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10.04.2014

06:52 Uhr

Studie

Deutsche misstrauen Freihandel mit den USA

Grundsätzlich befürwortet eine knappe Mehrheit der Deutschen ein Freihandelsabkommen mit den USA. Sobald es aber konkret wird, stößt es auf Ablehnung. Das zeigt eine neue Studie.

Die Verbraucher wären die Hauptprofiteure von freiem Handel über den Atlantik.

Die Verbraucher wären die Hauptprofiteure von freiem Handel über den Atlantik.

Die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen den USA und der Europäischen Union werden von der Bevölkerung mit einer gewissen Skepsis beobachtet. Nur knapp mehr als die Hälfte der Bevölkerung sind der Ansicht, das Freihandelsabkommen (TTIP) sei eine "gute Sache", wie eine Umfrage des Pew-Forschungszentrums und der Bertelsmann-Stiftung ergaben. Dabei lag der Anteil der zuversichtlichen Deutschen mit 55 Prozent leicht über dem Anteil der zuversichtlichen US-Bürger (53 Prozent).

Wenn es um die Einführung gemeinsamer Standards geht, ist die Skepsis der Deutschen stark ausgeprägt. 76 Prozent der US-Bürger finden es eine gute Idee, Standards für Produkte und Dienstleistungen zwischen den USA und der EU anzugleichen, aber nur 45 Prozent der Deutschen vertreten diese Ansicht. 94 Prozent der Deutschen vertrauen bei der Lebensmittelsicherheit auf die EU-Standards, nur zwei Prozent auf die US-Standards. Bei der Datensicherheit vertrauen 85 Prozent der Deutschen eher auf die EU-Standards als auf die US-Standards.

Unser Dossier „Die Angst vor dem Freihandel“ finden Sie hier zum Download im Kaufhaus der Weltwirtschaft.

Von

afp

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

10.04.2014, 09:39 Uhr

Die amerikanischen und europäischen Vorstellungen liegen in einigen Gebieten viel zu weit auseinander - und man muss davon ausgehen, dass wir Europäer eher
unsere Positionen opfern werden, als das die USA europäische Werte übernehmen würden:
o Datenschutz / Spionage (USA ignorieren europäisches Interesse an Aufklärung der jüngsten Abhörsaktionen)
o Bürgerrechte / Menschenrechte (geheim Gefängnisse, Folter, Guantanamo)
o Unternehmensbesteuerung (amerikanische Unternehmen können Gewinne im Ausland bunkern und deswegen mit Bruttogewinnen arbeiten)
o Korruptionsbekämpfung und Umweltschutz nur in dem Umfang und Maß wie US-Unternehmen profitieren Lebensmittelrecht (Monsanto,....)
o Sozialstatus: der Umgang mit illegalen Einwanderern
o militärisch unterlegtes Sendungsbewusstsein
o politische Kultur: das US-Wahlrecht (dank Wahlkampfspenden entscheidet Geld über den Wahlausgang)
o Umweltschutz
o Wohlstand zu Lasten des Rests der Welt (Welthandelswährung Dollar)

Mit dem Freihandelsabkommen soll ein Schiedsgericht installiert werden, dessen Mitglieder nicht demokratisch legitimiert sind. Dieses Schiedsgericht kann sich über die jeweiligen demokratisch verankerten Gesetze der Länder hinweg setzen.

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10.04.2014, 10:00 Uhr

Das geplante Freihandels-Abkommen TTIP zwischen der EU und den USA dient den Interessen der Konzerne und nicht uns Bürger/innen:
- TTIP höhlt Demokratie und Rechtsstaat aus: Ausländische Konzerne können Staaten künftig vor nicht öffentlich tagenden Schiedsgerichten auf hohe Schadenersatzzahlungen verklagen, wenn sie Gesetze verabschieden, die ihre Gewinne schmälern.
- TTIP öffnet Privatisierungen Tür und Tor: Das Abkommen soll es Konzernen erleichtern, auf Kosten der Allgemeinheit Profite bei Wasserversorgung, Gesundheit und Bildung zu machen.
- TTIP gefährdet unsere Gesundheit: Was in den USA erlaubt ist, würde auch in der EU legal – so wäre der Weg frei für Fracking, Gen-Essen und Hormonfleisch. Die bäuerliche Landwirtschaft wird geschwächt und die Agrarindustrie erhält noch mehr Macht.
- TTIP untergräbt die Freiheit: Es droht noch umfassendere Überwachung und Gängelung von Internetnutzern. Exzessive Urheberrechte erschweren den Zugang zu Kultur, Bildung und Wissenschaft.
- TTIP ist praktisch unumkehrbar: Einmal beschlossen, sind die Verträge für gewählte Politiker nicht mehr zu ändern. Denn bei jeder Änderung müssen alle Vertragspartner zustimmen. Deutschland allein könnte aus dem Vertrag auch nicht aussteigen, da die EU den Vertrag abschließt.

www.campact.de/ttip/

Um es zusammenzufassen. TTIP ist das Ende der Demokratie.
ALLE Gesetze stehen dann unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Konzerne!

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10.04.2014, 10:06 Uhr

Was spricht FÜR das Geheimabkommen???? NICHTS. Die 100Mrd Zusatzgewinn der Konzerne werden von den Bürgern bezahlt.

Es gibt KEINEN Nutzen des Geheimabkommens für die Bürger. Problematisch ist auch, das unsere spionierenden "Freunde" aus Übersee unsere Verhandlungspositionen durch ihre Überwachung kennen!!!

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