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16.08.2016

15:00 Uhr

Strafzettel für Strandbekleidung

Erste Bußgelder in Cannes nach Burkini-Verbot

Ein Bußgeld für zu bekleidete Frauen: 38 Euro zahlen Frauen am Strand von Cannes, die gegen das umstrittene „Burkini-Verbot“ verstoßen. Drei Frauen bekamen bereits Strafzettel, sechs weitere wurden kontrolliert.

Am Strand von Cannes gilt nun der umstrittene „Anti-Burkini“-Erlass von Bürgermeister David Lisnard. AP

Burkini am Strand von Marseille

Am Strand von Cannes gilt nun der umstrittene „Anti-Burkini“-Erlass von Bürgermeister David Lisnard.

NizzaNach dem Verbot von Ganzkörper-Schwimmanzügen für Musliminnen haben französische Sicherheitskräfte ihre Kontrollen am Strand von Cannes verstärkt. Drei Frauen im Alter von 29 bis 57 Jahren bekamen in den vergangenen Tagen Strafzettel, weil sie gegen den umstrittenen „Anti-Burkini“-Erlass von Bürgermeister David Lisnard verstießen, wie die Regionalzeitung „Nice Matin“ am Dienstag berichtete. Das Bußgeld beträgt laut Verordnung 38 Euro.

Sechs weitere Frauen, die nach Ansicht der Ordnungshüter zu bekleidet ins Wasser stiegen, wurden kontrolliert. „Einige zogen es vor, den Strand zu verlassen, andere zogen sich einen Badeanzug an“, zitierte das Blatt den Chef der städtischen Polizei, Yves Daros. Die neue Regelung werde von der Bevölkerung begrüßt, berichtete er.

Der konservative Lisnard hatte bereits Ende Juli angeordnet, dass Strandbekleidung die „guten Sitten“ und die im französischen Recht verankerte Trennung von Kirche und Staat respektieren müsse. Burkinis werden zwar nicht explizit genannt, doch Lisnard machte deutlich, dass die Schwimmanzüge mit integrierter Kopfbedeckung letztlich gemeint sind.

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Von

dpa

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