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05.05.2016

18:07 Uhr

Studie des IISS

2015 starben 167.000 Menschen in bewaffneten Konflikten

Im vergangenen Jahr sind weltweit 167.000 Menschen in bewaffneten Konflikten getötet worden. Das ergab eine Studie des Londoner Instituts IISS. Rund ein Drittel der Opfer starb demnach im Krieg in Syrien.

Die Zahl der Toten in Syrien bezifferte das Londoner Internationalen Instituts für Strategische Studien auf 55.000. AP

Syrischer Soldat

Die Zahl der Toten in Syrien bezifferte das Londoner Internationalen Instituts für Strategische Studien auf 55.000.

LondonDurch bewaffnete Konflikte sind im vergangenen Jahr nach einer Studie 167.000 Menschen weltweit ums Leben gekommen. 80 Prozent der Todesopfer seien in sechs großen Konflikten gestorben, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des Londoner Internationalen Instituts für Strategische Studien (IISS) - in Syrien, Mittelamerika, Mexiko, Afghanistan, Nigeria und dem Irak.

Knapp ein Drittel starb in Syrien, wie aus der Studie hervorgeht. Die Zahl der Toten in dem Land bezifferte das Institut auf 55.000. Mehr als ein Fünftel der weltweiten Todesfälle waren Konflikten in Mexiko oder Mittelamerika geschuldet.

Die Akteure im Syrien-Konflikt

Das Regime

Seit fast fünf Jahren tobt in Syrien ein auch von außen befeuerter Bürgerkrieg. Die Krise ist auch deshalb schwer zu lösen, weil es zahlreiche Akteure mit eigenen Interessen gibt. Zum Beispiel das Regime. Anhänger von Präsident Baschar al-Assad kontrollieren weiter die meisten großen Städte wie Damaskus, Homs, Teile Aleppos sowie den Küstenstreifen. Syriens Armee hat im langen Krieg sehr gelitten, konnte aber zuletzt dank massiver russischer und iranischer Hilfe Geländegewinne erzielen. Machthaber Assad lehnt einen Rücktritt ab.

Islamischer Staat

Die Terrormiliz IS ist die stärkste Kraft in Syrien neben der Regierung. Sie beherrscht im Norden und Osten riesige Gebiete. Allerdings mussten die Extremisten in den vergangenen Monaten mehrere Niederlagen einstecken.

Rebellen

Sie sind vor allem im Nordwesten und Süden Syriens stark. Ihr Spektrum reicht von moderaten Gruppen, die vom Westen unterstützt werden, bis zu radikalen Islamisten. Zu diesen gehören die Gruppen Ahrar al-Scham und Dschaisch al-Islam. Teilweise kooperieren sie mit der Al-Nusra-Front, Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida.

Die Opposition

Sie ist zersplittert. Das wichtigste Oppositionsbündnis ist die Syrische Nationale Koalition in Istanbul. In Damaskus sitzen zudem Oppositionsparteien, die vom Regime geduldet werden. Bei einer Konferenz in Riad einigten sich verschiedenen Gruppen auf die Bildung eines Hohen Komitees für Verhandlungen, dem aber einige prominente Vertreter der Opposition nicht angehören.

Die Kurden

Kurdische Streitkräfte kontrollieren mittlerweile den größten Teil der Grenze zur Türkei. Sie sind ein wichtiger Partner des Westens im Kampf gegen den IS. Sie kämpfen teilweise mit Rebellen zusammen, kooperieren aber auch mit dem Regime. Führende Kraft ist die Kurden-Partei PYD, Ableger der verbotenen Arbeiterpartei PKK.

Die USA und der Westen

Washington führt den Kampf gegen den IS an der Spitze einer internationalen Koalition. Kampfjets fliegen täglich Angriffe. Beteiligt sind unter anderem Frankreich und Großbritannien. Deutschland stellt sechs Tornados für Aufklärungsflüge über Syrien, ein Flugzeug zur Luftbetankung sowie die Fregatte „Augsburg“, die im Persischen Golf einen Flugzeugträger schützt. Washington unterstützt moderate Regimegegner.

Russland

Seit September fliegt auch Russlands Luftwaffe Angriffe in Syrien. Sie richten sich gegen den IS ebenso wie gegen Rebellen, die mit der Terrormiliz verfeindet sind. Moskau ist einer der wichtigsten Unterstützer des syrischen Regimes.

Iran

Teheran ist der treueste Unterstützer des Assad-Regimes. Iraner kämpfen an der Seite der syrischen Soldaten. Auch die von Teheran finanzierte Schiitenmiliz Hisbollah ist in Syrien im Einsatz.

Saudi-Arabien und die Türkei

Riad und Ankara sind wichtige Unterstützer von Rebellen. Sie fordern, dass Assad abtritt. Saudi-Arabien geht es darum, den iranischen Einfluss zurückzudrängen. Der Iran ist der saudische Erzrivale im Nahen Osten. Zuletzt eskalierte der Konflikt zwischen den beiden Regionalmächten. (Quelle: dpa)

In Afrika südlich der Sahara verloren trotz des Kampfes gegen die Terrororganisation Boko Haram in Nigeria weniger Menschen ihr Leben durch Konflikte. Währenddessen stieg die Zahl in Afghanistan dramatisch an - von 3500 Toten 2013 auf 15.000 im vergangenen Jahr.

Regierungen hätten es 2015 etwa im Irak, in Syrien, Somalia oder dem Jemen geschafft, Gebiete von Rebellen zurückzuerobern. „Oft wurde das mit Hilfe von ausländischen Alliierten erreicht“, sagte IISS-Chef John Chipman laut einer Mitteilung.

Von

dpa

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