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10.09.2014

00:47 Uhr

Strategie gegen IS

Obama hat alle Befugnisse zur Umsetzung neuer Pläne

Obamas Strategie gegen die Terrormiliz Islamischer Staat steht nichts im Weg: Der US-Präsident habe alle Befugnisse zur Umsetzung, heißt es aus dem Weißen Haus. Am Mittwoch will er sich zu seinen Plänen äußern.

Befugnisse für den Präsidenten: Obama diskutierte mit den Spitzen der politischen Lager im US-Kongress über seine Pläne gegen die Terrormiliz IS. ap

Befugnisse für den Präsidenten: Obama diskutierte mit den Spitzen der politischen Lager im US-Kongress über seine Pläne gegen die Terrormiliz IS.

WashingtonUS-Präsident Barack Obama hat nach Angaben des Weißen Hauses alle Befugnisse, seine neue Strategie im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat umzusetzen. Nach Angaben aus Washington diskutierte er am Dienstag mit den Spitzen der politischen Lager im US-Kongress über seine Pläne, zu denen er sich am Mittwoch detaillierter äußern will.

Der Präsident heiße Aktionen des Kongresses weiterhin willkommen, die bei den „allgemeinen Bemühungen helfen und der Welt zeigen, dass die Vereinigten Staaten im Kampf gegen die Bedrohung der IS vereint sind“, hieß es nach dem Treffen.

Die neue Strategie könnte auch weitreichendere Luftangriffe gegen Ziele im Irak und möglicherweise in Syrien beinhalten. Die USA hatten im August mit Angriffen aus der Luft gegen die Terrorgruppe begonnen, nachdem die irakische Regierung darum gebeten hatte. Eine ausdrückliche Zustimmung vom Kongress hatte es dafür nicht gegeben.

Der IS-Siegeszug – Chronik Teil 1

6. Januar 2014

Im Irak und in Syrien dehnt die Miliz Islamischer Staat (IS) ihr Terrorregime auf immer mehr Orte aus. IS gewann 2013 an Einfluss, als der Streit der von Schiiten dominierten irakischen Regierung mit sunnitischen Parteien eskalierte. Am 6. Januar besetzen IS-Rebellen Falludscha in der Provinz Anbar.

21. März 2014

IS liefert sich in der Provinz Dijala Kämpfe mit der Armee.

11. April 2014

Vor Gefechten in Anbar fliehen mehr als 400.000 Menschen.

10. Juni 2014

IS-Kämpfer nehmen Mossul ein. Im türkischen Konsulat werden fast 50 Geiseln genommen. Dazu kommen über 30 entführte türkische Lastwagenfahrer. Rund 500.000 Einwohner der Millionenstadt fliehen.

11. Juni 2014

IS kontrolliert weite Teile des Iraks. Dazu gehören Ninive, Anbar und Salaheddin mit den wichtigen Städten Baidschi und Tikrit.

12. Juni 2014

IS rückt weiter Richtung Bagdad vor. Regierungschef Nuri al-Maliki scheitert im Parlament mit dem Versuch, den Notstand ausrufen zu lassen.

13. Juni 2014

US-Präsident Barack Obama schließt ein Eingreifen von US-Bodentruppen aus, Washington bereite „andere Optionen“ vor. Auch Irans Präsident Hassan Ruhani sichert der schiitischen Regierung des Iraks Solidarität im Kampf gegen sunnitische Terroristen zu.

15. Juni 2014

Nachdem irakische Armee und kurdische Peschmerga-Kämpfer den Vormarsch der Dschihadisten gebietsweise stoppen konnten, führt IS den Kampf mit Videos und Fotos grausamer Exekutionen auch im Internet.

20. Juni 2014

Zweieinhalb Jahre nach Ende des Irak-Kriegs bereiten sich die USA auf neue Militärschläge im Land vor. Luftangriffe gegen IS-Rebellen sind nicht mehr ausgeschlossen. Außerdem seien die USA bereit, bis zu 300 Militärberater ins Land zu schicken.

24. Juni 2014

Angesichts des IS-Vormarsches wollen verfeindete Schiiten, Sunniten und Kurden im Irak rasch eine gemeinsame Regierung bilden. Al-Maliki lehnt diese ab und verschärft damit die Krise.

Es gab unter den Abgeordneten keine Einigkeit darüber, ob Obama die Zustimmung des Kongresses für seine Pläne benötige. Parlamentarier aus dem republikanischen Lager deuteten am Dienstag aber an, dass eine Abstimmung unwahrscheinlich sei.

Von

ap

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