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04.05.2015

16:37 Uhr

Stresstests

EZB will europäische Großbanken erneut durchleuchten

Erst vor einem Jahr wurden sie gründlich geprüft – jetzt stellt EZB-Aufseher Jukka Vesala die europäischen Großbanken auf neue Stresstests ein. Auch genossenschaftliche Banken will er unter die Lupe nehmen.

Erst vor einem Jahr ordnete die EZB-Aufsicht umfangreiche Tests für die größten Geldhäuser Europas an. dpa

Erst vor einem Jahr ordnete die EZB-Aufsicht umfangreiche Tests für die größten Geldhäuser Europas an.

FrankfurtGroßbanken in der Euro-Zone müssen sich auf weitere Gesundheitschecks durch die Europäische Zentralbank (EZB) einstellen. „Stresstests werden sicher auch in der Zukunft ein Teil der Aufsichtsarbeit sein“, sagte EZB-Bankenaufseher Jukka Vesala am Montag auf einer Konferenz in Frankfurt. Die EZB hatte die Finanzhäuser erst im vergangenen Jahr einer ausführlichen Prüfung unterzogen, die aus einem Bilanzcheck und einem Stresstest bestand. Ein weiterer Bilanzcheck sei für die meisten Institute nicht nötig, betonte Vesala.

Die EZB hat vor einem halben Jahr die Aufsicht über die wichtigsten Banken in Europa übernommen und ist damit für die Kontrolle von 123 Finanzhäusern direkt zuständig, darunter die Deutsche Bank und die Commerzbank. In diesem Jahr werde die EZB unter anderem einen Blick auf den öffentlich-rechtlichen und genossenschaftlichen Bankensektor in Deutschland werfen, sagte Vesala und bestätigte damit einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters von Mitte März. „In Ländern wie Deutschland sind Verbünde von kleinen Banken von großer Bedeutung“, ergänzte er.

In der Euro-Zone werden aktuell 3400 Banken als weniger bedeutsam eingestuft - rund die Hälfte davon sitzen in Deutschland. Die direkte Aufsicht über sie liegt weiter bei den nationalen Behörden. Allerdings haben gerade Sparkassen und Volksbanken die Sorge, dass auch sie früher oder später die höheren Anforderungen der EZB erfüllen müssen. Vesala sagte, die EZB werde die kleineren Geldhäuser nicht zur Anwendung der internationalen Rechnungslegung nach IFRS verpflichten.

Die drei Pfeiler der Bankenaufsicht

Bankenaufsicht

Die zentrale Bankenaufsicht („Single Supervisory Mechanism“/SSM) wird unter dem Dach der Europäischen Zentralbank (EZB) eingerichtet und soll am 4. November 2014 die Arbeit aufnehmen. Die EZB wird künftig die etwa 130 größten und wichtigsten Banken im Euroraum direkt überwachen. Vor dem Start durchleuchten die Aufseher deren Bilanzen und testen die Krisentauglichkeit der Institute.

Bankenabwicklung

Von 2016 an sollen gemeinsame Regeln zur Sanierung und - im Notfall - Schließung von Banken greifen („Single Resolution Mechanism“/SRM). Erklärtes Ziel ist, dass im Fall der Schieflage einer Bank zunächst deren Aktionäre und Sparer herangezogen werden - und nicht mehr allein der Steuerzahler. Alle Länder sollen Notfallfonds aufbauen, die sich aus Abgaben der Banken finanzieren.

Einlagensicherung

Der grenzüberschreitende Schutz der Bankguthaben von Kunden ist noch Zukunftsmusik. Dagegen gibt es starken Widerstand aus vielen Staaten. Gerade die deutschen Sparkassen und Volksbanken befürchten, dass die üppig gefüllten deutschen Töpfe im Fall von Schieflagen von Instituten in anderen Euroländern geschröpft werden.

Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret berichtete, aktuell entwickelten die nationalen Bankenaufseher und die EZB gemeinsame Standards für die Überwachung dieser Institute. Grundsätzlich solle es so wenige nationale Abweichungen wie möglich geben, allerdings müssten Besonderheiten der jeweiligen Bankenbranche beachtet werden.

Vesala sagte, die EZB treffe sich „so oft wie möglich“ mit dem Top-Management der von ihr beaufsichtigten Geldhäuser. „Banken berichten uns über ihre Pläne, auch über Strategieschwenks und Änderungen am Geschäftsmodell.“ Für die EZB sei dies entscheidend, um einschätzen zu können, ob Geldhäuser dauerhaft überlebensfähig seien. Finanzkreisen zufolge hat die Deutsche Bank eine komplette Abspaltung ihres Privatkundengeschäft auch wegen Bedenken der Aufsichtsbehörden verworfen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr reiner tiroch

05.05.2015, 20:12 Uhr

neuer Stresstest? wie krank ist denn das? die Tests bisher waren als knallhart mit hohen Hürden angekündigt, und waren jeweils eine weiche Lachnummer! verarscht doch die menschheit nicht schon wieder mit dem Blödsinn.

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