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31.01.2011

18:10 Uhr

Steuern

OECD will Sparmodelle eindämmen

VonDonata Riedel

Nach dem Kampf gegen Steuerhinterziehung will die OECD jetzt die Grauzone aggressiver Steuergestaltung ausleuchten. „Steuerplanung ist legitim, aber das Versteckspiel kostet alle Beteiligten Zeit und Geld“, sagt Achim Pross, OECD-Experte für internationales Steuerrecht.

BERLIN. Die OECD wird heute ihre Empfehlungen zum „Umgang mit aggressiver Steuerplanung durch bessere Transparenz und Offenlegung“ veröffentlichen. Das Papier, auf das sich eine Expertengruppe der Mitgliedstaaten verständigt hat, liegt dem Handelsblatt vor. Die Industrieländer-Organisation will erreichen, dass die Finanzbehörden früher Informationen über Steuersparmodelle erhalten, um gegen den Verlust von Steuereinnahmen vorgehen zu können. Von Vorteil sei dies auch für Unternehmen und Berater: Für sie sei „die Steuerplanung heute vielfach teuer und unsicher: Sie wissen nicht, ob der Plan aufgeht und der Fiskus ihn akzeptiert“, so Pross.

Die OECD empfiehlt ihren Mitgliedstaaten, darunter auch Deutschland, Meldepflichten und Kooperationen zwischen Steuerpflichtigen und Finanzämtern einzuführen, wie es sie bereits in Großbritannien, den USA, Australien, Kanada und Portugal gibt. Zum Beispiel sollen Steuersparmodelle für den Massenmarkt, wie sie in Deutschland zur Schiffsfinanzierung populär waren, den Finanzbehörden bei der Markteinführung gemeldet werden. Dem Gesetzgeber bliebe Zeit zu entscheiden, ob er das Modell akzeptiert oder nicht.

In Großbritannien wurden so von 2004 bis 2009 knapp 3000 Steuersparmodelle ausgeleuchtet. Nach Angaben der Regierung wurden Steuerspargelegenheiten im Wert von 12 Mrd. Pfund vermieden.

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