 21 und 41 Prozent. Schwarzgeld aus Österreich wird mit 15 bis 38 Prozent besteuert.

Wie Steuersünder ihr Geld in Steueroasen verstecken

Was ist eine Steueroase?

Als Steueroasen werden Länder bezeichnet, die keine oder nur sehr niedrige Steuern auf Einkommen oder Vermögen erheben - und Anlegern Anonymität und Diskretion versprechen. Besonders für Anleger, die in ihrem Heimatland höhere Steuersätze zahlen müssten, sind Steueroasen attraktiv. Die Staaten sind oft klein und wohlhabend, werden meist von stabilen Regierungen geführt und bemühen sich häufig um Investitionen aus dem Ausland. Außerdem garantieren sie Rechtssicherheit und wahren das Bankengeheimnis.

Um welche Länder geht es konkret?

Vielfach geht es um autonome Inselstaaten, weshalb häufig von „Offshore-Leaks“ die Rede ist. In Berichten werden etwa die Britischen Jungferninseln und Kaimaninseln in der Karibik, im Südpazifik die Cookinseln und Samoa, die im Indischen Ozean gelegenen Seychellen und das zu Malaysia gehörende Eiland Labuan sowie Hongkong, Singapur und Panama genannt. Aber auch auf dem Festland, etwa in Luxemburg, soll schon Geld versteckt worden sein.

Wie funktionieren die Steuersparmodelle?

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für diese Geschäfte ist Verschwiegenheit. Viele Steueroasen werben im Internet mit dieser Diskretion und locken so Anleger an, die ihr Kapital vor dem heimischen Fiskus verstecken wollen. Sie gründen oder kaufen für ihre Auslandsgeschäfte beispielsweise Tochterunternehmen, deren Gewinne im Niedrigsteuerland gehalten und wieder investiert werden. Oft erschweren komplexe Unternehmensgliederungen den Behörden die Ermittlungen.

Wie groß ist der Schaden?

Nach Schätzungen der Deutschen Steuergewerkschaft (DStG) umfasst das weltweite Hinterziehungsvolumen allein für deutsche Steuerhinterzieher mehrere hundert Milliarden Euro. Hiervon dürfte laut DStG ein nicht beträchtlicher Teil auf die Schweiz entfallen. Nach einer im Jahr 2012 veröffentlichten Studie verstecken Superreiche weltweit mindestens 21 Billionen US-Dollar (17 Billionen Euro) in Steueroasen, um dem Fiskus zu entgehen.

Sind die Aktionen legal oder illegal?

Nicht alle Methoden, die deutschen Steuerbehörden zu umgehen, sind illegal. Wer etwa seinen Wohnsitz ins Ausland verlegt, kann privates Einkommen in ein ausländisches Niedrigsteuerland verlagern, ohne sich strafbar zu machen. Strafbar macht sich aber, wer dem Finanzamt seine Geldanlagen in Überseegebieten verschweigt, seinen Wohnsitz aber in Deutschland hat und dort auch sein Einkommen versteuern müsste. International tätige Konzerne können ihre Gewinne durchaus legal auf die Tochterunternehmen verteilen, so dass ein möglichst geringes Steueraufkommen anfällt.

Vergangene Woche einigte sich die Schweiz mit den USA auf ein Steuerabkommen. Die Vereinbarung sieht vor, dass Schweizer Banken, die sich der Beihilfe zur Steuerhinterziehung durch US-Bürger schuldig bekennen, gegen die Zahlung von Bußgeldern juristische Verfahren umgehen können. Zudem sollen sie Angaben über verdächtige Kunden herausgeben.

Nicht gültig ist die Vereinbarung für Institute, gegen die in den USA bereits ermittelt wird. Die US-Regierung beziffert deren Zahl auf 14, ohne jedoch die betroffenen Banken zu nennen. Der Steuerstreit zwischen beiden Ländern hatte sich über viele Jahre hingezogen. Wie viele Banken von der neuen Regelung Gebrauch machen könnten, ist nicht bekannt.

Von

jam

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

02.09.2013, 14:07 Uhr

Was für eine Lachnummer?
Echte Schwarzgeld Anleger, haben längst fernab der Euro - Zone, ihr Geld sicher und rentierlich untergebracht!
Ab 500 Tsd. Euro sollte man sich schon etwas Mühe geben, sein Kapital ganz legal dem Zugriff vom Fisus zu entziehen!

Wieso

02.09.2013, 17:12 Uhr

Ein Hoeness ist mehr wert als 255 Millionen.

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