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28.05.2015

19:52 Uhr

Steuerflucht von Konzernen

G7 planen weitere Gegenmaßnahmen

Apple, Amazon, Google – viele Großkonzerne nutzen legale Schlupflöcher, um Steuern zu vermeiden. Die G7-Finanzminister wollen das zukünftig verhindern. Davon sollen auch Entwicklungsländer profitieren.

Viele internationale Konzerne nutzen legale Schlupflöcher, um Steuern zu sparen. Die G7-Staaten wollen das zukünftig verhindern. dpa

Hauptsitz Steueroase

Viele internationale Konzerne nutzen legale Schlupflöcher, um Steuern zu sparen. Die G7-Staaten wollen das zukünftig verhindern.

DresdenDie sieben führenden Industrieländer (G7) wollen weitere Steuerschlupflöcher für international tätige Konzerne schließen. Diesen soll es mit weiteren Schritten erschwert werden, mit Hilfe von Gewinnverschiebungen zwischen Staaten ihre Abgabenlast zu senken. Wie beim G7-Finanzgipfel am Donnerstag in Dresden aus deutschen Delegationskreisen verlautete, werden zusätzlich zu bereits laufenden Initiativen gemeinsame Arbeitsgruppen erwogen, die die Besteuerung der Unternehmen prüfen. Zudem werde ein Streitschlichtungssystem angepeilt, das klären soll, wo solche Firmen besteuert werden sollen. Schließlich sollen die Entwicklungsländer in solche Reform-Vorhaben künftig eng eingebunden und ihnen beim Aufbau effektiver Steuerverwaltungen geholfen werden.

Die deutschen Gastgeber des G7-Finanzgipfel betrachten die ehrgeizigen Steuer-Projekte als Teil von Strukturreformen, die das Wirtschaftswachstum dauerhaft anschieben sollen. Die Debatte über entsprechende Schritte stellt einen zentralen Punkt des Treffens der G7-Finanzminister und -Notenbankchefs in Dresden dar. Mit der Einladung von sieben weltweit anerkannten Ökonomen, darunter Nobelpreisträger Robert Shiller, suchten die G7 nach neuen Denkansätzen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sprach nach der vierstündigen Diskussion mit den Ökonomen, die unterschiedliche Akzente setzten, von einem gelungenen Experiment, das wichtige Impulse gebracht habe. Einig waren sich die G7-Mitglieder nach Informationen aus deutschen Delegationskreisen darin, dass schuldenfinanziertes Wachstum ein Risiko darstelle und Reformen nicht ersetzen könne.

Luxemburgs Finanzminister

„Es ist legal, dass Unternehmen keine Steuern bezahlen“

Luxemburgs Finanzminister: „Es ist legal, dass Unternehmen keine Steuern bezahlen“

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Auslöser der Debatte über nachhaltiges Wachstum ist, dass die Industrieländer seit der Finanzkrise 2008 durchweg auf niedrigere Wachstumsraten kamen, was vielen von ihnen ungewöhnlich hohe Arbeitslosenzahlen brachte. Die USA hatten Deutschland in der Vergangenheit immer wieder aufgefordert, angesichts der guten Haushaltsentwicklung die Kassen weiter zu öffnen und mit Investitionen mehr für die Weltkonjunktur zu tun. Die Bundesregierung dagegen warnt seit Jahren vor immer weiterem Schuldenmachen.

Der G7-Finanzgipfel, der am Freitag endet, bereitet das Treffen der Staats- und Regierungschefs am 7. und 8. Juni im bayerischen Schloss Elmau vor.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Manfred Zimmer

29.05.2015, 08:42 Uhr

Kein Unternhemen kann als Steuerflüchtling beziechnet werden. Sie folgen lediglich der Honigspur, die die Politiker für sie auslegen.

Wenn es Leute geben sollte, die sich der Beihilfe für schuldig machen, dann könnte eine Staatsanwaltschaft hier in Dresden zentral zugreifen und alle Gipfelteilnehmer gleich abführen und einsperren. Es ist mir keiner der Teilnehmer bekannt, der sich dieser Beihilfe nicht für schuldig gemacht hat.

Wenn wir wirklich das Thema angehen wollen, dann müssen endlich Nägel mit Köpfen gemacht und das Problem an der Wurzel gepackt werden.

Solange dies nicht erfolgt, werden die Bürger am Nasenring vorgeführt.

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