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12.11.2014

18:07 Uhr

Stromversorgung

Ukraine muss russische Kohle kaufen

Der ukrainische Energieminister Juri Prodan hat am Mittwoch erklärt, dass das Land auf russische Kohle angewiesen ist. Kurz vor Beginn des Winters haben die Kohlereserven der Ukraine einen kritischen Stand erreicht.

Juri Prodan ist Energieminister der Ukraine. dpa

Juri Prodan ist Energieminister der Ukraine.

KiewDie Ukraine ist nach Regierungsangaben auf Kohleimporte aus Russland angewiesen, um im kommenden Winter die Stromversorgung aufrecht zu erhalten. „Wir haben keine andere Option, als uns an die russischen Produzenten zu wenden und dort Kohle zu kaufen“, sagte der ukrainische Energieminister Juri Prodan am Mittwoch in Kiew. Allerdings werde damit die Energieversorgung des Landes erheblichen Risiken ausgesetzt.

Durch die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und den Separatisten im Osten des Landes ist der Nachschub für die Kohlekraftwerke unterbrochen worden, die rund 40 Prozent des Stroms für das ganze Land liefern. Kurz vor Beginn des Winters haben die Kohlereserven einen kritischen Stand erreicht.

Die ukrainischen Parteien und ihre Köpfe

Petro-Poroschenko-Block

Die Parlamentswahl soll der krisengeschüttelten Ukraine an diesem Sonntag eine stabile Regierung bringen. Wegen der Gefechte im Osten werden aber vorerst nur 424 der 450 Sitze in der Obersten Rada in Kiew vergeben, es gilt die Fünfprozenthürde. Um 225 Sitze bewerben sich 29 Parteien mit mehr als 3000 Kandidaten, die restlichen 199 Mandate werden per Direktwahl bestimmt. Stimmberechtigt sind gut 36 Millionen Bürger. Die aussichtsreichsten Parteien im Überblick.

PETRO-POROSCHENKO-BLOCK: „Zeit für Einigkeit“ ist der Slogan der neu gebildeten Partei von Präsident und Namensgeber Petro Poroschenko. Sie liegt in Umfragen weit vorne. Spitzenkandidat ist der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko, der einen Wechsel vom Rathaus ins Parlament bisher kategorisch ausschließt. Vizeregierungschef Wladimir Groisman auf Listenplatz Vier gilt als Vertrauter von Poroschenko und wird als dessen Favorit für das Ministerpräsidentenamt gehandelt.

Oppositionsblock Silnaja Ukraina

Vertreter der bis zum Machtwechsel im Februar regierenden Partei der Regionen treten getrennt an. Ex-Vizeministerpräsident Juri Boiko muss mit dem Oppositionsblock um den Einzug bangen. Sicher im Parlament dürfte dagegen der ehemalige Sozialminister und Vizeregierungschef Sergej Tigipko mit seiner wiederbelebten Kraft Silnaja Ukraine (Starke Ukraine) sein.

 

Swoboda

Den Rechtsradikalen um Parteiführer Oleg Tjagnibok werden in Umfragen nur geringe Chancen für einen Wiedereinzug gegeben.

Vaterlandspartei

Die Partei von Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko hat sich nach dem Weggang „altgedienter Kader“ verjüngt. Listenplatz Eins trat Timoschenko demonstrativ an die Militärpilotin Nadeschda Sawtschenko ab, die in Russland wegen Mordverdachts im Gefängnis sitzt. Kiew wirft Moskau politische Motive in dem Fall vor.

Radikale Partei

Frontmann ist der Abgeordnete Oleg Ljaschko. Sein Markenzeichen ist eine Heugabel, mit der er Kiew „ausmisten“ will.

Narodny Front

Ganz auf Regierungschef Arseni Jazenjuk zugeschnitten ist der Wahlkampf der neugegründeten Volksfront. Auf ihrer Liste stehen viele Kabinettsmitglieder, etwa Innenminister Arsen Awakow. Auch Parlamentspräsident Alexander Turtschinow und der frühere Sicherheitsratschef Andrej Parubij sowie Journalisten und Frontkämpfer stehen Jazenjuk zur Seite. Viele Spitzenkandidaten arbeiteten früher in der Vaterlandspartei von Julia Timoschenko.


Die Ukraine hat in diesem Jahr bereits einen Vertrag über die Lieferung von einer Million Tonnen Kohle aus Südafrika unterzeichnet. Drei Lieferungen sind bereits in der Ukraine angekommen. Allerdings ist die Kohleverschiffung inzwischen gestoppt worden. Ukrainische Medien hatten über Unregelmäßigkeiten bei dem Geschäft berichtete. Prodan wies am Mittwoch diese Vorwürfe zurück.

Die Beziehungen zwischen der russischen und der ukrainischen Regierung sind wegen der Kämpfe im Osten des Landes sehr angespannt. Die Regierung in Kiew wirft Russland vor, die Rebellen zu unterstützen. Die Regierung in Moskau weist dies zurück.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr Hans Joachim Seifert

12.11.2014, 18:39 Uhr

"Ukrainische Medien hatten über Unregelmäßigkeiten bei dem Geschäft berichtet" Ich bin erstaunt so wenig über die massiven Korruptionsvorwürfe gegenüber der UK Regierung bei diesem "Geschäft" in unseren Medien zu finden, auch beim Handelsblatt. Staatsanwaltschaftliche Vernehmungen in Kiev sind natürlich nicht berichtenswert wenn es nur um 1 Milliarde US Dollar unserer EU Steuergelder geht.

Account gelöscht!

12.11.2014, 19:26 Uhr

Nein, so etwas auch!
Die Ukraine kauft Gas und Kohle aus Russland und die Rechnung geht über Brüssel nach Berlin.

(...)

Was kaufen eigentlich die Russen von der Ukraine, nach dem ihnen die ukrainische Schokolade nicht mehr mundet?! Ah ja, wöchentlich einen Sack voll Lügen zur Volksbelustigung.
Der Westen kauft immer zwei Säcke wöchentlich um sie uns als Wahrheit unterzujubeln und das ist gar nicht lustig!

Wir Doofbürger im Westen brauchen eindeutig mehr Artikel von der Sorte, "Wie lang hält Russland noch durch?"!
Man kann nur noch den Kopf schütteln über soviel verkrampfte Journallistenblödheit!!!

(...)


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