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13.08.2013

02:41 Uhr

Steuersenkungen

Japan will Investoren anlocken

Japan hat mit rund 38 Prozent die höchste Unternehmenssteuerlast aller Industrieländer. Das will Premier Abe jetzt ändern, um sein Land attraktiver für ausländische Geldgeber zu machen.

Premierminister Shinzo Abe will die japanische Wirtschaft ankurbeln: Durch Steuersenkungen für Unternehmen. Reuters

Premierminister Shinzo Abe will die japanische Wirtschaft ankurbeln: Durch Steuersenkungen für Unternehmen.

TokioDer japanische Regierungschef Shinzo Abe erwägt einem Zeitungsbericht zufolge, die Unternehmenssteuern zu senken. Mit diesem Schritt solle den potenziell negativen wirtschaftlichen Auswirkungen der geplanten Mehrwertsteuer-Erhöhung entgegengesteuert werden, berichtete die Wirtschaftszeitung "Nikkei" am Dienstag unter Berufung auf Regierungskreise.

Abe wolle prüfen lassen, ob mit einer Senkung der Unternehmenssteuern mehr Investoren in die weltweit drittgrößte Volkswirtschaft gelockt werden könnten, hieß es weiter.

Die Unternehmenssteuer in Japan von gut 38 Prozent gehört zu den höchsten in den Industrieländern. Die Mehrwertsteuer ist hingegen vergleichsweise niedrig. Nach bisheriger Planung der Regierung soll sie im April kommenden Jahres von fünf auf acht Prozent angehoben und im Oktober 2015 auf zehn Prozent steigen.

Eckpunkte der neuen japanischen Geldpolitik

Festes Inflationsziel

Die Bank von Japan legt sich fest: Innerhalb von zwei Jahren wird sie eine Inflationsrate von zwei Prozent erreichen.

Verdoppelung der Geldbasis

Die Geldbasis soll von jetzt 138 Billionen Yen auf 270 Billionen Yen im Jahr 2014 steigen. Umgerechnet geht es um eine Steigerung von 1,05 Billionen Euro auf 2,05 Billionen Euro.

Kauf von Staatsanleihen

Die Bank von Japan will 77 Prozent des frischen Zentralbankgelds in Staatsanleihen mit langer Laufzeit investieren. Die durchschnittliche Laufzeit ihrer Staatsanleihen soll von drei auf sieben Jahre steigen.

Dauer der Maßnahmen

Die Zentralbank legt sich darauf fest, so lange an der expansiven Geldpolitik festzuhalten, bis sie ihr Inflationsziel erreicht hat.

Aussetzung des Banknoten-Prinzips

Die Bank von Japan setzt zeitweilig das Banknoten-Prinzip außer Kraft, wonach sie nicht den Wert der im Umlauf befindlichen Banknoten überschreiten darf.

Eine endgültige Entscheidung soll im September oder Oktober fallen. Es wird befürchtet, dass eine höhere Mehrwertsteuer die wirtschaftliche Erholung Japans belasten könnte.

Abe sich zum Ziel gesetzt, das Land aus 15 Jahren Deflation zu befreien. Mit einer aggressiven Haushalts- und Finanzpolitik ("Abenomics") und Druck auf die Notenbank, die Wirtschaft mit billigem Geld zu fluten, hat er schnell erste Erfolge verbucht.

Japan ist das am höchsten verschuldete Industrieland der Welt. Der Internationale Währungsfonds sieht in der Erhöhung der Mehrwertsteuer einen "essenziellen ersten Schritt", um die Finanzprobleme in den Griff zu bekommen.

Bleiben Reformen aus, könne das Vertrauen in das Land verloren gehen und letztlich auch die Weltwirtschaft leiden, warnte der IWF jüngst.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Cassandra

13.08.2013, 05:44 Uhr

Wozu noch Gelder anlocken? Die Drucken sich doch einfach ihr Fiatgeld in unvorstellbaren Mengen! John Law hätte seine wahre Freude an diesem Finanzzauber.

Solange alle daran glauben, das dieses virtuelle Schuldgeld noch was wert ist, ist ja alles in bester Ordnung.

Für einen Entzug ist es sowieso viel zu spät, also die Drogen in vollen Zügen genießen bis zum unausweichlichen Zusammenbruch des gesamten Ponzi Schemas und weltgrößten Casinos.

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