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27.01.2017

15:23 Uhr

Streit um geflohene Soldaten

Türkei droht mit Ende des EU-Flüchtlingsabkommens

Das Oberste Gericht in Athen hat eine Auslieferung von acht während des Putsches aus der Türkei geflohenen Soldaten abgelehnt. Ankara startet einen neuen Anlauf – und droht mit der Aufkündigung des EU-Flüchtlingsdeals.

Türkische Soldaten (in Anzügen) werden von griechischen Polizisten in den höchsten griechischen Gerichtshof geleitet. Die acht türkischen Soldaten, die in Griechenland Asyl beantragt haben, dürfen nach einem Urteil des höchsten griechischen Gerichtshofes nicht an ihr Heimatland ausgeliefert werden. dpa

Türkische Militärs in Griechenland

Türkische Soldaten (in Anzügen) werden von griechischen Polizisten in den höchsten griechischen Gerichtshof geleitet. Die acht türkischen Soldaten, die in Griechenland Asyl beantragt haben, dürfen nach einem Urteil des höchsten griechischen Gerichtshofes nicht an ihr Heimatland ausgeliefert werden.

AnkaraDie Türkei verlangt weiter die Auslieferung von acht während des Putsches geflohenen Soldaten aus Griechenland. Das Justizministerium in Ankara habe einen neuen Antrag eingereicht, berichtete der Sender CNN Türk am Freitag. Das Oberste Gericht in Athen hatte am Vortag eine Auslieferung abgelehnt. Die Türkei reagierte empört und sprach von einem politisch motivierten Urteil.

Im Streit mit Griechenland hat die Türkei mit einem Ende des EU-Flüchtlingsabkommens gedroht. Es würden mehrere Schritte erwogen, sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Freitag dem amtlichen Sender TRT Haber. Dazu gehöre „die Kündigung des Rückführungsabkommens mit Griechenland“. Cavusoglu forderte ein neues Verfahren gegen die Männer, nachdem das Oberste Gericht in Athen eine Auslieferung am Donnerstag abgelehnt hatte. Eine EU-Sprecherin erklärte, man sei zuversichtlich, dass das Abkommen bestehen bleibe.

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Die Männer waren Mitte Juli mit ihrem Hubschrauber in Nordgriechenland gelandet und hatten um Asyl gebeten. Die Soldaten haben jede Beteiligung am gescheiterten Putsch gegen Präsident Recep Tayyip Erdogan zurückgewiesen. Sie hätten sich zur Flucht entschlossen, als die Polizei ihren Hubschrauber beschossen habe. Die Regierung in Ankara wirft ihnen Verrat vor. Das Abkommen der EU mit der Regierung in Ankara spielt eine wichtige Rolle bei der Begrenzung des Flüchtlingszustroms aus Nahost und Afrika.

Das Tauziehen um eine Auslieferung hat die Beziehungen der beiden Nachbarländer und Nato-Staaten zusätzlich belastet. Zwischen Ankara und Athen gibt es bereits Streit um die geteilte Mittelmeerinsel Zypern und über Grenzen in der Ägäis.

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

27.01.2017, 16:05 Uhr

Deutschlande liebt die Türken, besonders die männlichen bildungsfernen testosterongesteuerten, die täglich die Polizei und Justiz beschäftigen.

Account gelöscht!

27.01.2017, 16:21 Uhr

Wenn ein demokratischer Staat mit einer mafiösen Veranstaltung wie der EU Verträge schließt, kommt es immer zu Reibereien. Die Türken sollten die gebildeten Leute behalten und den Rest zur Weiterbildung in die EU schicken.

Herr Helmut Metz

27.01.2017, 16:26 Uhr

Weitgehend unbemerkt von den deutschen Medien zeigt sich für Egowahn bereits die Diktatorendämmerung am Horizont. Sie wird bewirkt durch die "stärkste Kraft auf der Welt" - wie es mal ein US-Finanzjournalist formulierte: den BOND-MARKT.
https://www.investing.com/rates-bonds/turkey-2-year-bond-yield
Gleichzeitig kollabiert die türkische Lira, was Importe noch mehr verteuert.
Ticktack, ticktack, die Zeit läuft ab, Diktator.
Du kannst bald den Staatsbankrott anmelden, und dann bist Du abgemeldet.
Leider wird dann wie immer das reGIERte Volk darunter leiden müssen - das Volk, das Dich jetzt noch mehrheitlich anhimmelt und sich dafür die Freiheit nehmen lässt.

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