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29.06.2013

05:05 Uhr

Straßenkämpfe in Alexandria

US-Bürger stirbt bei Protesten in Ägypten

Zwei Tage vor den geplanten Massenprotesten der ägyptischen Opposition gegen Präsident Mursi steigt die Gewalt in Ägypten. Mindestens drei Menschen starben bei blutigen Zusammenstößen, darunter ist auch ein US-Bürger.

Bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern der regierenden Islamisten in Ägypten ist ein US-Amerikaner getötet worden. dpa

Bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern der regierenden Islamisten in Ägypten ist ein US-Amerikaner getötet worden.

KairoTausende von Ägyptern sind am Freitag auf die Straße gegangen, um den Rücktritt des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi zu fordern. Dabei starben mindestens drei Menschen, darunter auch ein US-Amerikaner. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden 139 Menschen verletzt, wie die Zeitung „Al-Ahram“ online berichtete.

Mehrere Büros der Partei für Gerechtigkeit und Freiheit der Muslimbrüder, denen Mursi entstammt, gingen zudem in Flammen auf. Die Proteste waren ein Vorgeschmack auf die für Sonntag geplanten Großkundgebungen der Opposition. In der Hafenstadt Alexandria gab es gewaltsame Zusammenstöße zwischen Anhängern und Gegnern der regierenden Islamisten.

Nach Angaben der Sicherheitskräfte wurde der US-Bürger von einem zunächst nicht identifizierten Mann mit einem großen Messer in die Brust gestochen, als er Demonstranten fotografierte. General Amin Esseddin sagte, der Der Mann sei schwer verletzt in ein Militärkrankenhaus gebracht worden und dort gestorben.

Das US-Außenministerium warnte Amerikaner vor nicht unbedingt nötigen Reisen in das Land. Wie das Außenministerium am Freitag weiter bekanntgab, wurde ein Abzug eines Teils der US-Diplomaten und von Familienmitgliedern genehmigt. Alle US-Bürger wurden dringend aufgefordert, alle Demonstrationen in Ägypten zu meiden, weil selbst friedliche Versammlungen schnell gewalttätig werden könnten.

Bei der Massenschlägerei im Stadtteil Sidi Gaber war zuvor bereits ein Ägypter getötet worden. In Port Said kam ein ägyptischer Journalist ums Leben, als bei einer Demonstration ein Butangasbehälter von Feuerwerkskörpern getroffen wurde und explodierte. Nach Angaben der Zeitung „Al-Ahram“ war es ein Unfall, bei dem auch zwölf Menschen verletzt wurden.

Die Demonstranten, die in Kairo, Al-Mahalla und Alexandria durch die Straßen marschierten, waren jedoch nicht die einzigen, die trotz des heißen Wetters mit Plakaten um die Unterstützung der Bürger warben. Tausende von Anhängern der islamistischen Parteien hielten im Kairoer Vorort Nasr-City eine Kundgebung unter dem Motto „Die Legitimität ist die rote Linie“ ab.

Tausende Gegner des Präsidenten marschierten zum Hauptquartier der Muslimbruderschaft in Alexandria, wo bis zu 1000 Anhänger Mursis Wache standen. Als ein Mursi-Anhänger mit Schrot auf die Demonstranten schoss, brach ein Handgemenge aus. Sicherheitskräfte gingen mit Tränengas gegen Anhänger der Muslimbruderschaft vor.

Kommentare (4)

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kraehendienst

29.06.2013, 07:24 Uhr

"US-Bürger stirbt..." - na und? Woanders in der Welt sterben täglich ja stündlich tausende von Menschen ohne genannt oder wahrgenommen zu sein. Um diese Abhör-Stasi-Nation kann es einem nicht Leid tun.

Scotty

29.06.2013, 07:51 Uhr

Das ist ja wohl völlig daneben! Was hat der Tod eines 21jährigen Photographen mit der Abhöraffaire zu tun???

Und überhaupt: Soll das jetzt heissen, weil uns die Amis abhören, kann man sie einfach mal töten?

Account gelöscht!

29.06.2013, 09:23 Uhr

Es gibt liebe Amerikaner und es gibt böse Amerikaner und viele Abstufungen dazwischen, genauso wie in allen anderen Ländern auf der Erde. Wie das auf anderen bewohnten Planeten ist, weiß ich nicht.

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