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28.02.2012

17:29 Uhr

Strukturelle Schwächen

Aus eigener Kraft schafft es Griechenland nicht

VonDirk Heilmann

Das Krisenland hat die Wirtschaftsstruktur eines Schwellenlandes. Nur die Fischerei, Landwirtschaft und die Tabakbranche sind wettbewerbsfähig. Daher kann Athen ohne ein Aufbauprogramm die Schulden nicht zurückzahlen.

Die Griechen, einst die Hochkultur der Antike, sind nicht wettbewerbsfähig, urteilt eine Studie. Touristen tragen knapp ein Zehntel zur Wirtschaftsleistung des Landes bei. dpa

Die Griechen, einst die Hochkultur der Antike, sind nicht wettbewerbsfähig, urteilt eine Studie. Touristen tragen knapp ein Zehntel zur Wirtschaftsleistung des Landes bei.

DüsseldorfDie griechische Wirtschaft liegt am Boden. Um fast sieben Prozent ist die Wirtschaftsleistung im vergangenen Jahr gesunken – und in diesem Jahr wird sie nach Schätzung der Europäischen Kommission noch einmal um mehr als vier Prozent nachgeben. Damit nicht genug: Die Gegenleistungen der Griechen für das zweite Rettungspaket sind außerordentlich umfangreich. Der Staat muss seine Ausgaben weiter senken, auch die regulierten Löhne im Privatsektor sollen um 22 Prozent gekürzt werden. Das Ziel: So sollen die Lohnstückkosten um 15 Prozent gedrückt werden.

Damit wird allerdings das Problem nicht gelöst. Denn die Lohnsenkung verbessert zwar die statistische Wettbewerbsfähigkeit der Industrie –aber sie ändert nichts daran, dass das Land kaum Produkte herstellt, die es auf den internationalen Märkten anbieten kann. Es fehlt in der Debatte um die Sanierung Griechenlands noch immer an zündenden Ideen, wie eine wettbewerbsfähige Privatwirtschaft aufgebaut werden kann.

Die wenigen Konzepte setzen entweder auf stark subventionsbedürftige Industrien wie die Solarenergie. Oder sie wollen vorhandene Stärken wie Tourismus und Landwirtschaft ausbauen – in denen Griechenland allerdings billige Konkurrenten vor der Haustür hat.

„Griechenlands Wirtschaftsstruktur entspricht der eines Schwellenlandes“, sagt Karl Brenke vom Berliner Forschungsinstitut DIW. In einer Studie hat er die griechische Unternehmenslandschaft mit der anderer Euro-Staaten verglichen. Sein Fazit: „Die hohe Staatsschuld ist nur ein Ausdruck der Probleme, die eigentliche Ursache ist die unzureichende Wirtschaftskraft.“ Das kritisieren auch griechische Ökonomen: Griechenland habe jahrzehntelang den Staatssektor aufgebläht, während die Privatwirtschaft kleinteilig und rückständig geblieben sei.

Kommentare (65)

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Account gelöscht!

28.02.2012, 18:02 Uhr


....Aufbauprogramme ?. Bei dieser Verwaltung ? Nach 20 fetten EU Jahrenv?. Mit einem starken Euro?. Bei dieser Wirtschaftsstruktur zu füllender Taschen ?. Glaubt ihr etwa, GR Gewerkschaften kopieren deutsche Zeitarbeitererträge ?
Aktivposten Fischerei ?. Die wurde doch von der EU mit Subvention abgebaut, auch mit einer Atomsprengung bleiben die Fangquoten im Mittelmeer am unteren Limit. Da gibt es keinen Fisch. Catfischfarmen habn sie schon genug.

GR macht die Rolle rueckwaerts, ob mit verplemperten MRD oder ohne Alimentation.

Ansonsten wird mit den obigen Ansätzen schlichtweg ein weitres MRD Subventionsgrab für die Hellenen geschaufelt. Das ist und bleibt eine neverending griechische Hochzeit..... Eher Finanztragödie. Die gr Macher wollen nicht, kapiert dies endlich in euer Zauberlehrlingsausbildungsstaette.

Account gelöscht!

28.02.2012, 18:02 Uhr

Warum denn nicht? Griechenland hat so viele unbewohnte İnseln und ausserdem sind ihre Militaerausgaben die höchsten der EU.

hotti5

28.02.2012, 18:07 Uhr

Wie soll Griechenland das schaffen, wenn sogar Deutschland eine der stärksten Industrie Staaten schulden macht,die auch hier keine der folgenden Generationen je zurück zahlen kann.
Ohne Euro kann Griechenland sich erholen, eine neue Verwaltung auf bauen die zu ihnen passt und mit der sie leben können und werden meint hotti5.

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