Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.10.2012

15:14 Uhr

Steuerstreit

Liechtenstein schlägt Alternativ-Modell vor

ExklusivDas Fürstentum Liechtenstein forciert einen Plan B, um den Streuerstreit Beizulegen. Im Gespräch mit dem Handelsblatt erklärt Regierungschef Tschütscher das Alternativ-Modell, dass auf einem Abkommen mit Großbritannien beruht.

Liechtensteins Regierungschef Klaus Tschuetscher. Reuters

Liechtensteins Regierungschef Klaus Tschuetscher.

ZürichDer Regierungschef des Fürstentums Liechtenstein, Klaus Tschütscher, schlägt ein Alternativ-Modell zur Beilegung des Steuerstreits vor. „Wir können auf die positiven Erfahrungen und den Erfolg unseres Abkommens mit Großbritannien verweisen, denn dieses Abkommen funktioniert“, sagt Tschütscher zum Handelsblatt (Montagsausgabe).

Wie die Schweiz strebt auch Liechtenstein mit Deutschland ein Abkommen zur Regularisierung unversteuerter Gelder von deutschen Kunden an. Bis dato galt dazu das Deutsch-Schweizer Abkommen über eine Abgeltungssteuer für Liechtenstein als Blaupause. Demnach sollen die unversteuerten Gelder mit einer anonymen Quellensteuer von 21 bis 41 Prozent nachversteuert werden. Die deutsche SPD will das Abkommen aber bekanntlich im Bundesrat scheitern lassen.

Daher denkt Liechtenstein an einen Plan B - und verweist auf sein Abkommen mit Großbritannien aus dem Jahr 2009. Anders als das deutsche Abkommen mit der Schweiz sieht es keine Abgeltungssteuer vor, sondern eine Offenlegung. Konkret haben britische Kunden Liechtensteiner Finanzdienstleister bis 2016 Zeit, ihre Guthaben dem britischen Fiskus zu vergünstigten Bedingungen offen legen. Können die Kunden bis 2016 nicht nachweisen, dass sie ihre Gelder korrekt versteuert haben, beendet die Liechtensteiner Bank die Kundenbeziehung.

„Unser Abkommen mit Großbritannien ist in Deutschland in verschiedenen Kreisen auf Interesse gestoßen“, so Tschütscher weiter. Das Fürstentum sei bereit, das britische Offenlegungsprogramm auch auf andere Länder auszudehnen.

Von

ali

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×