Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.01.2013

15:08 Uhr

Studie

Arbeitslosigkeit in Eurozone steigt 2013 weiter

Dieses Jahr wird kein gutes für den Arbeitsmarkt in der Eurozone. Einer Studie zufolge wird es Griechenland und Portugal erneut treffen. Auch Deutschland soll von steigenden Arbeitslosenzahlen nicht verschont bleiben.

Der Studie zufolge bleibt Deutschland 2013 nicht von steigenden Arbeitslosenzahlen verschont. dpa

Der Studie zufolge bleibt Deutschland 2013 nicht von steigenden Arbeitslosenzahlen verschont.

StuttgartDie Arbeitslosigkeit in der Eurozone wird dieses Jahr einer Studie zufolge weiter steigen. Voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte werde die Erwerbslosigkeit in den 17 Mitgliedsstaaten mit fast 20 Millionen Menschen ohne Job „ihren Höhepunkt erreichen“, teilte die Unternehmensberatung Ernst & Young (E&Y) in Stuttgart mit. Im Jahr 2010 seien noch 15,9 Millionen Menschen ohne Beschäftigung gewesen. Am höchsten werde die Arbeitslosigkeit 2013 in Griechenland sein mit 28 Prozent, gefolgt von Spanien mit 27 Prozent und Portugal mit 17 Prozent.

Für Deutschland sei in diesem Jahr erstmals seit 2009 mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit zur rechnen, teilte E&Y mit. Die Arbeitslosigkeit werde auf internationaler Berechnungsgrundlage aller Voraussicht nach um etwa 100.000 „leicht steigen“ auf etwa 2,46 Millionen Menschen ohne Job. Die Arbeitslosenquote erhöhe sich damit auf 5,7 Prozent.

2014 könnte die Eurozone bei der Arbeitslosigkeit „das Schlimmste hinter sich haben“, teilte E&Y mit. Die Wirtschaft werde auf den Wachstumspfad zurückkehren. Dies wirke sich aber erst mit Verzögerung auf den Arbeitsmarkt aus. 2014 seien deswegen in den 17 Mitgliedsstaaten wahrscheinlich noch immer 19,6 Millionen Menschen ohne Arbeit.

Die größten Schuldenmacher in der Euro-Zone

Irland

Das höchste Defizit in der Euro-Zone hat Irland. Es beträgt 8,3 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Griechenland

Rund 7,3 Prozent beträgt das Haushaltsdefizit Griechenlands für 2012.

Spanien

Der Krisenstaat auf der Iberischen Halbinsel kommt auf ein Haushaltsdefizit von 6,9 Prozent.

Slowakei

Platz vier unter den größten Schuldensündern belegt mit einem Defizit von 4,8 Prozent die Slowakei.

Portugal

Knapp hinter der Slowakei reiht sich Portugal ein: Hier schlägt 2012 ein Defizit von 4,7 Prozent des Bruttosozialprodukts zu Buche.

Frankreich

Mit Hilfe von Steuererhöhungen und Einsparungen will Frankreich sein Haushaltsdefizit im nächsten Jahr eindämmen. Dieses Jahr beträgt es noch 4,5 Prozent.

Niederlande

Rund 20 Milliarden Euro müssten die Niederlande sparen, um ihr Defizit unter drei Prozent zu drücken. Derzeit liegt es bei 4,4 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Slowenien

Auch Slowenien ringt mit steigender Verschuldung und schrumpfendem Wirtschaftswachstum. Das Haushaltsdefizit liegt 2012 bei 4,3 Prozent.

Zypern

„Sparen, kürzen, streichen“: So lautet auch das Motto in Zypern. Das Haushaltsdefizit liegt 2012 bei 3,4 Prozent des Bruttosozialprodukts.

In Spanien indes gingen die Arbeitslosenzahlen im Dezember nach offiziellen Angaben erstmals seit Monaten wieder zurück. Die Zahl der Menschen ohne Job schrumpfte um rund 59.100 oder 1,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat auf 4,85 Millionen, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Dies entsprach dem ersten Rückgang seit Juli.

Von

afp

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

03.01.2013, 16:28 Uhr

Die Meldung ist kalter Kaffe. Die website fortunanetz hat schon längst berichtet, dass man die 20 Mio. bald erreicht. Und zwar weil bei Nullwachstum bereits 1% der Arbeitsplätze wegfällt, und bei minus 1% Wachstum schon 2%. Es ist schon traurig, wenn man verspätet eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zitieren muss, weil man keine eigenen Einschätzungen vertritt. Schade für das ansonsten gute Handelsblatt.

Account gelöscht!

07.01.2013, 00:09 Uhr

Die Gemeinschaftswährung (Euro) wirtschaftet Europa kaputt.

Das Wirtschaftswachstum ist unter den einzelnen Ländern viel zu unterschiedlich, als dass es kompensiert werden könnte.
Daraus folgt, dass die Arbeitslosenzahlen in Europa steigen müssen. Steigen die Arbeitslosenzahlen bis zu einem Punkt, bricht das Sozialsystem zusammen.

Wie viel Armut kann ein Land verkraften?

Machiavelli

07.01.2013, 05:14 Uhr

@ Henry,
das ist leider richtig, aber nur weil damals versäumt wurde ein europäisches Finanzministerium zeitgleich mit der Einführung des Euro einzurichten.
Deutschland oder die Vereinigten Staaten von Amerika würden auch nicht lange überleben ohne Bundesfinanzministerium.
In den USA, Kanada, Schweiz und auch in der Bundesrepublik Deutschland wird eine Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse gerade dadurch erreicht.
In den USA ist der Internal Revenue Service (Abkürzung IRS) die Bundessteuerbehörde der Vereinigten Staaten und ist dem Finanzministerium unterstellt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×