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16.04.2016

11:53 Uhr

Stromkrise in Venezuela

Maduro lässt Uhren um 30 Minuten vorstellen

Eine neue Zeitzone wird geboren: Die Regierung von Venezuela reagiert auf die Stromkrise des Landes und lässt Uhren eine halbe Stunde vorstellen. Doch die Probleme könnten sich verschärfen.

Ab dem 1. Mai liegt Venezuela sechs Stunden hinter der Mitteleuropäischen Sommerzeit zurück. Reuters

Uhren in Caracas

Ab dem 1. Mai liegt Venezuela sechs Stunden hinter der Mitteleuropäischen Sommerzeit zurück.

CaracasWegen einer dramatischen Stromkrise wird Venezuela die Uhren um eine halbe Stunde vorstellen, damit liegt das Land künftig sechs Stunden hinter der Mitteleuropäischen Sommerzeit zurück. Unter dem sozialistischen Präsidenten Hugo Chávez waren die Uhren 2007 um eine halbe Stunde zurückgestellt worden, begründet wurde das damit, dass die Schulkinder dann nicht ganz so früh aufstehen müssen. Nachfolger Nicolás Maduro hatte die Änderung am Donnerstag angekündigt, aber zunächst die neue Zeitzone offen gelassen. „Die Maßnahme tritt am 1. Mai in Kraft“, sagte Technologieminister Jorge Arreaza am Freitag (Ortszeit) in Caracas.

Damit soll das natürliche Tageslicht besser genutzt werden, um Strom zu sparen. Zuvor hatte Maduro bereits die Einführung einer Vier-Tage-Woche im öffentlichen Sektor verkündet und Frauen dazu aufgerufen, auf das Föhnen zu verzichten, um Strom zu sparen.

Hauptgrund für den außergewöhnlichen Notstand ist der dramatische Wassermangel im Stausee El Guri im Süden, dessen Wasserkraftwerk über 60 Prozent der Energiebedarfs in Venezuela deckt. Die Regierung macht das Klimaphänomen El Niño für einen starken Temperaturanstieg verantwortlich, der den Wasserpegel im See hat stark sinken lassen.

Merksprüche zur Zeitumstellung

„Immer zum Sommer hin“

Also im Frühjahr eine Stunde vor, im Herbst eine Stunde zurück.

„Zeitumstellung funktioniert wie das Thermometer“

Im Frühjahr plus und im Winter minus.

„Früher aufstehen im Frühjahr“

Denn die Uhr wird vorgestellt und die Schlafzeit verringert sich um eine Stunde.

„Bei der Zeitumstellung ist es wie mit den Gartenmöbeln.“

Im Frühjahr kommen sie VOR die Tür, im Herbst ZURÜCK in den Schuppen.

„Im Winter gibt es Winterschlaf.“

Eine Stunde mehr Schlaf, denn die Uhren werden zurückgestellt.

„Spring forward, fall back.“

Im Frühling (englisch: spring) den Zeiger eine Stunde vordrehen, im Herbst (englisch: fall) eine Stunde zurück.

Statt normalerweise 10.000 Megawatt ist die Leistungskapazität in dem Kraftwerk auf knapp 4000 Megawatt gefallen. Bereits Ende April könnte die Stromproduktion im Kraftwerk fast komplett zum Erliegen kommen.

Von

dpa

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