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17.10.2014

18:27 Uhr

Strukturreformen

OECD setzt Frankreich unter Druck

Frankreichs Wirtschaft gilt derzeit als eines der größten Sorgenkinder in der Euro-Zone. Kritiker fordern von der Regierung in Paris mehr Strukturreformen. Nun macht auch die OECD der Pariser Regierung Druck.

Frankreichs Premierminister Manuel Valls auf einer OECD-Konferenz: Die Industrieländer-Organisation drängt das Land zur schnelleren Umsetzung der geplanten Strukturreformen. AFP

Frankreichs Premierminister Manuel Valls auf einer OECD-Konferenz: Die Industrieländer-Organisation drängt das Land zur schnelleren Umsetzung der geplanten Strukturreformen.

ParisDie Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat Frankreich zu einer schnelleren Umsetzung der geplanten Strukturreformen gedrängt. Die anstehenden Neuerungen dürften jedoch allmählich zur einer Aufhellung der Konjunktur in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone führen, teilte die Industrieländer-Organisation am Freitag mit.

Die vorgesehenen Änderungen könnten das Wirtschaftswachstum des Landes in den kommenden Jahren um 0,3 Prozent jährlich erhöhen. Zu den Reformen der Regierung in Paris gehört unter anderem eine milliardenschwere Senkung der Lohnsteuer. In den nächsten zehn Jahren sei sogar ein Plus von jährlich 0,4 Prozent bei der Wirtschaftsleistung möglich. Die Verbesserung dürfte auch der Eurozone insgesamt zugutekommen.

Frankreichs Wirtschaft gilt derzeit als eines der größten Sorgenkinder in der Euro-Zone und stagnierte in den beiden ersten Quartalen. Kritiker fordern von der Regierung in Paris mehr Strukturreformen.

Warum Frankreich in der Krise steckt

Arbeitslosigkeit

Eines der sichtbarsten Probleme ist die Arbeitslosigkeit im Land. Sie bewegt sich seit Monaten auf Rekordniveau. Zuletzt waren fast 3,4 Millionen Menschen ohne Job. Damit liegt die Quote fast doppelt so hoch wie in Deutschland.

Wachstum

Gleichzeitig kommt das Wachstum in der nach Deutschland zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone nicht in Gang. In den ersten beiden Quartalen dieses Jahres stagnierte die Wirtschaft sogar.

Handelsdefizit

Zudem hat Frankreich eine negative Bilanz beim Austausch mit anderen Wirtschaftsnationen. Das Außenhandelsdefizit lag im ersten Halbjahr 2014 bei 29,2 Milliarden Euro.

Sparprogramm

Im Kampf gegen die Krise hat sich die Regierung ein Sparprogramm vorgenommen. Bis 2017 plant Paris Einsparungen in Höhe von 50 Milliarden Euro.

Neuverschuldung

Es ist fraglich, ob Frankreich wie zugesagt im kommenden Jahr das EU-Defizitkriterium wird einhalten können. Demnach darf die Neuverschuldung nicht mehr als drei Prozent der Wirtschaftskraft betragen. An dieser Hürde war Frankreich in den vergangenen Jahren stets gescheitert.

Die OECD senkte jüngst ihre Konjunkturprognose 2014 für Frankreich. Die Organisation traut der Wirtschaft nur noch ein Wachstum von 0,4 Prozent zu nach einem zuvor veranschlagten Plus von 0,9 Prozent. Das Land leidet unter hoher Arbeitslosigkeit und dem Niedergang der Industrie, die im internationalen Wettbewerb ins Hintertreffen geraten ist.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Eberhard Steinweg

17.10.2014, 20:28 Uhr

Wenn man mit Werten, die fast Null sind, drei Prozent auf zehn Jahre, plant, dann muss man auch die zweite Stelle hinter dem Komma zitieren. Das eroeffnet neu rechnerische Raeume.

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