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03.01.2012

13:17 Uhr

Streit um Flugzeugträger

Irans Armee-Chef droht den USA

Wegen eines Seemanövers des Irans hatten die USA ihren Flugzeugträger aus dem Golf nahe der Straße von Hormus abgezogen. Nun droht der Iran den USA mit Konsequenzen, falls sie den Flugzeugträger wieder zurückschicken.

Der amerikanische Flugzeugträger USS John C. Stennis. Reuters

Der amerikanische Flugzeugträger USS John C. Stennis.

TeheranDer Iran hat den USA mit Konsequenzen gedroht, falls sie einen jüngst abgezogenen Flugzeugträger in den Golf zurückschicken. „Der Iran wird diese Warnung nicht wiederholen“, sagte der iranische Armee-Chef Ataollah Salehi am Dienstag der amtlichen Nachrichtenagentur Irna. Die USA hatten den Träger wegen eines Seemanövers der iranischen Streitkräfte unweit der Straße von Hormus abgezogen. Auf mögliche Konsequenzen ging er nicht ein. Unklar war auch, auf welchen Flugzeugträger er sich bezog.

Die iranischen Streitkräfte beendeten am Montag in Manöver in der Region, bei dem sie auch Raketen testeten. Die Spannungen zwischen dem Iran und den westlichen Staaten hatten sich wegen des 10-tägigen Seemanövers, in dem auch mehrere Raketen getestet wurden, verschärft. Der Iran drohte für den Fall von weiteren Sanktionen mit einer Blockade der Straße von Hormus, eine der weltweit wichtigsten Ölhandelsrouten, durch die etwa 20 Prozent des weltweit Öltransporte verschifft werden.

Die USA hatten erklärt, dass sie eine Unterbrechung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus nicht hinnehmen würden. Ihre 5. Flotte ist in Bahrain stationiert. Auch die französische Regierung hat den Druck auf den Iran erhöht. Der Iran arbeitet nach Ansicht der französischen Regierung weiter an der Entwicklung von Atomwaffen. „Ich glaube, darüber gibt es keinen Zweifel“, sagte Außenminister Alain Juppé am Dienstag im Sender i-Télé.

Deshalb sei Frankreich dafür, die Sanktionen zu verschärfen, ohne den Weg zu Verhandlungen zu versperren. Präsident Nicolas Sarkozy habe bereits zwei Maßnahmen vorgeschlagen: das Einfrieren der Guthaben der iranischen Zentralbank und ein Erdölembargo. Bis zum EU-Außenministertreffen am 30. Januar solle es darüber eine Einigung geben, sagte Juppe in einem Fernsehinterview.

Aus Angst vor einer Verschärfung des Konfliktes stieg der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent am Dienstag um mehr als zwei Prozent. Der Wert der iranischen Landeswährung Rial fiel auf ein Rekordtief im Vergleich zum Dollar. Der wichtigste Käufer iranischen Öls ist China. Die Volksrepublik dürfte bei Preisverhandlungen in einer besseren Lage sein, wenn Exporte in den
Westen nicht mehr möglich sind.

Kommentare (23)

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Pro-D

03.01.2012, 13:02 Uhr

komisch, die Amis schaffen es immer wieder einen Krieg vom Zaun zu brechen.

ekelhaft

Torsten_Steinberg

03.01.2012, 13:12 Uhr

Der Bundespräsident muss sich um Glaubwürdigkeit bemühen. Wie er das jetzt noch zufriedenstellend bewerkstelligen will ist fraglich. Für das Handelsblatt dagegen ist es noch nicht zu spät, die Berichterstattung über den amerikanischen Flugzeugträger zu verifizieren, die so wie hier präsentiert, ebenso wenig überzeugt wie leider unser Präsident.
Also: Die Amerikaner haben doch trotz aller Aufregung der Iraner vor wenigen Tagen erst einen Flugzeugträger in das Manövergebiet geschickt, als die Iraner mit der Sperrung der Straße von Hormuz drohten. Wer glaubt dann, dass sie einen anderen Flugzeugträger zuvor abgezogen haben, um die Manöver nicht zu stören? Und wenn doch: Warum haben sie dann nicht genau diesen abgezogenen Flugzeugträger, der sich doch noch ganz in der Nähe befunden haben muss, wieder in das Manövergebiet zurückgeschickt, sondern einen anderen? Der Verdacht liegt doch auf der Hand, dass die Amerikaner jetzt tatsächlich einen zusätzlichen Flugzeugträger in Stellung bringen wollen, der sich vorher ganz woanders befunden haben kann.
Es wäre hilfreich, wenn Sie die 2 Flugzeugträger, um die es hier geht, benennen würden, anstatt mit nichtssagenden Archivfotos zu agieren, und die Schiffsbewegungen der, sagen wir, vergangenen 3 Wochen recherchieren würden, anstatt kritiklos amerikanische Propaganda nachzuplappern. Vielleicht liefern die Amerikaner in diesem Fall ja tatsächlich wahrheitsgetreue Information. Mir sieht es aber, bedaure sehr, mehr nach Desinformation aus; und auch eine kritische Zeitung wie die Ihre täte gut daran, nicht nur die Rechtschaffenheit des Bundespräsidenten zu hinterfragen.

Gung Bong

03.01.2012, 13:19 Uhr

Jetzt wird es ernst! Bei dem islamistischen Mordregime scheint der Realitätsverlust zu beginnen, das hat bei unseren Nazis auch irgendwann eingesetzt. Dann ist ein Ausgleich auf rationaler Ebene nicht mehr möglich.

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