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12.10.2012

13:14 Uhr

Stimmen aus dem Netz

„Das ist der Witz des Tages!“

VonTina Halberschmidt

Der Friedensnobelpreis für die EU – für die einen ein „schlechter Aprilscherz“, für die anderen eine verdiente Auszeichnung. Die Meinungen auf Facebook und Handelsblatt Online gehen auseinander.

Bürger-Reaktionen von Berlin bis Paris

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DüsseldorfAls um zehn Uhr die Meldung, dass die Europäische Union den Friedensnobelpreis gewonnen hat, das erste Mal über den Ticker lief, war das Staunen im Netz groß. Viele glaubten an einen Scherz. „Der Witz

des Tages!“, kommentierte Rafael Galaschnikov auf der Handelsblatt-Facebook-Fanpage. „Ist schon wieder April, oder was?“, wunderte sich auch Ulf Hanebuth und konstatierte: „Es wird immer abstruser!“

Auch Frank Martin äußerte sich ungläubig: „Hoffen wir auf eine Ente, die als Versuchsballon taugt!“

Kommentar: Europa kann stolz sein

Kommentar

Europa kann stolz sein

Seit 1945 hat es in Europa kein solches Blutbad wie den Zweiten Weltkrieg gegeben – ein Verdienst der Europäischen Union. Der Friedensnobelpreis war daher überfällig. Er entlässt aber nicht aus der Verantwortung.

Andere kritisierten die Entscheidung des Nobelpreis-Komitees. So kommentiert Gregor Grezel: „Ist das dämlich, nach der Panne mit Obama haben diese Leute offensichtlich nichts dazu gelernt.“ Sein Beitrag wurde mehrere Male geliket. „So kann man einen Preis auch entwerten“, merkt indes Maria-Christina Nimmerfroh trocken an.

Marco Kiemann meint: „Lächerlich. Ein Preis für ein gescheitertes Projekt!“ Emin Esberk bemerkt ironisch: „Nach der Komödie mit Herrn Obama  müsste dieses Jahr die griechische und die spanische Polizei den Preis bekommen. Wegen nicht zimperlicher Vorgehensweise gegen Demonstranten.“

Ebenso kritisch sehen viele Handelsblatt-Online-Nutzer die Auszeichnung: „Unfassbar! Obama letztes Jahr war ja schon ein Witz, aber dass der Preis jetzt an die EU gehen soll, übertrifft alles. Schande!“, schreibt MikeM.

Aber es gibt auch differenziertere Beiträge – wie beispielsweise den von smoebus: „Das Timing gibt dieser Preisverleihung die Gestalt einer Imagekampagne“, meint der Handelsblatt-Online-Nutzer. In Zeiten des zunehmenden Zweifels an der wirtschaftlichen Sinnhaftigkeit und Überlebensfähigkeit müsse das Unternehmen EU eben über andere Dimensionen gerechtfertigt werden. „Für die Währungsunion gibt es sicherlich so schnell keinen Preis. Das Friedensnobelpreisgeld ist aber in diesen klammen Zeiten gut zu gebrauchen.“

Auch Radek setzt sich differenziert mit dem Thema auseinander: Der Euro habe schon mal einen Preis bekommen, „nämlich den Karls-Preis“, erinnert der Kommentator. Jetzt sei also die EU an der Reihe. Wer aber „Stabilisierungspreise“ benötige, um sich senkrecht zu halten, stehe wohl eher auf einem tönernen Podest. „Der Vorläufer der EU, die EWG ohne den Euro, wäre preiswürdig gewesen, die heutige Euro-beschwerte EU hat Spaltungen und Zukunftsängste in Europa mitverursacht, wie man sie nie für möglich gehalten hätte.“

In dieselbe Richtung tendiert Maxim Rott. Auf Facebook schreibt er, es sei jetzt wohl ein wenig zu spät für den Preis. „Vor paar Jahren/Jahrzehnten wäre es noch passend gewesen, aber jetzt bringt die EU wohl kaum noch Frieden.“

Martine Jahns hält dagegen: „Immerhin fast 70 Jahren Frieden. Ist doch was, oder?“ Auch für Johannes Hetzler ist „nachvollziehbar“, dass der Preis an die EU geht. Schließlich herrsche „der längste Friede, den Europa je gesehen hat“.

Nicht zuletzt fragt Twitter-Nutzer @booldog ironisch: „Was hätte die EU denn sonst bekommen sollen? Den Wirtschaftsnobelpreis?“

Was denken Sie über die Auszeichnung? Diskutieren Sie mit! Entweder direkt hier in der Handelsblatt-Online-Community oder auf Facebook und bei Twitter!

Kommentare (30)

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Brasil

12.10.2012, 13:29 Uhr

Diese Entscheidung zu kommentieren, dazu fehlen einem wirklich die Worte! Streicht diesen Artikel aus eurem Programm!
Das ganze System kann verkommener nicht sein!

Account gelöscht!

12.10.2012, 13:37 Uhr

Das passt: http://newsbote.com/brennpunkt/absurd-europaische-union-erhaelt-friedensnobelpreis/

Vielleicht wird jetzt so manchem klar was für ein elender Haufen dieses EU-Konstrukt ist. Lügen, Abzocke und Propaganda, mehr nicht.

Peter

12.10.2012, 13:41 Uhr

Wer Krieg erlebt hat, bzw. Eltern hatte, die aus dieser Zeit noch persönliche Erlebnisse erzählen konnten, weiß Frieden zu schätzen. 67 Jahre klingt nicht viel, ist aber für Europa die längste zusammenhängende Friedenszeit. Ob es Preisverdächtig ist oder nicht, entschieden wenige, ein Glück für alle in Europa ist es jedenfalls.

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