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25.02.2014

07:27 Uhr

Streit mit Südkorea

Nordkoreanische Patrouille verletzt Seegrenze

Versehen oder bewusste Provokation? Ein nordkoreanisches Patrouillenboot soll mehrfach die Grenzlinie nach Südkorea im Gelben Meer überfahren haben. Womöglich reagiert Kim Jong Un so auf Militär-Manöver seiner Feinde.

Versöhnung oder Eskalation? Nordkoreas Machthaber gibt den Nachbarländern Rätsel auf. dpa

Versöhnung oder Eskalation? Nordkoreas Machthaber gibt den Nachbarländern Rätsel auf.

SeoulNach dem Beginn von Manövern der Streitkräfte Südkoreas und der USA hat ein nordkoreanisches Patrouillenboot die umstrittene Seegrenze zwischen beiden koreanischen Staaten verletzt. Das Boot sei Montagnacht mehrmals über die Grenzlinie im Gelben Meer in das von Südkorea beanspruchte Gebiet eingedrungen, teilte das Verteidigungsministerium in Seoul am Dienstag mit. Es sei nach mehreren Warnungen des südkoreanischen Militärs über Lautsprecher wieder auf die eigene Seite zurückgekehrt.

Südkorea wolle erkunden, ob das Boot mit Absicht die Grenzlinie überquert habe, wurde ein Ministeriumssprecher von der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap zitiert. Es werde nicht ausgeschlossen, dass das Boot die Grenze bei eigenen Übungen der nordkoreanischen Volksarmee verletzt habe. In der Vergangenheit war es an der Seegrenze vor der Westküste wiederholt zu Gefechten zwischen Marineschiffen beider Länder gekommen.

Ungeachtet der Proteste aus Nordkorea hatten Südkorea und die USA am Montag ihre jährlichen Frühjahrsmanöver begonnen. Dabei handelt es um eine elftägige Kommandoschulung sowie mehrwöchige Feldübungen. Nordkorea beschuldigt beide Länder regelmäßig, mit ihren Manövern einen Angriff vorzubereiten, was diese bestreiten.

Von

dpa

Kommentare (1)

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hanji

25.02.2014, 18:38 Uhr

"Nordkorea verletzt Seegrenze" - So mögen es die USA sehen. Man könnte die Sache auch objektiver berichten: Das jährliche US-Frühjahrsmanöver findet mit Vorliebe genau auf der erkennbar falsch gezogenen Seegrenze im Westmeer Koreas statt. Die ist zu Recht umstritten, weil sie gegen alle internationalen Gepflogenheiten von einem US-Unteroffizier nach dem Krieg mit dem Lineal entlang der nordkoreanischen Strände (!!) gezogen wurde, statt lotrecht zum Küstenverlauf. Schon Henri Kissinger hat diesen provokanten Unsinn selbstkritisch als Fehler benannt. Die Frage ist, wer hier wirklich wen provoziert.

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