Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.05.2016

23:04 Uhr

Streiks in Raffinerien

Frankreich importiert verstärkt Benzin

Kurz vor der EM in Frankreich blockieren Gewerkschaften unter anderem Treibstofflager und Raffinerien. Doch Insidern zufolge gibt es gute Gründe dafür, warum der Benzinpreis im Land dennoch nicht deutlich steigt.

"Kein Benzin mehr" stand am 30. Mai an dieser Tankstelle in Nizza. Insidern zufolge wappnet sich Frankreich bereits gegen Benzinknappheit. Reuters

Tankstelle in Nizza

"Kein Benzin mehr" stand am 30. Mai an dieser Tankstelle in Nizza. Insidern zufolge wappnet sich Frankreich bereits gegen Benzinknappheit.

ParisWegen anhaltender Streiks in Raffinerien fährt Frankreich Insidern zufolge seine Benzin-Importe hoch. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag von mehreren Industrievertretern erfuhr, werden die Engpässe durch eine verstärkte Sprit-Zufuhr aus dem Ausland via Pipelines, Tankschiffe und Tanklastzüge überbrückt.

Da es in Europa ein Benzin-Überangebot gebe, mache sich die streikbedingte Schließung von vier der insgesamt acht Raffinerien in Frankreich auch nicht in wesentlich höheren Preisen bemerkbar. "Selbst wenn alle Raffinerien lahmgelegt würden, müsste man über die bestehenden Lieferketten nur die Importe hochfahren", sagte einer der Insider, der nicht namentlich genannt werden wollte.

Ringen um Reformen: Französische Demonstranten blockieren Treibstoffdepots

Ringen um Reformen

Französische Demonstranten blockieren Treibstoffdepots

Die Proteste gegen die Arbeitsmarktreformen der französischen Regierung spitzen sich zu. Dabei blockieren Demonstranten auch Treibstoffdepots. In einigen Regionen werden Benzin und Diesel knapp.

Als Teil der Proteste haben die Gewerkschaften Treibstofflager und Raffinerien blockiert. Ihr Zorn richtet sich gegen die geplante Arbeitsmarktreform der Regierung. Sie will unter anderem mit leichteren Möglichkeiten für betriebsbedingte Kündigungen die Hürde für Neueinstellungen senken und so die hohe Arbeitslosigkeit in den Griff bekommen.

Während die moderatere Gewerkschaft CFDT die Pläne für eine Lockerung des Kündigungsschutzes unter Verweis auf Vorteile auch für Arbeitnehmer unterstützt, geht die radikalere CGT mit Massenprotesten, Bahnstreiks sowie Hafen- und Raffinerie-Blockaden dagegen auf die Barrikaden. Wie auch die kleinere Gewerkschaft FO drohte sie, die Streiks auf die in knapp zwei Wochen beginnende Europameisterschaft auszudehnen.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×