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23.05.2017

13:14 Uhr

Streit über Raketentests

Südkorea feuert auf unbekanntes Flugobjekt aus Nordkorea

Südkorea hat an der Grenze zu Nordkorea Warnschüsse abgefeuert. Zuvor sei aus Nordkorea ein unbekanntes Objekt Richtung Süden geflogen, erklärte das Militär. Bei dem Objekt handelt es sich wohl um eine Drohne.

Nach dem jüngsten Raketentest hat Nordkorea die USA vor der Reichweite seiner Waffen gewarnt. dpa

Raketentest in Nordkorea

Nach dem jüngsten Raketentest hat Nordkorea die USA vor der Reichweite seiner Waffen gewarnt.

SeoulSüdkorea hat an der Grenze zu Nordkorea nach eigenen Angaben Warnschüsse abgefeuert. Zuvor sei ein nicht identifiziertes Objekt aus Nordkorea in Richtung Süden geflogen, erklärte das Militär am Dienstag. Anschließend sei die Luftraumüberwachung verstärkt worden. Außerdem habe man eine Warnung nach Nordkorea gefunkt.

Die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, bei dem Objekt handle es sich um eine Drohne. Die Armee habe etwa 90 Maschinengewehrkugeln in die Luft und in Richtung Nordkorea geschossen. Jetzt werde geprüft, ob die Drohne die Grenze überquert habe.

Der Generalstab ordnete eine Verstärkung der Luftraumüberwachung an. Der Flugkörper und seine genaue Flugrichtung würden noch analysiert. Das Objekt sei am Nachmittag (Ortszeit) südlich der militärischen Demarkationslinie bei Chorwon in der östlichen Provinz Gangwon entdeckt worden.

Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm (2016)

6. Januar 2016

Nordkorea führt seinen vierten Nukleartest aus. Nach eigenen Angaben wurde eine „miniaturisierte“ Wasserstoffbombe getestet. Experten ziehen die Angaben in Zweifel. (Quelle: AP)

7. Februar 2016

Nordkorea schießt nach eigenen Angaben eine Langstreckenrakete ins All.

9. März 2016

Machthaber Kim Jong Un erklärt, sein Land habe verkleinerte Atombomben entwickelt, die auf Raketen platziert werden können.

18. März 2016

Zum ersten Mal seit 2014 feuert Nordkorea eine Mittelstreckenrakete vom Typ Rodong ab. Das Geschoss fliegt rund 800 Kilometer weit, ehe es östlich des Landes ins Wasser fällt.

23. April 2016

Nordkorea schießt eine Rakete von einem U-Boot ab. Aus dem südkoreanischen Verteidigungsministerium heißt es daraufhin, das Geschoss habe eine Strecke von knapp 30 Kilometern zurückgelegt. Pjöngjang erklärt, der Start ziele darauf ab, die Atomsprengkopftechnologien voranzubringen.

22. Juni 2016

Washington und Seoul melden, dass Nordkorea zwei mutmaßliche Mittelstreckenraketen vom Typ Musudan abgefeuert hat. Diese Raketen könnten eines Tages in der Lage sein, weit entfernte Militärbasen der USA in Asien zu treffen. Pjöngjang gibt später bekannt, erfolgreich eine Mittelstreckenrakete getestet zu haben. Diese habe eine Höhe von 1400 Kilometern erreicht, bevor sie wie geplant in 400 Kilometer entfernten Gewässern gelandet sei.

19. Juli 2016

Nordkorea schießt drei Raketengeschossen ab. Zwei davon fliegen 500 bis 600 Kilometer weit. Die Tests sind nach Angaben der Führung in Pjöngjang Teil eines simulierten Präventivschlags auf südkoreanische Häfen und Flugplätze.

3. August 2016

Regierungsbeamten aus Südkorea und Japan zufolge legt eine nordkoreanische Mittelstreckenrakete einen Weg von rund 1000 Kilometern zurück und landet in der Nähe von japanischen Hoheitsgewässern. Es handelt sich vermutlich um eine Rodong-Rakete.

24. August 2016

Eine erneut von einem U-Boot abgefeuerte Rakete ist 500 Kilometer unterwegs, ehe sie nahe Japan ins Wasser stürzt. Kim erklärt, sein Land habe die Fähigkeit erlangt, einen vollausgerüsteten Atomangriff auszuführen. Auch das US-Festland befinde sich in Schlagdistanz.

5. September 2016

Wieder fliegen drei mutmaßliche Mittelstreckenraketen Nordkoreas fast 1000 Kilometer weit, ehe sie in Gewässern nahe Japan landen.

9. September 2016

Nordkorea hat nach eigenen Angaben einen nuklearen Sprengkopf erfolgreich zur Explosion gebracht.

An der See- und Landesgrenze zwischen beiden Ländern kommt es immer wieder zu leichteren oder auch ernsteren militärischen Zwischenfällen. Im Januar des vergangenen Jahren hatten südkoreanische Soldaten ebenfalls mehrere Warnschüsse auf eine mutmaßlich aus Nordkorea stammende Drohne abgegeben. Die geteilte koreanische Halbinsel befindet sich völkerrechtlich noch im Kriegszustand, da seit dem Korea-Krieg (1950-53) noch immer kein Friedensvertrag geschlossen wurde.

Die Spannungen in der Region haben nach zwei neuen Atomversuchen und zahlreichen Raketentests durch Nordkorea seit dem vergangenen Jahr deutlich zugenommen. Am Sonntag hatte Nordkorea trotz internationaler Sanktionen erneut eine Mittelstreckenrakete getestet, die nach eigenen Angaben einen atomaren Sprengkopf tragen kann. Es war der zweite Test einer Mittelstreckenrakete des Landes in einer Woche.

Südkorea

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Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den Test scharf. Das höchste UN-Gremium wollte in dem Konflikt auf Antrag der USA, Japans und Südkoreas am Dienstag zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen.

Die UN-Botschafterin der USA, Nikki Haley, hatte sich nach dem Test vergangene Woche dafür ausgesprochen, im Atomstreit mit Nordkorea die „Schrauben enger zu ziehen“. Mehrere UN-Resolutionen verbieten der kommunistischen Führung in Pjöngjang den Test von ballistischen Raketen. Nordkorea wirft den USA vor, durch ihre gemeinsamen Militärmanöver mit Südkorea einen Angriff vorzubereiten, was beide Länder aber bestreiten.

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