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27.06.2011

20:26 Uhr

Streit um Sparpaket

Erhitzte Gemüter im griechischen Parlament

Die bevorstehende Abstimmung über das neue Sparpaket lässt im griechischen Parlament die Nerven blank liegen. Und lässt selbst gestandene Politiker ihre Beherrschung verlieren.

Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos. Mit ihm möchte dieser Tage wohl niemand tauschen. Quelle: dapd

Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos. Mit ihm möchte dieser Tage wohl niemand tauschen.

Athen Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos hat am Montagabend in ungewöhnlich scharfer Form die Parlamentarier aufgerufen, das harte Sparprogramm zu billigen. Vor allem der griechischen Linken warf er vor, das Verfahren verlangsamen oder gar blockieren zu wollen. „Was wollen Sie, dass wir ohne die gebilligten Gesetze (des Sparprogramms) am 3. Juli zur Eurogruppe gehen?“, fragte Venizelos. Zuvor hatte die kleine linke griechische Partei Bündnis der Radikalen Linken (SYRIZA) bekräftigt, das Gesetz des Sparprogramms sei verfassungswidrig. Dies wurde von der Mehrheit des Parlament abgelehnt.

Venizelos warnte, es werde dann nicht nur das Land mit leeren Kassen dastehen: „Die Abwesenheit von Vernunft wird bedeuten, weniger Geld für den Bürger, weniger Wachstum, keine Aussicht. Wir müssen zu uns kommen und seriös werden,“ appellierte der sichtlich verärgert Venizelos. Die Rede wurde vom Fernsehen übertragen.

Das Parlament in Athen begann am Montag seine Beratungen über das umstrittene Sparprogramm der Regierung von Ministerpräsident Giorgos Papandreou. Von der Annahme des Pakets, mit dem bis 2015 rund 78 Milliarden Euro eingespart werden sollen, hängt die Auszahlung einer weiteren Kredittranche von EU und IWF in Höhe von zwölf Milliarden Euro ab. Fließt das Geld nicht, ist Griechenland pleite. Am Mittwoch gegen Mittag sollen die Abgeordneten entscheiden. Die regierenden Sozialisten haben 155 Sitze im 300-köpfigen Parlament.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Rainer_J

27.06.2011, 23:51 Uhr

Das ist das Ende der EUdSSR, mit ihrer jahrzehntelangen absolut falschen Subventionspolitik. Die Krönung ist nun der illegale Rettungsschirm!

Account gelöscht!

28.06.2011, 01:23 Uhr

Ich bin mir absolut sicher,
die werden sich einig, echte aufrichtige Linke gibt es in Europa schon lange nicht mehr.


Es ist sogar teilweise nachvollziehbar.
Denn nur der Kreditgläubiger glaubt an angebliche Kredite.
Der Schuldner spricht nur von Solchen. Wir werden demnächst sehen, ab wann auch hiesige Politiker merken, daß die kredite verloren sind, da die Zinsen im Verlauf der vergangenen Kreditlaufzeiten den Ausfall noch nicht mal zu Bruchteilen kompensieren werden. Von Schuldentilgung kann nur in Ländern die an einer Hand abgezählt werden können, gesprochen werden.
Zum Bsp. China oder die Türkei. Der Rest muß schön weiter drauf satteln.



Was sich nahtlos in das Beschriebene wieder einfügt ist der jüngste Sarkozy Vorschlag über die Streckung der Laufzeit der Kredite (30 Jahre) und das parallel dazu gesenkte Zinsniveau auf 5 %.

Denn die Laufzeit von 30 Jahren wird garantiert für die nächsten 30 Jahre reichen, da bin auch ich mir sicher. Aber was garantiert nicht passen wird, die 5% Zinsen sind 4 zu viel für die Griechen. Was das für die Gläubiger bedeutet braucht nicht noch einmal bschreibenb werden.



Tja, Sarko,
ob dir deine jetzigen Verwandten diese Begünstigungen der Nachkommen deiner ehemals griechischen Verwandten verzeihen werden ?
Aber dafür braucht man erst mal einen Horizont, da kommst du ungeschoren davon. Passt gut zu deinen Verwandten, sowohl von früher als auch von heute !
.

Ockhams_Rasiermesser

28.06.2011, 22:08 Uhr

Dummschule, Ihr Name ist Programm. Die Vorfahren des französischen Präsidenten waren Ungarn. Keine Griechen.

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