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22.08.2012

14:48 Uhr

Streit um Assange

Ecuador zeigt sich verhandlungsbereit

Im Streit um die Auslieferung von Julian Assange zeigt sich Ecuador verhandlungsbereit. Das Land will jedoch verhindern, dass der Wikileaks-Gründer an die USA ausgeliefert wird. Dort könnte ihm die Todesstrafe drohen.

Julian Assange steht auf dem Balkon der Botschaft Ecuadors in London. AFP

Julian Assange steht auf dem Balkon der Botschaft Ecuadors in London.

QuitoEcuador zeigt sich im Streit mit Großbritannien um die Auslieferung des Wikileaks-Gründers Julian Assange verhandlungsbereit. Allerdings müsse die Regierung in London ihre Drohung zurücknehmen, in die Botschaft des lateinamerikanischen Landes in Großbritannien einzudringen, um Assange festzunehmen, sagte Präsident Rafael Correa am Dienstag in der Küstenstadt Guayaquil.

Nach den Worten des linksgerichteten Politikers ist Ecuador grundsätzlich nicht gegen eine Strafverfolgung in Schweden, wo dem Computerhacker sexuelle Belästigung und Vergewaltigung vorgeworfen werden. „Aber wir verlangen Garantien, dass er nicht in ein Drittland ausgeliefert wird“, sagte Correa.

Assange hat sich in die Botschaft Ecuadors in London geflüchtet und um politisches Asyl gebeten, um einer Auslieferung nach Schweden zu entgehen. Correa sagte, er teile die Befürchtung des Australiers, über das skandinavische Land in die USA überstellt zu werden. Dort könnte ihm wegen der Veröffentlichung geheimer Regierungsdokumente durch Wikileaks die Todesstrafe drohen.

Allerdings betont die Regierung in Stockholm, sie wolle Assange den Amerikanern nur gegen eine Garantie übergeben, ihn nicht hinzurichten. Großbritannien will Assange nicht unbehelligt nach Lateinamerika ausreisen lassen und drängt auf eine Auslieferung nach Schweden. Dies hat eine schwere diplomatische Krise zwischen Großbritannien und Ecuador ausgelöst. Correa hat Assange Asyl gewährt und sichert ihm einen „unbegrenzten“ Aufenthalt zu.

Wikileaks sorgte 2010 weltweit für Furore, als es Tausende geheime US-Dokumente unter anderem über die Kriege im Irak und Afghanistan veröffentlichte. Die US-Regierung sieht in Assange seitdem einen Landesverräter. Assange wirft den USA eine „Hexenjagd“ vor.

Von

rtr

Kommentare (3)

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peer

22.08.2012, 15:00 Uhr

Nimm ja einen Briten ernst, die kennen sich aus mit Piraterie und Völkermord.

Right or not right, my country

Gesetze sind nur für andere da. Und da ist es schon legitim, das Völkerrecht zu brechen, um einen Mann zu entführen, dessen Gummi (made in GB) geplatzt ist.

Numismatiker

22.08.2012, 15:16 Uhr

"nur gegen eine Garantie übergeben, ihn nicht hinzurichten":

LOOOOOOOOOOOOOL! Als ob die Amis sich jemals an ihre eigenen Garantien gehalten haben. Wenn sie Assange erst einmal haben, machen sie mit ihm, was sie wollen.

Account gelöscht!

22.08.2012, 15:40 Uhr

die schweden habn auch "angebliche terroristen" dem CIA übergeben die dann in Mubaraks Knästen "behandelt" wurden...

ich kann Assange verstehn einige REPS würden den am liebsten aufhängen

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