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30.08.2011

18:35 Uhr

Streit um Rettungspaket

Griechenland soll Banken an EU verpfänden

VonRuth Berschens

ExklusivFinnland will weiter ein Pfand für seine Hilfsgelder an Griechenland, doch Deutschland meutert. Ein Kompromiss deutet sich an: Die Griechen sollen ihre Banken verstaatlichen - und dann an die EU durchreichen.

Laut EU-Diplomaten erwägt die Eurozone, dass Griechenland als Pfand für neue Kredite Bankaktien hinterlegen soll. dpa

Laut EU-Diplomaten erwägt die Eurozone, dass Griechenland als Pfand für neue Kredite Bankaktien hinterlegen soll.

BrüsselDie Euro-Zone hält an dem Vorhaben fest, die neuen Hilfskredite für Griechenland mit einem Pfand zu sichern. Nach Informationen des Handelsblatts wird nun daran gedacht, dass Finnland und andere Geber-Ländern griechische Bank-Aktien als Sicherheitspfand bekommen. Das habe Klaus Regling, Chef des Euro-Rettungsschirms EFSF, der Gruppe der Euro-Finanzminister vorgeschlagen, sagten EU-Diplomaten. Hohe Beamte der Euro-Finanzministerien würden darüber Anfang kommender Woche sprechen.

Das zweite Hilfspaket der Euro-Zone für Griechenland umfasst insgesamt 109 Milliarden Euro. Davon sind mindestens 20 Milliarden Euro für die griechischen Banken bestimmt. Im Gegenzug für die Hilfen würden die griechischen Banken teilweise verstaatlicht, hieß es in Brüssel. Die staatlichen Aktienpakete solle die Regierung in Athen den Euro-Geber-Ländern als Sicherheitspfand überlassen, so der Plan.

Die Regierungschefs der Euro-Zone hatten auf Drängen Finnlands bei ihren Sondergipfel am 21. Juli das Sicherheitspfand beschlossen. Griechenland vereinbarte daraufhin Finnland, 925 Millionen Euro in Wertpapieren mit hoher Bonität auf einem finnischen Konto als Sicherheit anzulegen. Die Euro-Zone wollte diese Vereinbarung dann allerdings nicht genehmigen. Damit sei das Sicherheitspfand aber nicht vom Tisch, hieß es in Brüssel.

Finnland bestehe weiterhin darauf, weshalb nun eine andere Lösung gefunden werden müsse. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass Finnland sich am neuen Kreditpaket für Griechenland überhaupt nicht mehr beteilige. Die Regierung in Helsinki steht unter erheblichem Druck der Oppositionspartei "Die wahren Finnen", die jegliche Hilfen für Griechenland ablehnt.

Kommentare (50)

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Knut34

30.08.2011, 18:42 Uhr

Pfand??? Das sind keine Assets! Dass sind liabilities!

Account gelöscht!

30.08.2011, 18:50 Uhr

Griechische Banken sind komplett pleite. Sie halten große Mengen an einheimischen Schrottanleihen, leiden unter der Wirtschaftskrise und unter dem Geldabzug der Bevölkerung. Sie sind kein Pfand, sie sind Sondermüll mit milliardeschwerem Risiko. Hier soll schon wieder der Bürger in Deutschland hinters Licht geführt werden. Er bekommt am Ende keinen Pfand, sondern eine gigantische Zusatzbelastung. Ein Pfand wäre ein Zugriff auf eine Insel, Goldreserven, Staatsländereien oder Fischfangrechte, nicht jedoch die finanzielle Müllhalde eines abgewirtschafteten Staates. Das ist alles nur noch Wahnsinn, zum Schreien und ein ganz unredliches Spiel!

Account gelöscht!

30.08.2011, 18:51 Uhr

Wenn die Banken pleite sind, können die Gläubiger mit den Aktien heizen...

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