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01.02.2015

16:27 Uhr

Studenten-Mord in Mexiko

Internationale Fachleute untersuchen Massaker

Die Angehörigen der Opfer schenken den offiziellen Ermittlungsergebnissen kein Vertrauen. Nun sollen unabhängige Experten die Tat untersuchen. Die Familien der Studenten wollen den Fall vor die UN bringen.

Landesweite Proteste nach dem Verschwinden zahlreicher Studenten. Mexikos bekommt nun Hilfe von einer Gruppe internationaler Fachleute. dpa

Landesweite Proteste nach dem Verschwinden zahlreicher Studenten. Mexikos bekommt nun Hilfe von einer Gruppe internationaler Fachleute.

WashingtonEin internationales Experten-Team soll den Mord an Dutzenden Studenten in Mexiko untersuchen. Die Gruppe nimmt Mitte Februar in Washington ihre Arbeit auf, wie die Interamerikanische Menschenrechtskommission am Freitag mitteilte. Die Einrichtung des Teams geht auf ein Abkommen zwischen der mexikanischen Regierung und den Familien der Opfer zurück.

Polizisten hatten Ende September in der Stadt Iguala 43 Studenten entführt und sie der kriminellen Organisation „Guerreros Unidos“ übergeben. Mehrere Bandenmitglieder räumten ein, die jungen Leute getötet und ihre Leichen verbrannt zu haben. Am Dienstag erklärte die Generalstaatsanwaltschaft alle Studenten für tot und stellte die Ermittlungen damit praktisch ein.

Die Tat rückte die engen Verbindungen zwischen Politikern, Sicherheitskräften und Verbrechern in Mexiko erneut in den Blick. Bislang wurden rund 100 Verdächtige festgenommen, unter ihnen das Bürgermeisterehepaar von Iguala, Polizisten und mutmaßliche Bandenmitglieder. Der Fall löste in Mexiko Massenproteste aus.

Nun sollen ausgewiesene Menschenrechtsexperten das Verbrechen untersuchen: Dem Experten-Team gehören der spanische Psychologe Carlos Beristain, die kolumbianische Anwältin Ángela Buitrago, der chilenische Jurist Francisco Cox Vial, die ehemalige guatemaltekische Staatsanwältin Claudia Paz y Paz und der kolumbianische Anwalt Alejandro Valencia Villa an.

Die Angehörigen der Studenten schenken den offiziellen Ermittlungsergebnissen kein Vertrauen und haben immer wieder eine unabhängige Ermittlung des Falls gefordert. Anfang kommender Woche wollen sie ihren Fall vor das UN-Komitee gegen das Verschwindenlassen in Genf bringen.

Von

dpa

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