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04.12.2014

18:57 Uhr

Streit um Reformen

Troika droht Athen Geldhahn abzudrehen

ExklusivDas Rettungsprogramm für Griechenland läuft Ende des Jahres aus. Um weitere Gelder zu erhalten, muss sich Athen mit der Troika bei der Umsetzung von Reformen einigen. Doch es gibt Streit – und ein Ultimatum.

Die EU und Griechenland, eine schwierige Geschichte. dpa

Die EU und Griechenland, eine schwierige Geschichte.

BerlinDer Druck auf die Athener Regierung steigt, sich schnell mit der Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) über die Umsetzung von Reformen zu einigen. Das gilt als Voraussetzung für weitere Hilfen, wenn das bisherige Rettungsprogramm Ende des Jahres ausläuft. Die Troika drohe den Griechen den Geldhahn zuzudrehen, wenn es in diesem Jahr keine Einigung mehr gebe, erfuhr das Handelsblatt aus Regierungskreisen. Die griechischen Banken würden dann kaum mehr Liquidität von der EZB erhalten.

Hintergrund der Drohung: Die Bonität der griechischen Staatsanleihen ist eigentlich zu schlecht, um von Banken bei der EZB als Sicherheit hinterlegt zu werden. Allerdings macht die Zentralbank seit Jahren eine Ausnahme, da Griechenland unter dem Euro-Rettungsschirm ist. Sollte das jetzige Programm wegen des Streits zwischen Troika und Athen auslaufen, ohne dass eine Anschlusshilfe vereinbart wird, wäre die Grundlage für die EZB-Sonderbehandlung entzogen. Für die griechischen Banken soll es um Liquidität in Höhe von rund 40 Milliarden Euro gehen.

Griechenland soll nach dem Auslaufen des bisherigen Hilfsprogramms eine vorsorgliche Kreditlinie vom Rettungsfonds ESM über circa zehn Milliarden Euro erhalten. Ob die Einigung bis zur Sitzung der Euro-Finanzminister am Montag gelinge, werde allerdings immer fraglicher, sagten EU-Diplomaten in Brüssel. Aufgrund der festgefahrenen Gespräche zwischen Troika und Athen könnte nun zunächst das laufende Hilfsprogramm verlängert werden. Diese Lösung werde immer wahrscheinlicher, hieß es. Auch bei einer Verlängerung des laufenden Rettungsprogramms könnte die EZB den griechischen Banken weiter Liquidität im bisherigen Umfang zur Verfügung stellen.

Von

jhi

Kommentare (13)

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Herr Andreas Maier

04.12.2014, 19:15 Uhr

--- schallendesGelächtervondenRängen :-)))

Die Troika droht ? ich meine, ihr Drohpotential hat sie spätestens mit der merkelschen Garantie, dass Griechenland im Euro bleibt, verloren.

Die Bürger Griechenlands sollte diese Karte voll spielen, der ESM muss liefern.

Herr Egon Olsen

04.12.2014, 19:27 Uhr

Der Schmierenkomödie nächster Akt. Man jammert wieder ein wenig, zerzaust sich die Haare, bevor man nach nächtelangen, zähen Verhandlungen vor die Kameras tritt, um dann der Öffentlichkeit mit einem tiefen Seufzer mitzuteilen: "Wir haben es gerade mal wieder so geschafft."
Und im Anschluss daran sinkt man in sich selbst verliebt als Retter der Welt in seinen Bequemsessel zurück.

Frau Ute Umlauf

04.12.2014, 19:31 Uhr

Greece wird wirtschaftöich nicht mehr auf die Beine kommen.
Nur die Drachme kann das Siechtum beenden.

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