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10.07.2014

15:35 Uhr

Streit mit Kurden

Der Irak fällt weiter auseinander

Der Streit zwischen Kurden und Schiiten im Irak droht zu eskalieren. Die kurdischen Minister wehren sich gegen Äußerungen der Regierung über kurdische Isis-Unterstützer. Abspaltungstendenzen gibt es längst.

Der Irak zeigt weiter Auflösungserscheinungen: Die kurdischen Minister wehren sich gegen Aussagen aus der Regierung, kurdische Milizen unterstützten die Isis-Rebellen, die ein Kalifat ausgerufen haben. Dabei zeigen auch die kurdisch dominierten Teile des Landes Interesse an einer Unabhängigkeit. dpa

Der Irak zeigt weiter Auflösungserscheinungen: Die kurdischen Minister wehren sich gegen Aussagen aus der Regierung, kurdische Milizen unterstützten die Isis-Rebellen, die ein Kalifat ausgerufen haben. Dabei zeigen auch die kurdisch dominierten Teile des Landes Interesse an einer Unabhängigkeit.

BagdadDie Gräben zwischen den irakischen Kurden und der von Schiiten dominierten Regierung in Bagdad haben sich am Donnerstag weiter vertieft. Die kurdischen Minister in der Übergangsregierung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki kündigten an, den wöchentlichen Kabinettstreffen fernzubleiben. Dies sei eine Reaktion auf die Behauptung des Regierungschefs vom Vortag, die kurdische Stadt Ebril sei zu einer Hochburg der radikalen Sunniten-Gruppe Isis geworden. Ein kurdischer Vertreter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, man sei jedoch ausdrücklich nicht aus der Regierung ausgetreten.

Wenige Stunden später erfuhr Reuters vom Chef der irakischen Flugaufsichtsbehörde, Nasser Bander, bis auf weiteres seien alle Frachtflüge nach Erbil und der zweitgrößten kurdischen Stadt Sulaimanija gestrichen. Der Passagierverkehr sei nicht betroffen.

Die Isis hat in den vergangenen Wochen weite Landstriche unter seine Kontrolle gebracht. Der Irak droht inzwischen in drei Gebiete zu zerfallen: Der autonomen Kurdenregion im Norden, einem schiitischen Teil im Süden, der noch unter der Kontrolle der Zentralregierung ist, und dem Gebiet des radikal-sunnitischen Islamischen Staates, der ein länderübergreifendes Kalifat im Irak und im benachbarten Syrien ausgerufen hat.

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Auch die Kurden zeigen Abspaltungstendenzen. Der Chef der Autonomie-Regierung, Massud Barsani, rief das Parlament in der vergangenen Woche auf, eine Volksbefragung zur Unabhängigkeit vorzubereiten. Die gut organisierte Miliz der Volksgruppe hat die Kontrolle in Orten im Nordirak übernommen, die von den Sicherheitskräften der Zentralregierung während der Kämpfe gegen die Islamisten verlassen wurden. Dazu gehört insbesondere die Öl-Stadt Kirkuk.

Von

rtr

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