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23.08.2012

15:34 Uhr

Steuerhinterziehung

Singapur verweigert deutsches Schwarzgeld

Ausgerechnet die Schweiz soll angeblich deutschen Steuersündern helfen, ihr Vermögen nach Fernost in Sicherheit zu bringen. Doch Singapur hat Angst um sein Image und wehrt sich massiv gegen die Zuflüsse von Schwarzgeld.

Die Skyline des Finanzdistrikts in Singapur: Die Jagd deutscher Behörden nach Steuersündern führt sie nach Fernost. dapd

Die Skyline des Finanzdistrikts in Singapur: Die Jagd deutscher Behörden nach Steuersündern führt sie nach Fernost.

Singapur/ZürichSingapur will nicht zum Hort für Steuerschwarzgeld aus Europa werden. Die Monetary Authority of Singapore (MAS) toleriere keine Zuflüsse von Schwarzgeld in das eigene Finanzsystem, erklärte eine Sprecherin der Notenbank in einer Erklärung. Banker und Anwälte betonen, der Stadtstaat meine es mit dieser Ansage ernst.

Schweizer Banken wird vorgeworfen, sie würden deutschen Steuersündern helfen, ihr Vermögen vor dem Finanzamt in Sicherheit zu bringen, bevor das Steuerabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz möglicherweise am 1. Januar in Kraft tritt. Eine Spur weise auch nach Singapur, hatte es in einem Bericht der "FTD" unter Berufung auf Insider im Umkreis des nordrhein-westfälischen Finanzministeriums geheißen.

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Die Hürden für Steuerschwarzgeld sind in Singapur aber hoch. Als Reaktion auf die Steuerabkommen habe die MAS der Sprecherin zufolge Finanzinstitute im September 2011 gewarnt, Vorkehrungen gegen Zuflüsse von Steuerschwarzgeld zu treffen. So hätten die Firmen sicherstellen müssen, dass die Kunden lautere Absichten hegten, bevor ihre Vermögenswerte angenommen werden. Im Oktober 2011 habe die Behörde zudem angekündigt, dass das Reinwaschen von Geldern aus Steuervergehen zu einer Straftat werde.

Steueranwalt Edmund Leow von Baker & McKenzie, Wong & Leow erklärte, die MAS habe die Kontrollen von Banken und Treuhändern verstärkt. "Sie stellen viel mehr Fragen bezüglich dieser Themen und es besteht kein Zweifel, dass die Branche reagiert."

Ein hochrangiger Vertreter einer europäischen Bank in Singapur erklärte, das Land sei die falsche Adresse, um illegales oder unversteuertes Geld zu verbergen: "Singapur ist kein guter Ort, wenn man Geld verstecken will, weil es hochentwickelt und gründlich reguliert ist." Er erklärte zudem, dass Vertreter der Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma Singapur in Zusammenhang mit möglichen Geldzuflüssen aus Europa im vergangenen Jahr besucht hätten.

Kommentare (14)

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Account gelöscht!

23.08.2012, 15:52 Uhr

"Doch Singapur hat Angst um sein Image und wehrt sich massiv gegen die Zuflüsse von Schwarzgeld."

Aber klar doch....

Account gelöscht!

23.08.2012, 15:55 Uhr

Ja, teurer Freund, du hast sehr recht:
Die Welt ist ganz erbärmlich schlecht,
ein jeder Mensch ein Bösewicht.
Nur du und ich natürlich nicht.
(Paul Baehr)

Account gelöscht!

23.08.2012, 16:28 Uhr

lol, der ist gut, der ist wirklich gut ...
Und wie stellen die Banken das dort fest?
Ist da ein Stempel "ich war unter der Matratze" und dann wurde ich in Franken umgerechnet, drauf?
Selten so gelacht.

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