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23.11.2011

06:40 Uhr

Stresstest der Fed

Europaschock für US-Großbanken

Es ist ein Szenario wie nach der Lehman-Pleite: Mit Blick auf die europäische Schuldenkrise will die US-Notenbank Federal Reserve die amerikanischen Großbanken einem harten Stresstest unterziehen.

Morgan Stanley ist eine der US-Banken, die sich auf einen Stresstest der Fed einstellen muss. Reuters

Morgan Stanley ist eine der US-Banken, die sich auf einen Stresstest der Fed einstellen muss.

Washington Bald wird sich zeigen, ob die US-Großbanken einer neuerlichen Finanzkrise standhalten könnten: Die US-Notenbank Fed prüft bei ihrem jährlichen Stresstest, wie die wichtigsten Institute des Landes bei einem dramatischen Wertverlust europäischer Staatsanleihen oder Finanztitel dastehen würden. Angesichts der derzeitigen Sorge um die Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise auf die USA müssen die 31 größten Banken des Landes beweisen, dass sie in der Lage wären, eine mit Ende des Jahres beginnende Rezession mit stark steigender Arbeitslosigkeit zu überstehen, teilte die Fed mit. Die im vergangenen Jahr abgesegnete Finanzaufsichtsreform verlangt eine Teilnahme an den Stresstests für alle Banken mit mindestens 50 Milliarden Dollar Kapital.

Die Fed geht bei ihrem vorgestellten Szenario von ähnlichen Verwerfungen aus wie im zweiten Halbjahr 2008, als die Investmentbank Lehman Brothers wegen Fehlspekulationen auf dem US-Immobilienmarkt zusammengebrochen war und andere Großbanken nur dank Staatshilfen weiterexistieren konnten.

An dem Stresstest sollen die Bank of America, die Citigroup, Goldman Sachs, JPMorgan Chase, Morgan Stanley und Wells Fargo teilnehmen, teilte die Fed am Dienstag mit. Die Geldhäuser müssten ihre Kapitalpläne bis zum 9. Januar einreichen, die Ergebnisse würden am 15. März mitgeteilt. Laut „Wall Street Journal“ kehrt die Fed jetzt zu den strengeren Prüfungsabläufen aus dem Jahre 2009 zurück. Dies sei auch ein Hinweis für die Investoren, man werde härtere Stresstests durchziehen als die kürzlich in Europa abgehaltene Testreihe.

Der verschärfte Test ist Teil einer umfassenden Überprüfung der Kapitalausstattung des amerikanischen Finanzsektors. Die sechs Banken müssen wegen ihrer Investmentbanking-Tätigkeit einen besonders umfassenden Test bestehen. Weitere zwölf Banken, deren Struktur als weniger komplex angesehen wird, müssen sich einer weniger tiefgreifenden Überprüfung unterziehen.

Die Prüfung soll die Schwächen der Bankenwelt aufdecken, um einem Kollaps entgegenwirken zu können. Die Fed spielt dabei durch, was passieren würde, wenn etwa die Arbeitslosigkeit steigt oder die Wirtschaftsleistung der USA sinkt. Die Frage ist, ob eine Bank auch in diesem Extremfall noch genügend Kapital zur Verfügung hat, um zu überleben.

Kommentare (12)

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Dominic

23.11.2011, 02:23 Uhr

Am Donnerstag dem 10. November, fand ein Treffen mit Diskussion zwischen einem Vertreter der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) und der Occupy-Bewegung, Aktivisten von WeAreChange und anderen Interessierten statt. Dem Generalsekretär der BIZ, Peter Dittus sassen ungefähr 50 Personen gegenüber, die ihm Fragen stellten und Antworten verlangten.

Gleich zu Beginn weg wurde gefragt, wieso die Zentralbanken in privatem Eigentum Geld schöpfen können (z.B. die FED) und darauf Schulden mit Zins verlangen.

Hier geht's zum Videobericht:
http://wearechange.ch/berichte/2581-im-gespräch-mit-dem-biz-generalsekretär-peter-dittus-videobericht

Account gelöscht!

23.11.2011, 05:19 Uhr

Diese ganze FED-Politik wird leider heftig von Obama unterstuetzt. Unter Greenspan mit seiner 1 Prozent-Zinspolitik (der war ja noch gemaessigt im Vergleich zu Bernanke), kann ich mich noch an den Satz erinnern, dass die ganzen Haeuselbauer den Wohlstandseffekt ausdruecken. Zur gleichen Zeit war ich in den USA an der Ostkueste. Da wurde in jedem Schrebergarten eine Luxusvilla hingestellt. Man konnte es wirklich nicht uebersehen. Auch das Fernsehen war voll mit Sendungen, wie man ein Haus kauft, renoviert und noch teurer verkauft. Greenspan und die Regierung hat dies aber nicht bemerkt.

USA ist keine Demokratie sondern eine Lobby-Wirtschaft.

Account gelöscht!

23.11.2011, 07:20 Uhr

Man darf gespannt sein, wann Bernanke endlich kapiert, daß man Konjunkturpolitik nicht bloß mit Geldpolitik der FED betrieben kann - vermutlich werden wir auf diese Erkenntnis noch lange warten müssen.

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