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23.09.2014

20:13 Uhr

Straßenbahnen in den USA

Zurück vom Abstellgleis

VonAxel Postinett

US-Metropolen kämpfen mit Mega-Staus und Smogglocken. Kein Wunder, denn der öffentliche Nahverkehr in den USA gilt als der schlechteste der industrialisierten Welt. Das soll anders werden. Nur wie?

Touristenattraktion: Die Straßenbahnen in San Francisco. Getty Images

Touristenattraktion: Die Straßenbahnen in San Francisco.

San FranciscoAusgerechnet Los Angeles. Keine andere als die in den 1960er Jahren von unglaublicher Luftverschmutzung heimgesuchte Stadt der Engel hatte in den 1920er Jahren noch das dichteste und effizienteste elektrische Nahverkehrssystem der Welt. Über mehr als 2400 Kilometer erstreckte sich das Schienennetz der Pacific Electric mit ihren mächtigen roten Straßenbahnen von San Bernadino bis nach San Fernando. Dazu kam noch die Los Angeles Railway Yellow Car. In den 60er Jahren war davon nichts mehr übrig. Es gab nur noch Busse, Autoabgase und die berühmt-berüchtigte ewige Smogglocke über der Stadt. Der Highway von Downtown nach Santa Monica trägt wegen der 24-Stunden-Dauerstaus auf der sechsspurigen Autobahn noch heute den Spitznamen „größter Parkplatz Kaliforniens“.

Nach einer Studie der National Oceanic and Atmospheric Association hatte sich bis 2012 dank besserer Katalysatoren und bleifreiem Benzin der Verschmutzungsgrad der Luft zwar gegenüber den 1960er Jahren halbiert. Er liegt damit aber noch immer höher als in anderen amerikanischen Großstädten.1990 startete mit riesigem finanziellem Aufwand die Wiederbelebung des Metro-Systems in L.A.. Doch es geht nur zäh voran. Gerade mal sechs Linien und 141 Schienenkilometern umfasst es heute. Die wenigen U-Bahn- und Straßenbahnzüge, zur Rush-Hour fast ständig überfüllt, liefern japanische Unternehmen und die deutsche Siemens.

Daten und Fakten über die USA

Fläche

Mit einer Fläche von 9.809.155 Quadratkilometern sind die Vereinigten Staaten laut Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) der drittgrößte Staat der Erde.

Bevölkerung

Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) betrug die Gesamtbevölkerung der USA im Jahr 2013 rund 317 Millionen Einwohner.

Hauptstadt

Die Hauptstadt der USA ist Washington D.C. Die Stadt selbst hat etwa 646.000 Einwohner, im Großraum haben sich etwa 5,7 Millionen Menschen niedergelassen. (Stand: 2014)

Staatsform

Die Staatsform der USA ist eine föderale und präsidentielle Republik.

Präsident

Barack H. Obama ist der 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Er befindet sich in seiner zweiten Amtszeit.

BIP

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA beläuft sich nach Angaben des Auswärtigen Amts auf etwa 16,72 Billionen US-Dollar. (Stand: 2013)

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote in den Vereinigten Staaten lag im Juli 2014 bei 6,2 Prozent. Vor der Wirtschaftskrise lag die Quote im Jahr 2007 noch bei 4,6 Prozent, 2010 stieg sie zwischenzeitlich auf 9,6 Prozent an.

Außenhandel

Die USA sind nach Angaben des Auswärtigen Amts weltgrößter Absatzmarkt für Importgüter und standen als Exporteur 2013 (nur Waren) hinter China an zweiter Stelle.

Siemens wird bis 2018 auch 175 Straßenbahnen an San Francisco in Nordkalifornien liefern. Mit 648 Millionen Dollar ist es der größte Auftrag für Siemens-Straßenbahnen in den USA, und ein Meilenstein für die Renaissance des öffentlichen Nahverkehrs der USA. Gerade fressen sich die Tunnelbohrmaschinen vom Trendviertel SoMa nach Chinatown voran. Die Transportbehörde der Stadt erwartet einen Massenansturm auf die kommende T-Line. Sie werde, so ein Sprecher, in 16 Jahren eine der meistgenutzten Bahnlinien in den USA sein und das Chaos der von Bussen verstopften Innenstadtstraßen lindern. Aber es hätte noch schlimmer kommen können. Anders als in Los Angeles, Oakland oder San Jose war die Stadt mit ihren eigenwilligen und störrischen Einwohnern damals noch einmal davon gekommen, als der „Great American Streetcar Scandal“ den kalifornischen Nahverkehr auf Schienen praktisch auslöschte. Sieben Bahnlinien waren Ende der 50er Jahre übriggeblieben. Darauf baut die Stadt an der Bucht langsam auf.

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