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19.06.2011

19:39 Uhr

Straßensperren

Syrische Truppen stoppen Flüchtlinge

Nach der brutalen Stürmung der Grenzstadt Bdama flüchten tausende Syrer in die Türkei. Die Truppen von Präsident Assad errichten Straßensperren, um die Flüchtlinge aufzuhalten - nur die Schleichwege sind sicher.

Viele syrische Flüchtlinge suchen derzeit einen sicheren Weg in die Türkei. Quelle: dapd

Viele syrische Flüchtlinge suchen derzeit einen sicheren Weg in die Türkei.

Amman/BeirutSyrische Sicherheitskräfte haben nach Angaben von Augenzeugen eine Stadt an der Grenze zur Türkei gestürmt, deren Bewohner Flüchtlinge mit Lebensmitteln versorgt haben. Die Soldaten hätten in der Stadt Bdama Häuser niedergebrannt und Dutzende Menschen festgenommen, hieß es am Samstag. Zugleich löst der Aufstand in Syrien inzwischen auch Unruhen im benachbarten Libanon aus: Dort lieferten sich im Norden des Landes Gegner und Anhänger von Syriens Präsidenten Baschar al-Assad Feuergefechte, bei denen bis zu sieben Menschen starben.

Bdama liegt im Nordwesten etwa zwei Kilometer von der Grenze zur Türkei entfernt. Inzwischen sind bereits über 10.000 Syrer vor dem gewaltsamen Vorgehen der Sicherheitskräfte in die Türkei geflohen. Weitere Tausende Flüchtlinge haben ihr Lager auf der syrischen Seite der Grenze aufgeschlagen. Sie versorgten sich bislang aus der nächstgelegenen Stadt. „Die Bewohner von Bdama trauen sich nicht, den Flüchtlingen Brot zu bringen. Gleichzeitig haben die Flüchtlinge Angst, verhaftet zu werden, wenn sie auf der Suche nach Essen nach Bdama gehen“, erklärte ein Mitarbeiter einer Menschenrechtsgruppe.

Ein weiterer Zeuge berichtete, die Soldaten hätten Felder mit Ernte verbrannt. Auch Flüchtlinge in der Türkei berichteten, die Sicherheitstruppen betrieben eine Politik der verbrannten Erde durch die Zerstörung der Lebensgrundlagen. Sie warfen den Sicherheitskräften zudem Folter vor, die sie am eigenen Leib erfahren hätten.

Der syrische Menschenrechtler Ammara Kurabi berichtete, Soldaten hinderten Flüchtlinge daran, die türkische Grenze zu erreichen. Sie blockierten Straßen und griffen jene Bürger an, die den Flüchtlingen helfen wollten. Die Äußerungen Kurabis konnten nicht überprüft werden, denn ausländische Journalisten werden in Syrien derzeit nicht geduldet. Seine Angaben decken sich aber mit Berichten der Leute, die aus Bdama geflohen sind. Ein Bauer von dort sagte, auf den Straßen gebe es Sperren. Die Leute versuchten aber, auf Schleichwegen durch die Täler in die Türkei zu gelangen.

Kommentare (1)

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europman

19.06.2011, 23:51 Uhr

...und europa schaut wieder zu...schickt mal ein paar feldöfen zu, in denen man zumindest brot backen kann...

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