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01.11.2011

11:56 Uhr

Steuerhinterziehung

China fordert 1,7 Millionen von Ai Weiwei

Die chinesischen Behörden werfen dem Künstler Ai Weiwei Steuerhinterziehung vor - und verlangen eine Nachzahlung in Höhe von 1,7 Millionen Euro. Unterstützer des Regimekritikers halten den Vorwurf für einen Vorwand.

Die chinesischen Behörden werfen dem Künstler Ai Weiwei Steuerhinterziehung vor. dapd

Die chinesischen Behörden werfen dem Künstler Ai Weiwei Steuerhinterziehung vor.

PekingDer chinesische Künstler und Dissident Ai Weiwei soll nach eigenen Angaben in den kommenden zwei Wochen 1,7 Millionen Euro wegen Steuerhinterziehung zahlen. Die Zahlungsaufforderung sei an ihn gerichtet worden, weil die Firma, die seine Kunst unterstütze und seiner Ehefrau Lu Qing gehöre, angeblich zu wenig Steuern gezahlt habe, sagte Ai am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Behörden hätten ihn als „eigentlichen Aufseher“ der Firma „Beijing Fake Cultural Development“ betitelt. Ai wies die Anschuldigungen zurück: „Ich bin Designer für das Unternehmen. Ich bin kein Direktor oder gar Manager.“ Zudem habe er keinen Beweis gesehen, dass die Firma tatsächlich zu wenig Steuern bezahlt habe.

Er habe sich bei den Behörden beschwert, sagte Ai weiter. „Aber sie sagten mir: „Wenn das Land sagt, du hast Steuern hinterzogen, dann musst du Steuern hinterzogen haben. Warum verlierst Du nicht die Hoffnung? Dieses Land wird niemals seine Wege ändern.'“ Zugleich habe die Behörde abgestritten, die Zahlungsaufforderung habe etwas mit ihm persönlich zu tun. Nach Angaben des Künstlers forderte die Steuerbehörde in Peking von ihm rund 5,3 Millionen Yuan Steuernachzahlung, 6,8 Millionen Yuan Strafe und rund drei Millionen Yuan aufgrund verspäteter Zahlungen. Um die insgesamt rund 15 Millionen Yuan (1,7 Millionen Euro) aufzubringen, seien ihm 15 Tage eingeräumt worden. Nachfragen bei der Behörde wurden nicht beantwortet. Menschenrechtsaktivisten bewerteten die Vorwürfe als Vorwand, den Regierungskritiker zum Schweigen zu bringen.

Ihm seien zehn Tage Zeit gegeben worden zu zahlen, sagte Ai Weiwei in einem Telefoninterview. Was geschehen werde, wenn er dem nicht nachkomme, sei nicht mitgeteilt worden. Er werde aber nicht zahlen, bevor ihm die Polizei beschlagnahmte Bilanzbücher seines Design-Büros zurückgegeben und erlaubt habe, seinen früheren Bürochef und Buchhalter zu treffen, kündigte Ai Weiwei an. „Wir können diese Summe zahlen, aber wir müssen wissen warum“, fügte er hinzu. „Es würde einen nicht verantwortbaren Schaden für das Land bedeuten, wenn wir diese Summe übergäben, ohne Näheres zu wissen.“

Kommentare (1)

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01.11.2011, 12:34 Uhr

Warum in China immer alles Menschenrechtsfeindlich ist und bei uns alles so ehrlich und anständig ist weis der Teufel.
Wer hier Steuerschulden hat, wird verfolgt und endet am Ende vor einem Tribunal das entscheidet ob die Firma geschlossen wird. Das passiert in 99,5% der Fälle obwohl
Inhaber alles versuchen zu retten was zu retten ist.
Wenn China jetzt auch noch Steuer CD´s in der Schweiz aufkauft, werden die Menschenrechtler völlig ausflippen.
Vielleicht sollte man das anständige Deutsche Steuersystem in China einführen.

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