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29.10.2013

20:15 Uhr

Streit um Abgasnormen

Litauen schlägt längere Übergangsphase vor

Gute Nachricht für alle Hersteller von spritschluckenden Autos: Im EU-Streit über strengere Abgasnormen für Fahrzeuge deutet sich ein Kompromiss an. Litauen schlägt eine zwei Jahre spätere Einführung der Abgasziele vor.

Ein Auto fährt an einem Schild mit Aufschrift „CO2“ (Kohlendioxid) vorbei. Europa will die Autobauer zu mehr Anstrengungen beim Klimaschutz zwingen. dpa

Ein Auto fährt an einem Schild mit Aufschrift „CO2“ (Kohlendioxid) vorbei. Europa will die Autobauer zu mehr Anstrengungen beim Klimaschutz zwingen.

BrüsselIm Streit zwischen Deutschland und seinen EU-Partnern über strengere Abgasnormen für Autos sollen Kreisen zufolge längere Übergangsfristen die Lösung bringen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag von mit der Sache vertrauten Personen erfuhr, schlägt Litauen, das die Präsidentschaft im EU-Rat innehat und die Verhandlungen mit dem Europäischen Parlament führt, eine zwei Jahre spätere Einführung der Abgasziele für die gesamte Fahrzeugflotte der Hersteller vor. Statt 2020 sollen die neuen Autos erst 2022 maximal 95 Gramm Kohlendioxid (CO2) je Kilometer ausstoßen dürfen. In den beiden Jahren zuvor soll ein noch zu bestimmender Anteil der Pkw diesen Wert erfüllen.

Vor allem BMW und Daimler dürften als Hersteller von spritschluckenden Oberklassewagen von einer längeren Übergangsphase profitieren. Einem EU-Diplomaten zufolge könnte der Kompromiss deshalb dazu dienen, den Streit beizulegen und alle Autobauer in Europa zufriedenzustellen.

Mehr Autos aus der Steckdose

Ziel

Eine Million Elektroautos sollen bis 2020 auf Deutschlands Straßen rollen. Dieses Ziel hatte die Bundesregierung 2009 ausgegeben. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekräftigt es seitdem immer wieder. Experten und Manager der Autobranche halten dies jedoch für kaum erreichbar. Mit bestehenden finanziellen Anreizen sei bis 2020 maximal eine Zahl von 600.000 Elektrofahrzeugen denkbar, sagte Henning Kagermann, Chef der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE). Auch Daimler-Chef Dieter Zetsche teilt diese Einschätzung.

NPE

Zur NPE gehören unter anderem Vertreter von Industrie, Wissenschaft und Politik. Momentan sind in Deutschland über 43 Millionen Pkw zugelassen, 2012 wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) rund 3000 E-Autos neu zugelassen. Momentan fahren 7100 reine Elektroautos auf Deutschlands Straßen und 65.000 Hybrid-Fahrzeuge mit Elektro- und Kraftstoffmotor.

Bisherige Förderung

In Deutschland sind Elektroautos von der Kraftfahrzeugsteuer befreit. Der Zeitraum für diese Steuerbefreiung wurde im Herbst von fünf auf zehn Jahre ausgedehnt. Danach gilt eine Steuerermäßigung von 50 Prozent. Die Forschung im Bereich Elektromobilität wird vom Staat mit 1,5 Milliarden Euro gefördert. Daneben bezuschusst der Bund auch Wasserstoff als Antriebsform.

Künftige Anreize

In Zukunft sollen Elektro-Dienstwagen steuerlich bevorteilt werden. Daneben will Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) für Elektroautofahrer neben finanziellen auch andere Anreize schaffen wie beispielsweise Sonderparkplätze oder die Möglichkeit der Benutzung von Busspuren durch Elektroautos. Denkbar sind demnach auch freie Zufahrtsmöglichkeiten für E-Lieferwagen in Innenstädte.

Kaufprämie

Eine direkte Förderung für den Kauf von Elektroautos lehnt die Bundesregierung weiter ab. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) fordert solche Prämien seit langem. Und auch die Grünen haben einen entsprechenden Zuschuss angemahnt.

Daneben soll die Anrechnung von Elektroautos großzügiger und länger ausfallen, hieß es von den Insidern weiter. Auch dieser Aspekt käme Herstellern zugute, die zwar einerseits immer mehr Elektrofahrzeuge produzieren, zugleich aber noch zahlreiche schwere Luxusautos im Angebot haben.

Von der litauischen Delegation hieß es lediglich, man arbeite an einem Kompromiss, der mehr Flexibilität erlaube. Einem anderen EU-Diplomaten zufolge wird das Thema am Mittwoch zwischen Vertretern der EU-Staaten in Brüssel besprochen, weil Italien um Informationen über den Stand der Vorgespräche mit dem EU-Parlament gebeten habe. Parlament, Mitgliedsstaaten und EU-Kommission wollen dann kommende Woche über das umstrittene Thema verhandeln.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich im Sommer gegen einen Kompromiss gesperrt, der zwischen den drei EU-Institutionen ausgehandelt worden war und strengere Abgasnormen für Pkw ab 2020 vorsah. Die Bundesregierung sprach sich zuletzt dafür aus, das Limit erst über einen größeren Zeitraum einzuführen. Laut einem Reuters vorliegenden Papier war von einem Übergang von vier Jahren die Rede, also zwei Jahre mehr, als nun im litauischen Entwurf vorgeschlagen wird.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

30.10.2013, 11:11 Uhr

Die Norm ist Unfug. Freuen dürfen sich die Franzosen, deren kleine Modelle zwar weniger CO2, dafür aber mehr NOx ausstoßen.

Dabei sind die Stickoxide viel gefährlicher als CO2.

Die EU kann nur noch eins: Reglementieren, verbieten und überwachen. Deshalb raus aus der EUdssr!

sepp_m

31.10.2013, 13:51 Uhr

ja raus aus der EU.
die Hirmwäsche fängt ja schon auf dem Nummernschild an. Zwangstragen von Sternen, war früher auch schon mal.

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