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09.01.2015

23:35 Uhr

Strafmaß festgelegt

Hassprediger Abu Hamza muss lebenslang hinter Gitter

Lebenslange Haftstrafe: Das Strafmaß für den radikalen Prediger Abu Hamza ist in New York festgesetzt worden. Die Richterin nannte die Taten des gebürtigen Ägypters "bösartig" und "barbarisch".

Der radikale Prediger Abu Hamza wurde in New York zu lebenslanger Haft verurteilt. Reuters

Der radikale Prediger Abu Hamza wurde in New York zu lebenslanger Haft verurteilt.

New YorkDer islamische Hassprediger Abu Hamza ist in einem US-Terrorprozess zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Strafmaß wurde am Freitag vor einem Gericht in New York verkündet, nachdem die Geschworenen den gebürtigen Ägypter bereits im Mai vergangenen Jahres schuldig gesprochen hatten. Richterin Katherine Forrest nannte Hamzas Taten "bösartig" und "barbarisch". Der 56-jährige Verurteilte nahm die Entscheidung regungslos auf.

Als Imam der Moschee von Finsbury Park im Norden Londons hatte Abu Hamza, dessen Geburtsname Mustafa Kamel Mustafa lautet, in den neunziger Jahren radikalislamische und antiamerikanische Brandreden gehalten. Die US-Justiz warf ihm die Verwicklung in die Entführung von 16 westlichen Touristen im Jahr 1998 im Jemen vor; vier Urlauber wurden damals bei einem Rettungsversuch des Militärs getötet. Außerdem soll der Angeklagte die Einrichtung eines Terrorcamps innerhalb der USA geplant sowie den Terrorismus in Afghanistan finanziell unterstützt haben.

Hamza, der während des Afghanistan-Krieges gegen die Sowjetunion in den achtziger Jahren beide Hände und ein Auge verlor, hatte stets seine Unschuld betont. Seine Unterbringung als Körperbehinderter in einem normalen US-Gefängnis bezeichnete er am Freitag als "Folter" und verlangte, in ein Gefängniskrankenhaus verlegt zu werden. Sein Anwalt Sam Schmidt bat das Gericht, eine Strafe zu verhängen, die seinem Mandanten ermöglichen würde, "einige der letzten wenigen Jahre seines Lebens mit seiner Familie" zu verbringen.

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Der New Yorker Staatsanwalt Preet Bharara erklärte dagegen, dass es keine andere Möglichkeit als lebenslange Haft gebe. "Abu Hamzas blutgetränkte Reise von Geistlichem zu verurteiltem Verbrecher, von Imam zu Inhaftiertem ist nun vollendet", sagte Bharara. Hamza war im Oktober 2012 nach jahrelangem juristischem Tauziehen von Großbritannien an die USA ausgeliefert worden. In Großbritannien saß er bereits wegen des Aufrufs zum Rassenhass und zu Mordanschlägen eine siebenjährige Haftstrafe ab.

Von

afp

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