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02.02.2011

12:55 Uhr

Straßenschlachten in Kairo

Ägyptens Armee fordert Ende der Proteste

Das Militär hatte sich beim sogenannten Marsch der Millionen an seine Zusage gehalten, keine Gewalt gegen friedliche Demonstranten einzusetzen. Ob das so bleibt? Jedenfalls will die Armee, dass die Proteste nun aufhören, um die Ordnung wiederherzustellen. In Kairo toben Straßenschlachten zwischen Gegnern und Anhängern Mubaraks.

Panzer in Kairo: Eskalieren die Proteste? Reuters

Panzer in Kairo: Eskalieren die Proteste?

mbr/HB KAIRO. Die ägyptische Armee hat die Bevölkerung am Mittwoch aufgefordert, die Demonstrationen zu beenden. Die Bürger hätten ihre Botschaft überbracht, ihre Forderungen seien gehört worden, nun sei es an der Zeit, wieder zum normalen Leben zurückzukehren, sagte ein Armeesprecher im staatlichen Fernsehen.

„Die Streitkräfte appellieren an Sie ... Sie sind auf die Straße gegangen, um ihre Forderungen auszudrücken, und Sie können jetzt zum normalen Leben zurückkehren“, sagte er. Das Militär hatte sich beim sogenannten Marsch der Millionen am Dienstag an seine Zusage gehalten, keine Gewalt gegen friedliche Demonstranten einzusetzen, deren Forderungen legitim seien.

Ägyptens Präsident Husni Mubarak hatte am Vortag erklärt, er verzichte auf eine weitere Amtszeit. Einen sofortigen Rücktritt lehnt er trotz der Massenproteste aber ab. Die Reaktion der Demonstranten darauf war geteilt: Während einige damit zufrieden sind, halten andere an ihrer Forderung nach einem sofortigen Rücktritt Mubaraks fest.

Auf dem Tahrir-Platz in Kairo ist es daraufhin am Mittwoch zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern von Husni Mubarak gekommen. Nach Beobachtungen von Augenzeugen wurden mindestens vier Menschen verletzt. Demonstranten der beiden Lager gingen mit Fäusten, Steinen, Holzlatten und Stahlrohren aufeinander los.

Mubarak brachte derweil die versprochene Verfassungsreform auf den Weg. Das ägyptische Fernsehen meldete am Mittwoch, die Reform solle binnen 70 Tagen abgeschlossen werden. Dabei geht es vor allem um einen Paragrafen, der es unabhängigen Kandidaten praktisch unmöglich macht, für das Amt der Präsidenten anzutreten.

Kommentare (2)

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Coco Butt

02.02.2011, 14:09 Uhr

Das Militär in Kairo wird von den USA beeinflusst, da der überwiegende Anteil der jährlichen Milliardenzahlungen aus den USA an die ägyptische Armee geht. Eine Schießerei auf Demonstranten würde daher für die ägyptischen Generäle im wahrsten Sinne des Wortes sehr teuer werden.

in Afghanisten und irak versucht der Westen erfolglos Demokratie herbei zu bomben, in Ägypten wo das ganze Volk danach ruft hält sich der "moralische" Westen zurück.

Die israelis wollen keine Demokratie in Ägypten. Der israelfreundliche Dikator Mubarak hat sich kaum an den israelischen Menschenrechtsverletzungen in Gaza und im Westjordanland geestört. Ein demokratisches Ägypten wäre viel kritischer und würde mehr Zugeständnisse abverlangen.

Morchel

02.02.2011, 14:47 Uhr

Ein guter gedanke, ein gangbarer weg. Freiheit heiss verantwortliches Handel. So gesehen haben die Militärs recht1 millionen demonstrieren.wiviel einwohner hat Kairo ?lange hat es gedauert bis Amerika in den 2. Weltkrieg eingetreten ist. Zu spät für die opfer zu früh für die jungen Amerikanische Soldaten die mit anderen soldaten anderer Nationen gefallen sind.

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