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26.05.2017

10:39 Uhr

Streit um deutsche Autoindustrie

Trump poltert – doch in den USA gibt es Lob

VonDana Heide

Auf internationaler Bühne schimpft US-Präsident Trump auf die deutsche Autoindustrie. Ein Besuch von Wirtschaftsministerin Zypries in South Carolina zeigt: In den Bundesstaaten sieht man die Deutschen ganz anders.

Wirtschaftsministerin im Silicon Valley

Zypries: „Wir müssen hier noch sehr viel lernen“

Wirtschaftsministerin im Silicon Valley : Zypries: „Wir müssen hier noch sehr viel lernen“

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GreenvilleBrigitte Zypries' Plan geht auf. „Wir werden sicherstellen, dass die Gesetze die großartigen Beziehungen unserer Länder widerspiegeln“, verspricht Henry McMaster, republikanischer Gouverneur des US-Bundesstaats South Carolina, am Donnerstag nach einem Treffen mit der Bundeswirtschaftsministerin. Der Satz ist ein Versprechen, sich gegen Handelsbarrieren, die deutschen Unternehmen schaden könnten, in Washington einzusetzen. Wegen Hoffnungszeichen wie diesem ist Zypries am vorletzten Tag ihrer USA-Reise am Donnerstag in den Süden der USA gereist.

Zypries setzt im Kampf gegen Handelsbeschränkungen durch die Regierung unter US-Präsident Donald Trump auch auf neue Verbündete auf bundesstaatlicher Ebene. Ihr Argument: Deutsche Firmen schaffen Arbeitsplätze – aber nur dann, wenn sie nicht mit neuen Strafsteuern belegt werden. Und die Gouverneure können kein Interesse haben, Arbeitsplätze in ihren Ländern zu verlieren.

In South Carolina hat die Ministerin das perfekte Beispiel gefunden. In Spartanburg betreibt BMW seine weltgrößte Autofabrik. 1500 Autos werden hier täglich aus 3500 verschiedenen Teilen pro Auto zusammengesetzt. Werksleiter Knudt Flor rechnet vor, dass von der Fabrik direkt und indirekt 70.000 Arbeitsplätze abhängen.

Deutschland ist damit in South Carolina der größte ausländische Arbeitgeber. Die Arbeitslosigkeit ist verschwindend gering, die Stadt sehr gepflegt, vieles wurde erst vor wenigen Jahren gebaut. „South Carolina ist das beste Beispiel dafür, dass es eine gut entwickelte prosperierende Industrie gibt ohne diese ganzen Steuern über die wir jetzt auf bundesstaatlicher Ebene reden“, sagt Zypries.

Sie sucht Verbündete, die sich auf Bundesebene gegen Handelsschranken einsetzen, denn im Verhältnis zu Trump knirscht es mal wieder gewaltig. Wie „Spiegel Online“ berichtete, hatte sich der US-Präsident bei seinem Treffen mit der EU-Spitze in Brüssel mal wieder über den deutschen Handelsbilanzüberschuss beklagt. „Die Deutschen sind böse, sehr böse“, sollen seine Worte gewesen sein. „Schauen Sie sich die Millionen von Autos an, die sie in den USA verkaufen. Fürchterlich. Wir werden das stoppen.“

Ganz anders in South Carolina. Hier wird die deutsche Autoindustrie gelobt. „Wir ziehen an einem Strang“, versichert Zypries sichtlich zufrieden nach ihrem Gespräch mit Gouverneur McMaster in Spartanburg. „Die Gouverneure setzen sich für ihre Bundesstaaten ein“.

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In South Carolina haben die deutschen Unternehmen andere Sorgen als Trumps Pläne, etwa die fehlenden Fachkräfte. Peter Federolf, Chef des deutschen Schraubenherstellers Baier und Michels, sieht den Wandel der Autobranche hin zu mehr Elektroautos als größere Bedrohung für Zulieferer wie sein Unternehmen, als die protektionistischen Drohgebärden der Regierung Trump. „Ich bin da relativ entspannt“, sagt er. Es werde eine Delle geben, aber Politiker kämen und gingen.

Wie zuversichtlich das Unternehmen ist, zeigt ein Blick in die Logistikniederlassung in Greenville, die Baier und Michels erst im September bezogen hat und die Zypries am Donnerstag besuchte. Viele der metallenen Hochregale warten darauf, mit neuen Produkten gefüllt zu werden, sehr viel Platz in der Halle ist noch überhaupt nicht genutzt. In dem kleinen Ort in Greenville scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Die Firma erwartet, in den USA noch sehr viel weiter zu wachsen – trotz Trump.

Kommentare (8)

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26.05.2017, 11:14 Uhr

In dem ganzen Rauschen der Medien und der Marionetten (Politiker) vergisst man offensichtlich das Offensichtliche...Deutsche Arbeitnehmer erhalten durch ihr Gehalt immer weniger Kaufkraft, wenn man inflationsbereinigt die Gehaltserhöhungen der letzten 2-3 Jahrzente betrachtet. Deutschland ist Exportweltmeister und die USA zahlen mit Monopolygeld. Anders als Monopolygeld kann man das nicht sehen, wenn man sich bewusst ist, dass die USA diese Schulden niemals zurückzahlen werden. Für die heutigen deutschen Arbeitnehmer heißt das sich versklaven und für leere Versprechen arbeiten. Das weiß auch Trump und wenn er angeblich sagt, dass die Amerikaner weniger auf Pump leben, dann heißt es sich selber versklaven und die Revolution kommt eher früher als später. Deswegen ist das ein Rauschen. Er versucht den starken Mann zu spielen, hat aber überhaupt keine Substanz. Gegenüber anderer Marionetten ist er Milliardär und ein noch besserer Schauspieler...weil eben mehr auf dem Spiel steht.

Herr Toni Ebert

26.05.2017, 11:15 Uhr

Wie naiv muss man eigentlich sein, wenn man denkt, dass Mr. Trump sich die frechen Beleidigungen von Steinmaier gefallen lässt. Steinmayer hatte derzeit den Ehremann Trump als Hassprediger bezeichnet. Und auch die Worte der etwas naiven Erika waren nicht gerade durch Respekt und Wertschätzung gekennzeichnet.

Spätestens, als man bein Staatsbesuch von Merkel gesehen hat, dass Trump nur ehrhaften Personen die Hand schüttelt, sollte es doch wohl klar gewesen sein, dass Trump bald ausholen wird, um Frechheit und Unverschämtheiten zu stoppen.

Die Deutsche wirtschaft wird nun die Suppe auslöffeln müssen, die Merkel und Steinmayer ihnen eingebrockt hat. Und das ist auch gut so. Es wäre Aufgabe der dt. Wirtschaftsbosse gewesen, dass sie das verderbliche Treiben der Polit-Entertainer zu stoppen.

Aber wer Unrecht duldet, muss sich nicht wundern.

Herr N Rügge

26.05.2017, 11:38 Uhr

"Ehremann Trump"

LOL seit wann brechen "Ehrenmänner" permanent Ihr Wort
und seit wann behandelt ein "Ehrenmann" Gespächspartner herablassend
und und und...ließe sich noch länger fortsetzen

aber jeder interpretiert Ehre eben anders . . .
und mache verwechseln sie mit Ego

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