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16.05.2011

14:42 Uhr

Strauss-Kahn-Affäre

Merkel eröffnet Kampf um IWF-Chefposten

Obwohl die Ermittlungen gegen den IWF-Chef noch nicht abgeschlossen sind, wird schon über Konsequenzen seines Abgangs spekuliert. An vorderster Front der Diskutanten: Angela Merkel.

Angela Merkel. Quelle: Reuters

Angela Merkel.

BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich bei einem möglichen Wechsel an der IWF-Spitze für einen europäischen Kandidaten ausgesprochen. Zwar dürften aufstrebende Volkswirtschaften mittelfristig Anspruch auf den Chefposten erheben, sagte Merkel am Montag in Berlin. Angesichts der aktuellen Euro-Debatte spreche aber einiges dafür, dass es gute europäische Kandidaten gebe. Der mögliche Nachfolger des in New York angeklagten IWF-Chefs Dominique Strauss-Kahn muss dagegen nach Ansicht des SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel nicht unbedingt wieder aus Europa kommen. Ein Vertreter der Europäischen Zentralbank (EZB) warnte vor einem Machtvakuum beim IWF, der Griechenland, Irland und Portugal im Kampf gegen die Schuldenkrise mit Milliardenbeträgen stützt.

Die Kanzlerin warnte vor Vorverurteilungen von Strauss-Kahn und betonte mit Blick auf Nachfolgedebatten: "Die Frage stellt sich am heutigen Tag nicht." Zunächst würden die Entwicklungen und die entsprechenden Ermittlungen abgewartet. Strauss-Kahn war am Samstag in New York festgenommen worden. Ihm wird versuchte Vergewaltigung vorgeworfen. Die Bundesregierung wartet nach Aussage ihres Sprechers Steffen Seibert nun auf eine Klärung durch die New Yorker Justiz.

Bisher besetzen die Europäer den Chefposten beim Internationalen Währungsfonds (IWF) mit Sitz in Washington; im Gegenzug steht bislang stets ein Amerikaner an der Spitze der Weltbank, seit 2007 ist es Robert Zoellick. Als mögliche Kandidatin für die Strauss-Kahn-Nachfolge gilt die französische Finanzministerin Christine Lagarde.

EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny verlangte eine baldige Entscheidung in der Führungsfrage. „Es ist im Interesse aller zu hoffen, dass es rasch eine klare Lösung gibt“, sagte Nowotny in Wien. Der IWF müsse handlungsfähig bleiben. Der Eurokurs war zu Wochenbeginn auf den tiefsten Stand seit sieben Wochen gefallen, weil Investoren durch die Festnahme des IWF-Chefs Verzögerungen bei den dringen benötigten Hilfen für Griechenland und andere hoch verschuldete Euro-Staaten befürchten. Auch Kurse von Banken gaben an den internationalen Börsen nach, was Analysten unter anderem mit der Festnahme Strauss-Kahns begründeten.

Kommentare (2)

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Rabauke

16.05.2011, 15:38 Uhr

Ideales Anforderungsprofil : 1.Nationalität : griechisch , 2.Berufsausbildung : Hütchenspieler mit Bankpraktikum sowie Lehrjahre bei GS oder JPM , 3. Religion : Angehöriger einer bekannten sehr kleinen Religionsgruppe die das ius sanguinis hochhält.

Rainer_J

16.05.2011, 20:49 Uhr

Zitat:"Angesichts der aktuellen Euro-Debatte spreche aber einiges dafür, dass es gute europäische Kandidaten gebe."

Das Gegenteil davon ist doch richtig. Hätten wir geeignete Kandidaten, dann hätten wir diese Fehlkonstruktion "Euro" garnicht eingeführt und hätte auch die jetzige Euro-Debatte nicht!

Ggf. ist ein nichteuropäischer Kandidat wirklich besser, weil er objektiver und unbefangen ist. So einer Person ist sicher besser geeignet als ein EUdSSR-Europäer mit Visionen!

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