Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.09.2014

06:41 Uhr

Streit mit Hedgefonds

Argentinien fühlt sich von Schäuble diffamiert

Die argentinische Regierung ist sauer: Präsidentin Fernández de Kirchner macht ihrem Frust über die „Geier-Fonds“ vor der Uno Luft – und Kabinettschef Capitanich empört sich über Zeitungsanzeigen mit Schäuble-Aussagen.

Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner ruft die Vereinten Nationen auf, die Attacken von Finanzspekulanten zu stoppen. dpa

Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner ruft die Vereinten Nationen auf, die Attacken von Finanzspekulanten zu stoppen.

Buonos Aires/New YorkArgentinien sieht sich in der Schuldenkrise von der Bundesregierung unter Druck gesetzt. Berlin habe eine „feindselige Haltung“ gegenüber Argentiniens Restrukturierungsbemühungen, sagte Kabinettschef Jorge Capitanich am Mittwoch.

Auslöser der Verärgerung sind ganzseitige Anzeigen in lokalen Zeitungen, die von der Lobby-Gruppe American Task Force Argentina geschaltet worden waren. Darin wurde Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) mit den Worten zitiert, dass die argentinische Politik ein „Musterbeispiel an Unsolidität“ sei. Die Lobby-Gruppe setzt sich für die Hedgefonds NML Capital und Aurelius Capital Management ein, die Milliarden von Argentinien fordern. Von der deutschen Botschaft in Buenos Aires war zunächst kein Kommentar zu erhalten.

Indes ruft Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner die Vereinten Nationen auf, die Attacken von Finanzspekulanten zu stoppen. Kirchner fährt im Konflikt mit US-Hedgefonds immer heftigere verbale Geschütze auf.

Bei einer Rede vor der Uno-Generalversammlung in New York beschimpfte sie die Investoren am ebenfalls am Mittwoch (Ortszeit) als „wirtschaftliche Terroristen, die Armut, Elend und Hunger bringen“. Die „Geier-Fonds“ seien nicht nur eine Bedrohung für ihr Land, sondern für die ganze Welt.

Argentinien kann seine Gläubiger derzeit nicht bedienen, weil es nach einem Gerichtsurteil zuerst Schulden bei Hedgefonds bezahlen muss. Der Schuldenstreit geht auf die Staatspleite Argentiniens im Jahr 2002 zurück. Während sich die Regierung in den Folgejahren mit den meisten Gläubigern auf einen Schuldenerlass und einen Umtausch von Anleihen einigte, kauften einige Hedgefonds Schuldtitel mit einen hohen Abschlag und verlangen nun eine volle Auszahlung. Das lehnt Argentinien ab.

Ein US-Gericht wies aber an, dass die Inhaber der neuen Anleihen nur dann ausgezahlt werden dürfen, wenn die Regierung auch die Hedgefonds bedient, die sich nicht der Umschuldungsvereinbarung angeschlossen hatten. Deshalb trat ein Zahlungsausfall ein, der den Zugriff der Regierung auf den Anleihe-Markt blockiert und der argentinischen Wirtschaft zunehmend Probleme bereitet.

Von

rtr

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr D. Dino54

25.09.2014, 10:32 Uhr

Zitat:
"„wirtschaftliche Terroristen, die Armut, Elend und Hunger bringen“. "

Ja, bald ergeht uns das auch, mit dem "Freiwildabkommen" !

Deregulierung der Finanzen durch ROT/GRÜN verursacht in D !!!

Abstoßend diese Machenschaften !

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×