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16.10.2011

13:19 Uhr

Streit mit Iran

Saudi-Arabien will UN einschalten

Das Verhältnis von Saudi-Arabien zum Iran ist zerrüttet. Die jüngsten Spekulationen um einen möglichen Mordanschlag auf den saudi-arabischen Botschafter in Washington verschärfen die Situation.

Der Außenminister von Saudi-Arabien, Prinz Saud al-Faisal, will die Vereinten Nationen einschalten, um über die Konsequenzen des mutmaßlichen iranischen Mordkomplotts zu beraten. dpa

Der Außenminister von Saudi-Arabien, Prinz Saud al-Faisal, will die Vereinten Nationen einschalten, um über die Konsequenzen des mutmaßlichen iranischen Mordkomplotts zu beraten.

TeheranSaudi-Arabien will laut Medienberichten wegen eines mutmaßlichen iranischen Komplotts zur Ermordung des saudi-arabischen Botschafters in den USA die Vereinten Nationen einschalten. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sei gebeten worden, den UN-Sicherheitsrat zu informieren, berichtete die Zeitung „Aschark Al-Awsat“.

Dies könnte zu weiteren Sanktionen gegen den Golfstaat führen. Die US-Regierung hatte am Dienstag zwei Männer mit Verbindungen zu iranischen Sicherheitskräften bezichtigt, einen Bombenanschlag gegen den saudi-arabischen Botschafter in Washington zu planen.

Vertreter der saudi-arabischen Regierung hatten nach bekanntwerden der Pläne erklärt, der Iran werde für jede feindliche Handlung zur Rechenschaft gezogen. Saudi-Arabiens Außenminister Prinz Saud al-Faisal sagte in Wien, der Iran versuche seinen Einfluss im Ausland durch Mord und Aufruhr auszuweiten. Man werde sich „solchem Druck nicht beugen“ und auf jede Aktion gegen das Königreich mit passenden Gegenmaßnahmen antworten, sagte der Prinz. Iran und Saudi-Arabien konkurrieren verstärkt um die Führungsrolle in der Region.

Irans geistlicher Führer Ajatollah Ali Chamenei wies die Komplottvorwürfe aus den USA als bedeutungslos zurück. Die Anschuldigungen seien Unsinn und dienten lediglich als Vorwand, um die Islamische Republik als Unterstützerin des Terrorismus zu brandmarken, sagte Chamenei bei einer Kundgebung in der westiranischen Provinz Kermanschah.

Das habe aber nicht funktioniert, fügte der Geistliche laut einem Bericht des staatlichen Fernsehens hinzu. Chamenei warf dem Westen vor, den Iran regelmäßig mit haltlosen Anschuldigungen zu konfrontieren.

US-Präsident Barack Obama drohte dem Land mit weiteren scharfen Sanktionen.

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums nannte die Vorwürfe eine von den USA inszenierte Komödie. Die Beziehungen zwischen dem Iran und Saudi-Arabien seien von gegenseitigem Respekt geprägt und von solch ungerechtfertigten Unterstellungen nicht zu erschüttern. Der Vorfall droht die Spannungen im Nahen Osten zu verschärfen. Die Weltgemeinschaft verdächtigt die Islamische Republik, an Atomwaffen zu arbeiten und hat deshalb Sanktionen verhängt.

Von

rtr

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