Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.12.2016

15:55 Uhr

Streit um Hackerangriffe

Putin unterbindet die Liebesgrüße aus Moskau

VonAndré Ballin

Wie du mir, so ich dir: Russlands Außenminister Lawrow wollte die US-Sanktionen wegen der Hackerangriffe mit den gleichen Maßnahmen vergelten. Doch sofort rief ihn sein Chef zurück. Putin setzt auf die Zukunft mit Trump.

Russland Präsident pfeift seinen Außenminister Lawrow (hinten) zurück. AP

Putin will seinen Partner in spe nicht in die Enge treiben

Russland Präsident pfeift seinen Außenminister Lawrow (hinten) zurück.

MoskauDas „Abschiedsgeschenk“ von Barack Obama – neue Sanktionen wegen „Russlands Cyberoperation gegen die US-Wahlen“ – hat in Moskau niemanden überrascht. Seit Tagen wurde bereits über mögliche Maßnahmen gemunkelt. Präsident Wladimir Putin hatte deshalb schon vor der Veröffentlichung des Strafenkatalogs erklärt, niemand könne „Russland Probleme bereiten, die das Land nicht lösen kann“.

Tatsächlich sind die neuen Sanktionen zwar scharf, ihre Wirkung aber allenfalls symbolisch: 35 russische Diplomaten, stationiert in Washington und San Francisco, werden als Spione des Landes verwiesen. Die russischen Geheimdienste GRU (Militärgeheimdienst) und FSB (Inlandsgeheimdienst) sowie drei in ihrem Auftrag tätige russische Internetfirmen werden sanktioniert. Vier Geheimdienstoffiziere und zwei russische Staatsbürger stehen künftig als Hacker auf der schwarzen Liste und zwei russische Immobilien in den USA werden dichtgemacht.

Sanktionen nach Hackerangriffen: Obamas Ohrfeige für Putin

Sanktionen nach Hackerangriffen

Obamas Ohrfeige für Putin

US-Präsident Obama verhängt Sanktionen gegen russische Spione, ihre Organisationen und weist 35 Diplomaten aus – als Vergeltung für die mutmaßliche Einmischung in den Wahlkampf und die Belästigung von US-Personal.

Unangenehm ist dies in erster Linie für die betroffenen Diplomaten. Laut Weisung müssen sie innerhalb von 72 Stunden die USA verlassen – doch kurz vor Neujahr sind in Washington alle Flugtickets nach Russland schon vergriffen. Sie müssen wohl zunächst nach New York, denn dort seien die Chancen deutlich besser, einen Flieger nach Moskau zu bekommen, sagte ein Botschaftsangehöriger. Silvester müssen die Diplomaten dann aber wohl im Flugzeug feiern.

Während die russische Botschaft in London auf die Sanktionen mit Spott reagierte, sich an den Kalten Krieg erinnert fühlte und den aus dem Amt scheidenden US-Präsidenten Barack Obama mit dem schmeichelhaften Begriff „lahme Ente“ belegte, fiel die Reaktion aus Moskau deutlich schärfer aus. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, nannte die US-Administration eine „Gruppe von verbitterten und kurzsichtigen Losern“ und kündigte „eine offizielle Reaktion, Gegenmaßnahmen und vieles mehr“ an.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

30.12.2016, 17:23 Uhr

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×