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10.08.2013

14:47 Uhr

Stichwahl zwischen Keita und Cissé

Mali sucht einen Präsidenten

Entscheidung in Mali: Wird Ibrahim Boubacar Keita oder Soumaila Cissé neuer Präsident? Beobachter hoffen, dass es bei der Stichwahl ähnlich ruhig bleibt wie beim ersten Urnengang vor zwei Wochen.

Ex-Ministerpräsident von Mali Ibrahim Boubacar Keïta: Den ersten Wahlgang klar gewonnen, die absolute Mehrheit aber verfehlt. dpa

Ex-Ministerpräsident von Mali Ibrahim Boubacar Keïta: Den ersten Wahlgang klar gewonnen, die absolute Mehrheit aber verfehlt.

Addis Abeba/BamakoIm westafrikanischen Krisenland Mali entscheidet an diesem Sonntag eine Stichwahl über den künftigen Präsidenten. Rund 6,5 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, entweder für den ehemaligen Ministerpräsidenten Ibrahim Boubacar Keita oder Ex-Finanzminister Soumaila Cissé zu stimmen. Im ersten Wahlgang vor zwei Wochen lag Keita zwar mit 39,8 Prozent weit vorne, aber er konnte die notwendige 50-Prozent-Hürde nicht nehmen. Cissé kam auf 19,7 Prozent.

Nach fast eineinhalb Jahren Chaos und Konflikten soll die Abstimmung eine Rückkehr zu demokratischer Normalität einleiten. Nach einem Putsch im März 2012 hatten Aufständische den Norden des Landes erobert. Im Januar beendeten dann französische Truppen mit malischer Unterstützung die Gewaltherrschaft islamistischer und separatistischer Rebellen in Nordmali.

Der 68 Jahre alte Keita zeigte sich im Vorfeld der Stichwahl siegessicher und erklärte, er habe sich die Unterstützung der meisten unterlegenen Kandidaten gesichert. Insgesamt waren 27 Bewerber am 28. Juli angetreten. Der erfahrene Politiker, der von seinen Anhängern kurz „IBK“ genannt wird, hat auch das Militär und die religiösen Führer des Landes auf seiner Seite.

Cissé (63), der aus dem krisengeschüttelten Norden Malis stammt, sprach hingegen von Unregelmäßigkeiten und Betrug in der ersten Runde. Das zuständige Verfassungsgericht, das die Beschwerden verschiedener Kandidaten tagelang untersucht hatte, gab aber vor wenigen Tagen grünes Licht für die Stichwahl. Auch Cissé werde Chancen eingeräumt, da er die größte Partei des Landes – Allianz für ein demokratisches Mali (ADEMA) – hinter sich vereint. Dies könnte ihm Beobachtern zufolge Zehntausende Stimmen sichern.

Bei der ersten Abstimmung waren knapp 50 Prozent der Wahlberechtigten zu den Urnen gegangen – ein Rekord für das westafrikanische Land, in dem die Wahlbeteiligung traditionell sehr gering ist. Allerdings wählten mehr Menschen im Süden als im Norden, der zeitweise von Islamisten und Separatisten besetzt war. Französische und afrikanische Truppen hatten das unwegsame Gebiet in den vergangenen Monaten weitgehend befreit. In der Region ist die Sicherheitslage aber noch immer äußerst prekär.

Trotz der Drohungen von Dschihadisten und Tuareg-Rebellen war die erste Abstimmung friedlich verlaufen. Beobachter hoffen, dass es auch bei der Stichwahl zu keinen gewaltsamen Zwischenfällen kommt.

Von

dpa

Kommentare (2)

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dschungelmann

10.08.2013, 16:53 Uhr

Voellig wurscht wer die Wahl gewinnt. Beide sind erprobte Lakaien der Franzosen. ALLE kandidaten waren erprobte Lakaien der Franzosen. Die Malier duerfte es kaum interessieren wer nun den Vorsitz zur Ausbeutung des Landes erhaelt zumal kaum die Haelfte ueberhaupt waehlen konnte oder durfte. Es lebe die Kolonie Mali. Vive la France. Zynismus. Jawoll.

Account gelöscht!

10.08.2013, 17:22 Uhr

So wird ist es wohl. Warum aber dann nicht gleich Hollande für den Posten nominieren? Er wird möglicherweise sowieso bald von den Franzosen in die Wüste geschickt und so hätte er noch einen Job?

Übrigens: irgendwie erinnert mich Ihre Sicht von Mali an meine Sicht der Wahl in unserer Bananenrepublik Deutschland im September. Ich komme aber nicht darauf, worin diese gefühlte Analogien bestehen könnten. Es liegt mir aber auf der Zunge.... es könnte was mit der USA zu tun haben....

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