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02.07.2015

08:01 Uhr

Strategiebericht

US-Militär fühlt sich von China und Russland bedroht

Nach vier Jahren veröffentlicht das US-Militär wieder einen Strategiebericht. Darin äußern Experten große Sorgen hinsichtlich nicht-staatlicher Akteure wie dem IS. Auch China und Russland werden als Bedrohung eingestuft.

US-Generalstabschef Martin Dempsey (rechts) spricht von einer „geringen aber wachsenden“ Wahrscheinlichkeit eines Konflikts der USA mit einer Großmacht. AFP

Strategiebericht des US-Militärs

US-Generalstabschef Martin Dempsey (rechts) spricht von einer „geringen aber wachsenden“ Wahrscheinlichkeit eines Konflikts der USA mit einer Großmacht.

WashingtonDas US-Militär stuft in seinem neuen Strategiebericht China und Russland als Bedrohung für die nationalen Sicherheitsinteressen ein. In dem ersten Strategiebericht seit vier Jahren, der am Mittwoch in Washington veröffentlicht wurde, spricht US-Generalstabschef Martin Dempsey von einer „geringen, aber wachsenden“ Wahrscheinlichkeit, dass die USA einen Krieg mit einer Großmacht führen. Ein solcher Konflikt hätte „immense“ Auswirkungen, warnte Dempsey.

Der rund 20-seitige Strategiebericht kritisierte mit Blick auf die Annexion der Krim durch Russland, das Land habe „wiederholt gezeigt, dass es die Souveränität seiner Nachbarn nicht anerkennt und bereit ist, Gewalt anzuwenden, um seine Ziele zu erreichen“. Erneut wurde Russland die Entsendung von Truppen in die Ostukraine vorgeworfen, wo prorussische Separatisten gegen die ukrainische Regierung kämpfen. Der vorherige Strategiebericht der US-Armee aus dem Jahr 2011 hatte Russland kaum erwähnt.

„Russlands militärische Handlungen unterlaufen die regionale Sicherheit direkt und durch Stellvertretertruppen“, hieß es nun. Moskau hatte wiederholt dementiert, dass es Soldaten in die Ostukraine geschickt habe.

Der Volksrepublik China wirft der US-Bericht vor, „Spannungen in der Asien-Pazifik-Region“ zu verursachen. Damit bezog er sich auf die Territorialstreitigkeiten Chinas mit Nachbarländern über Inseln im Südchinesischen Meer und im Ostchinesischen Meer. Die Volksrepublik baut außerdem im Südchinesischen Meer künstliche Inseln, um ihre Präsenz dort zu verstärken.

Daten und Fakten über die USA

Fläche

Mit einer Fläche von 9.809.155 Quadratkilometern sind die Vereinigten Staaten laut Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) der drittgrößte Staat der Erde.

Bevölkerung

Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) betrug die Gesamtbevölkerung der USA im Jahr 2013 rund 317 Millionen Einwohner.

Hauptstadt

Die Hauptstadt der USA ist Washington D.C. Die Stadt selbst hat etwa 646.000 Einwohner, im Großraum haben sich etwa 5,7 Millionen Menschen niedergelassen. (Stand: 2014)

Staatsform

Die Staatsform der USA ist eine föderale und präsidentielle Republik.

Präsident

Barack H. Obama ist der 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Er befindet sich in seiner zweiten Amtszeit.

BIP

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA beläuft sich nach Angaben des Auswärtigen Amts auf etwa 16,72 Billionen US-Dollar. (Stand: 2013)

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote in den Vereinigten Staaten lag im Juli 2014 bei 6,2 Prozent. Vor der Wirtschaftskrise lag die Quote im Jahr 2007 noch bei 4,6 Prozent, 2010 stieg sie zwischenzeitlich auf 9,6 Prozent an.

Außenhandel

Die USA sind nach Angaben des Auswärtigen Amts weltgrößter Absatzmarkt für Importgüter und standen als Exporteur 2013 (nur Waren) hinter China an zweiter Stelle.

Zu den Staaten, die „ernste Sicherheitsbedenken“ verursachen, zählt der Bericht auch den Iran und Nordkorea wegen ihrer Atomprogramme. Mit dem Iran befinden sich die USA, die anderen UN-Vetomächte und Deutschland gerade in der Endphase von Verhandlungen über eine rigorosere Reglementierung seines Atomprogramms.

Sorgen bereitete der US-Armee dem Bericht zufolge auch die wachsenden technologischen Fähigkeiten der Streitkräfte anderer Länder. Eine weitere große Gefahr seien nicht-staatliche Akteure wie die Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS). „Zukünftige Konflikte werden schneller entstehen, länger dauern und auf einem in technischer Hinsicht schwierigerem Schlachtfeld stattfinden“, warnte Dempsey in seinem Vorwort zu dem Strategiebericht.

Von

afp

Kommentare (8)

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Herr Valar Morghulis

02.07.2015, 10:07 Uhr

Soso, die USA haben also Angst davor, wenn andere Staaten sich militärisch weiterentwickeln?! Es ist schon schizophren, wenn man bedenkt, dass die USA selbst nicht als Risiko eingestuft werden - hier liegt doch das größte Bedrohungspotential für die restliche Welt.
Klar, territoriale Anschaffungskriege wurden nicht angezettelt, aber dafür um Rohstoffe. Und das alles unter dem Deckmantel "Staat könnte den USA gefährlich werden, da Atomforschung initiiert".
Pfui USA....Wird Zeit das ihr wieder einen Krieg im eigenen Land habt. Dann lasst ihr endlich mal den Rest in Ruhe.

Herr Hans- Joachim Krahe

02.07.2015, 10:46 Uhr

..was soll's - wenn der größere Teil der Welt sich von den USA bedroht fühlt. Die Friedensstrategien der Großmächte gehören auf den Prüfstand. Die Geschichte der letzten Jahrzehnte lässt die USA als Friedensbringer nicht gut aussehen.

Herr Peter Noack

02.07.2015, 10:56 Uhr

Das US Militär will tatsächlich einen Krieg mit einer feindlichen Großmacht des UNO Sicherheitsrates führen oder wenigstens sich darauf vorbereiten? Ist das nur Waffenklirren?
Wann wird Indien als feindliche Militärmacht gesehen?
Handelt es sich dabei nur um Großmachtwahnsinn?
sind die Amerikaner schon eine Gefahr für die gesamte Menschheit oder wollen die das erst noch werden? Ein fallendes Imperium ist immer sehr gefährlich und unberechenbar.

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