Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.04.2014

12:32 Uhr

Stresstest für Banken

EZB fährt harte Linie

Beim Stresstest für europäische Banken wollen EZB und EBA diesmal strengere Maßstäbe anlegen. Die Banken sollen sich auch gegen eine schwere Rezession wappnen. Das könnte einige Institute in Bedrängnis bringen.

Dunkle Regenwolken über der Skyline von Frankfurt: Diesmal soll der Stresstest für die europäischen Banken härter ausfallen. dpa

Dunkle Regenwolken über der Skyline von Frankfurt: Diesmal soll der Stresstest für die europäischen Banken härter ausfallen.

Frankfurt/LondonEr soll das Vertrauen in die Banken nach der schwersten Krise seit Generationen wiederherstellen: Der anstehende Stresstest der europäischen Großbanken wird deshalb deutlich härter ausfallen als frühere Fitness-Checks der Branche. Wie die europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA am Dienstag in London mitteilte, müssen die 124 wichtigsten Institute aus den 28 EU-Ländern in den kommenden Monaten unter anderem nachweisen, dass sie nach einer drei Jahre andauernden Rezession noch genügend Eigenkapital haben und nicht wie viele Banken in der jüngsten Krise mit Steuergeld gerettet werden müssen. Aus Deutschland müssen sich, angeführt vom Branchenprimus Deutsche Bank, 23 Geldhäuser den strengen Augen der Aufseher stellen. Diese wollen mit dem Test einen Schlussstrich unter fast sieben Jahre Krise ziehen.

Simuliert wird ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von 2,1 Prozent in der EU bis Ende 2016. Beim Stresstest vor drei Jahren war ein BIP-Rückgang von nur 0,4 Prozent angenommen worden. Viele Experten hatten den Gesundheitscheck damals als zu lax kritisiert. Diesmal führen die in der Finanzbranche mit Spannung erwarteten Szenarien, die die EBA nun bekannt gab, unter anderem dazu, dass die Arbeitslosenquote im Schnitt auf 13 Prozent steigt und die Preise an den Immobilienmärkten um gut ein Fünftel einbrechen. Beides würde in der Realität zu massiven Kreditausfällen bei den Banken führen. Zusätzlich nehmen die Aufseher an, dass die Anleihen- und Aktienmärkte in aller Welt gleich sechsfach von Krisenerscheinungen getroffen werden und es zu Währungsturbulenzen in Mittel- und Osteuropa kommt. 2011 waren nur zwei solcher Schocks simuliert worden.

Größte Banken der Welt (nach Bilanzsumme)

Platz 11

Deutsche Bank
Deutschland
1955 Milliarden Euro

Stand: Ende Juni 2015. Quelle: Bloomberg.

Platz 10

Barclays
Großbritannien
1960 Milliarden Euro

Platz 9

Bank of America
USA
1998 Milliarden Euro

Platz 8

BNP Paribas
Frankreich
2078 Milliarden Euro

Platz 7

Mitsubishi UFJ
Japan
2224 Milliarden Euro

Platz 6

JP Morgan Chase
USA
2402 Milliarden Euro

Platz 5

Bank of China
China
2408 Milliarden Euro

Platz 4

HSBC
Großbritannien
2489 Milliarden Euro

Platz 3

Agricultural Bank of China
China
2531Milliarden Euro

Platz 2

China Construction Bank
China
2627 Milliarden Euro

Platz 1

Industrial and Commercial Bank of China (ICBC)
China
3216 Milliarden Euro

EBA-Chef Andrea Enria erklärte in London, größtmögliche Transparenz sei entscheidend: "Das wird zentral sein für die Glaubwürdigkeit." Der Stresstest werde zeigen, ob die Anstrengungen der Geldhäuser zur Stärkung ihrer Kapitalbasis schon Früchte getragen haben: 5,5 Prozent hartes Kernkapital selbst unter härtestem Stress sind Pflicht. Banken, die auch ohne eine Krise nicht genügend Kapital vorweisen können, werden nach Medienberichten sechs Monate Zeit bekommen, diese Löcher zu stopfen. Dies können sie etwa durch Einbehaltung von Gewinnen, die Kürzung von Dividenden oder indem sie sich von Werten trennen und ihre Bilanz dadurch aufpolieren. Die Ergebnisse des Tests sollen im Oktober veröffentlicht werden.

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

29.04.2014, 13:29 Uhr

EZB - und harte Linie?
Eine Lachnummer und eine Märchenstunde für die Wähler.

Account gelöscht!

29.04.2014, 13:48 Uhr

Es ist zu befürchten, daß sich die Bankenunion als Rohrkrepierer erweisen wird. Man kann gespannt sein, wie bei den Stresstests die Derivaterisiken behandelt werden,ob diese vollständig transparent gemacht werden oder unter den Teppich gekehrt werden.
Daß man eine Bankenunion benötigt, um den Euro stabil zu machen, ist m.E. verkehrte Welt. Die Aufsichtsfunktion, welche von der EZB über die Geschäftsbanken wahrgenommen werden soll, gehört zu den ureigensten Aufgaben,die von einem Bankvorstand bzw. -geschäftsführer wahrgenommen werden müssen. Versagen diese, müssen die betr. Banken liqidiert, die verantwortlichen Personen in Haftung genommen und ggf. auch in den Privatkonkurs geschickt werden. Dazu hat man von der EZB und den Aufsichtsbehörden im Zusammenhang mit der Bankenunion bisher nichts gehört. Was kostet die Realisierung und Durchführung der Bankenaufsicht durch die EZB? Milliarden, die besser investiert werden können. Was ist mit den Prüfungen der Bilanzen der Banken durch Wirtschaftsprüfer, die zu jedem Geschäftsjahresende schon bisher durchgeführt wurden bzw. werden. Warum müssen für die jetzt anstehenden Stresstests nochmals spezielle Prüfungen durchgeführt werden. Vermitteln die geprüften Jahresabschluß-Bilanzen keine zutreffenden Informationen zur Vermögens-und Ertragslage? Wenn die Bankenvorstände bzw. Banken-Geschäftsführer für die Art und Weise, wie sie Geschäfte der Banken führen, persönlich haften müssen, bis hin zum persönlichen Konkurs(evtl. in Verbindung mit einer Manager-Haftpflichtversicherung), könnte man sich aus meiner Sicht den Popanz der Bankenaufsicht sparen und auch die Einlagen der Sparer und Steuerzahler(too big to fail und too big to jail) müßten nicht in Haftung genommen werden.

Account gelöscht!

29.04.2014, 14:14 Uhr

@ hanspella

So ist es !!!
Der größte Schwachsinn, egal wer hier wem kontrolliert, es wird nur auf Zeit gespielt. Gelder durch Monsterverwaltungen zu Lasten der Steuerzahler verbrannt und durch südländische Mehrzeitbeschlüsse bei der EZB ohnehin nur zu Gunsten der Südstaaten, allen voran die Franzosen, manipuliert.
Es wird bald ein Generationenkonflikt von gewaltigem Ausmaß hier stattfinden, eine Vorahnung geben uns ja jetzt schon die "Jungen" um Merkel. Zusätzlich zu den Rentenlasten fallen dann auch noch die riesigen Schulden-Summen aus dem Euro-Desaster an, die der Steuerzahler und die Kinder der nächsten Generation dann zahlen dürfen. Mutti wird`s aber bis zur Euro-Wahl verhindern - schließlich soll Junkers ja für Sie auf der Zielgeraden siegen.
Leider wird der Michel es wohl nie lernen, man schlägt ihn und dafür bedankt er sich noch bei der Obrigkeit

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×