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22.05.2013

15:40 Uhr

Streit um Atomprogramm

Nordkorea streckt Fühler nach China aus

Der isolierte Kleinstaat sucht offenbar wieder Kontakt zur Außenwelt: Nordkorea entsendet erstmals seit 2011 einen hochrangigen Staatsvertreter nach China. Ernennt aber einen Hardliner zum Generalstabschef der Armee.

Da bricht er auf und verabschiedet sich ausführlich: Als erster Sondergesandter unter dem jungen Machthaber Kim Jong Un wird Choe Ryong Hae auch bald den chinesischen Staatsspitzen im Umfeld des Staatschefs Xi Ping die Hand reichen. ap

Da bricht er auf und verabschiedet sich ausführlich: Als erster Sondergesandter unter dem jungen Machthaber Kim Jong Un wird Choe Ryong Hae auch bald den chinesischen Staatsspitzen im Umfeld des Staatschefs Xi Ping die Hand reichen.

SeoulNordkorea hat einen Hardliner zum neuen Generalstabschef der Armee gemacht. Der erst in diesem Monat als Verteidigungsminister abgelöste Kim Kyok Sik sei künftig Generalstabschef der koreanischen Volksarmee, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Mittwoch. Ein nordkoreanischer Spitzengeneral führte unterdessen Gespräche in Peking.

Der neue nordkoreanische Generalstabschef, der 75 Jahre alte Kim Kyok Sik, soll im November 2010 den Angriff auf eine südkoreanische Insel befehligt haben, bei dem vier Südkoreaner getötet wurden. Kim amtierte bereits von 2007 bis 2009 als Generalstabschef.

In den vergangenen Monaten hatten sich die Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea drastisch verschlechtert. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hat die Militärführung des Landes seit seinem Amtsantritt im Dezember 2011 umgebaut.

Kim entsandte unterdessen seinen Sondergesandten, den Leiter des Politbüros der Streitkräfte, Choe Ryong Hae, nach Peking. Dieser traf mit Wang Jiarui zusammen, dem Vorsitzenden der Internationalen Abteilung der regierenden Kommunistischen Partei. Nach Angaben des chinesischen Außenministeriums drehte sich das Gespräch um die "Lage auf der koreanischen Halbinsel und andere Themen von gemeinsamen Interesse".

Choe soll Nordkoreas höchster diplomatischer Vertreter in China sein, seit im August 2011 der verstorbene Ex-Machthabers Kim Jong Il die verbündete Volksrepublik besuchte. Dessen Sohn und Amtsnachfolger Kim Jong Un reiste bislang noch nicht nach China. Das Verhältnis zwischen Pjöngjang und Peking ist derzeit belastet.

Politische Beobachter wiesen darauf hin, dass der Besuch möglicherweise einer Normalisierung der Beziehungen dienen solle. Am 7. und 8. Juni findet in Kalifornien ein Gipfeltreffen zwischen den Präsidenten der USA und Chinas, Barack Obama und Xi Jinping, statt. Für Ende Juni ist ein Gipfeltreffen zwischen der südkoreanischen Präsidentin Park Geun Hye und Xi in Peking vorgesehen.

Die japanische Regierung erwägt derweil direkte Gespräche mit Nordkorea. Der japanische Regierungssprecher Yoshihide Suga sagte auf eine entsprechende Journalistenfrage, dies sei "natürlich eine Option".

Der Berater des japanischen Regierungschefs Shinzo Abe, Isao Iijima, hatte erst vor wenigen Tagen Nordkorea besucht. Nordkoreanischen Staatsmedien zufolge traf Iijima mit dem protokollarischen Staatschef Nordkoreas, Kim Yong Nam, zusammen. Der viertägige Besuch galt vor dem Hintergrund der angespannten Lage auf der koreanischen Halbinsel als umstritten.

Pjöngjang hatte Südkorea und den USA unlängst unter anderem mit Atomangriffen gedroht. Japan erhöhte angesichts der Drohgebärden aus Pjöngjang seine Sicherheitsvorkehrungen. Zuletzt schien sich die Lage auf der koreanischen Halbinsel jedoch wieder leicht zu entspannen.

Von

afp

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