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23.01.2005

18:26 Uhr

„Strategic Support Branch“

Bericht über geheimen US-Spionagedienst

Verteidigungsminster Donald Rumsfeld soll bereits vor zwei Jahren ohne ausdrückliche Genehmigung des Kongresses einen geheimen US-Spionagedienst gegründet haben, die die „fast totale Abhängigkeit vom CIA“ beenden soll. Das berichtet die „Washington Post“. Das Pentagon dementiert.

Donald Rumsfeld Foto: dpa

Donald Rumsfeld Foto: dpa

HB WASHINGTON. Die Zeitung hatte am Sonntag gemeldet, Rumsfeld breche mit dem neuen Dienst, der vor allem Auslandsaktivitäten entfalten soll, bewusst in die traditionelle Domäne des US-Geheimdienstes CIA ein. Die „Washington Post“ berief sich dabei auf Mitarbeiter des Ministeriums und geheime Papiere.

„Es gibt keine Einheit für geheime Operationen, die direkt dem Verteidigungsminister unterstellt ist“, heißt es in einer Stellungnahme des Pentagons. Es gebe auch keine Absicht zu solchen Aktivitäten.

In der neuen „Abteilung für Strategische Unterstützung“ arbeiten laut der „Washington Post“ Teams von Offizieren, Übersetzern sowie Verhör- und Technik-Spezialisten zusammen. Sie seien schon seit zwei Jahren aktiv, insbesondere im Irak und in Afghanistan. In einer Notiz an Rumsfeld habe US-Generalstabschef Richard Myers geschrieben, die Behörde werde sich auf „sich entwickelnde Zielländer wie Somalia, Jemen, Indonesien, Philippinen und Georgien“ konzentrieren. Einem Dokument des Ministeriums zufolge könnten auch Ausländer rekrutiert werden, einschließlich zweilichtiger Personen, deren Verbindung zur US-Regierung, falls sie bekannt würde, peinlich wäre.

Durch eine Neuauslegung von Gesetzen erhalte Verteidigungsminister Donald Rumsfeld zudem umfangreiche Befugnisse zur Spionagetätigkeit im Ausland, berichtete die „Washington Post“ weiter. Die neue Einheit „Strategic Support Branch“ sei ohne ausdrückliche Genehmigung des US-Kongresses mit umgeleiteten Geldern gegründet worden. Rumsfelds Ziel sei es, kämpfenden Truppen mehr Informationen über ihren unmittelbaren Gegner zu liefern und Organisationen, wie die El Kaida, zu infiltrieren.

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