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05.01.2005

20:50 Uhr

Stilles Gedenken in Europa - Unter 1 000 vermisste Deutsche

Deutschland an der Spitze der Geberländer

Zehn Tage nach der Flutkatastrophe in Asien haben Deutschland und Australien zusammen mehr als eine Milliarde Euro Hilfe zugesagt. Damit stellten sich die beiden Länder am Mittwoch an die Spitze der Geberländer.

Foto: dpa

Foto: dpa

HB BANDA ACEH/BERLIN/BRÜSSEL. Australien kündigte umgerechnet 576 Millionen Euro Hilfe allein für Indonesien an. Mit insgesamt 500 Millionen Euro für die gesamte Region steht Deutschland an zweiter Stelle der Geberländer. Auch der britische Premierminister Tony Blair stellte mehrere hundert Millionen Pfund in Aussicht.

Im Gedenken an die vermutlich 200 000 Flutopfer versammelten sich Millionen Menschen europaweit zu drei Schweigeminuten. US- Außenminister Colin Powell, der zur ersten internationalen Geberkonferenz an diesem Donnerstag in der indonesischen Hauptstadt Jakarta in die Region reiste, sagte: „Ich habe Krieg durchgemacht, ich habe Tornados gesehen, aber so etwas habe ich noch nie gesehen.“

Die Zahl der vermissten Deutschen sank auf unter 1000. Der Präsident des Bundeskriminalamt (BKA), Jörg Ziercke, sagte am Mittwochabend im Schleswig-Holstein Magazin des NDR: „Mittlerweile liegt die Liste bereits unter 1000. Wir haben also weitere Hoffnung, dass wir noch Überlebende finden.“ Bundesaußenminister Joschka Fischer hatte am Mittag die Zahl der vermissten Deutschen noch auf mehr als 1000 beziffert. Bislang konnten 60 Tote aus Deutschland identifiziert werden. Zum Gedenken an die Opfer gibt es am 20. Januar im Bundestag einen zentralen Staatsakt.

Die Vereinten Nationen befürchten, dass die Zahl der Opfer in der gesamten Region auf bis zu 200 000 ansteigt. Derzeit wird offiziell von mindestens 150 000 Toten gesprochen. Vor allem in der Krisenprovinz Aceh im Norden Sumatras sei die Lage unübersehbar, sagte der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe, Jan Egeland.

Mitarbeiter des indonesischen Gesundheitsministeriums warnten: „Auf Grund der schlechten hygienischen Bedingungen können Cholera, Ruhr und Typhus entstehen.“ Nach Angaben des Technischen Hilfswerks (THW) wird der Wiederaufbau allein in Sri Lanka Jahre dauern. Mit großer Sorge reagierte das Kinderhilfswerk UNICEF auf Berichte über Missbrauch und Verschleppung von Kindern in den Katastrophengebieten.

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