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14.06.2016

21:33 Uhr

Studie

Nordkorea hat Atomwaffenarsenal ausgebaut

Mit einem Atomwaffentest und mehreren Raketenstarts schürt Nordkorea seit Monaten die Bedenken des Westens. Scheinbar zu Recht, wie eine aktuelle Studie aus Washington bestätigt. Die Zahl der Atomwaffen sei stark erhöht.

Prahlt gern mit der atomaren Aufrüstung seines Landes: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bei einer Parade. AFP; Files; Francois Guillot

Nordkorea

Prahlt gern mit der atomaren Aufrüstung seines Landes: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bei einer Parade.

WashingtonNordkorea hat nach Erkenntnissen von US-Wissenschaftlern sein Atomwaffenarsenal mutmaßlich deutlich ausgebaut. In den vergangenen 18 Monaten sei die Zahl der Atomwaffen möglicherweise um vier bis sechs erhöht worden, hieß es in einer Studie des Instituts ISIS in Washington.

Eventuell verfüge das Land damit über bis zu 21 Atomwaffen, es könnten aber auch mehr sein, so ISIS. Der Anstieg sei vor allem auf die Produktion atomwaffentauglichen Urans zurückzuführen.

Wo der Kommunismus noch lebt

Kommunistische Regime der Gegenwart

Vor dem Fall der Sowjetunion gab es zahlreiche Länder mit kommunistischen Regierungen. 2016 verbleiben noch vier, oder - je nach Lesart des nordkoreanischen Regimes - fünf.

Quelle: dpa

China

Mit 1,3 Milliarden Menschen bevölkerungsreichstes Land der Welt. Es hat den Aufstieg zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt seiner Abkehr vom kommunistischen Wirtschaftsmodell zu verdanken. Seit den 1980er Jahren verfolgt China eine Politik der Reformen und der Öffnung. Die sozialistische Marktwirtschaft funktioniert nach kapitalistischen Methoden. Die kommunistische Ideologie wird gepflegt, dient aber nur dem Erhalt der Diktatur der Kommunistischen Partei.

Vietnam

Nachbarland Chinas, etwa so groß wie Deutschland ohne Hessen, mit mehr als 3000 Kilometern Küste am Südchinesischen Meer. Rund 94 Millionen Einwohner. Ho Chi Minh gründete die Kommunistische Partei in den 1930er Jahren im Kampf gegen die Kolonialmacht Frankreich. Nach der Niederlage Frankreichs besiegten die Kommunisten auch das US-gestützte Regime in Südvietnam. Seit 1975 regieren sie das vereinigte Land. Seit 1986 gibt es marktwirtschaftliche Reformen.

Kuba

Gut elf Millionen Einwohner, etwa so groß wie einst die DDR. Nach der Revolution von 1959 wandte es sich Anfang der 1960er Jahre zum Kommunismus und suchte bei der Sowjetunion Schutz vor dem kapitalistischen Nachbarn USA, der zuvor großen Einfluss auf der Insel hatte. Bis 2006 regierte Revolutionsführer Fidel Castro (89). Unter Fidels jüngerem Bruder Raúl (84) versucht Kuba seit einigen Jahren mit zaghaften markwirtschaftlichen Reformen, die marode Wirtschaft des Landes anzukurbeln.

Laos

Armes Nachbarland Vietnams ohne Küstenzugang, etwas kleiner als die Bundesrepublik ohne die neuen Bundesländer. Knapp sieben Millionen Einwohner. Laos war Teil des französischen Kolonialgebiets Indochina. Im Vietnamkrieg wurde es zum meist bombardierten Land der Welt. US-Bomber legten weite Teile in Schutt und Asche, weil vietnamesische Kommunisten sich im Grenzgebiet versteckten. Bis heute sind die Böden verseucht. Nach dem Ende des Vietnamkriegs marschierte Vietnam ein und installierte 1975 die kommunistische Regierung.

Nordkorea

Nachbarland Chinas, etwa ein Drittel so groß wie Deutschland, 24 Millionen Einwohner. Die UN werfen der Diktatur gröbste Menschenrechtsverletzungen vor. Nordkorea hat zwar 2009 alle Bezüge zum Kommunismus aus seiner Verfassung gestrichen. Aber die Arbeiterpartei wurde 1945 als Zweig der ehemaligen Kommunistischen Partei gegründet. An der Spitze von Staat, Partei und Armee steht der Machthaber Kim Jong Un; er „erbte“ die Machtposition von seinem Vater. Bereits sein Großvater Kim Il Sung war mit Hilfe Moskaus an die Spitze der Partei gelangt und wird als Staatsgründer verehrt.

Nach Informationen der US-Regierung gibt es auch Hinweise auf ein Wiederanfahren der Plutonium-Produktion in Nordkorea. Das atomwaffentaugliche Material werde durch Wiederaufbereitung aus dem Kernkraftwerk in Yongbyon gewonnen, sagte ein Insider vergangene Woche der Nachrichtenagentur Reuters. Nordkorea hat mit einem Atomwaffentest im Januar und den Starts mehrerer Raketen in der Region massiv Sicherheitsbedenken geschürt. Bei einem Kongress der Regierungspartei im Mai kündigte die nordkoreanische Führung an, die atomaren Kapazitäten auszubauen.

Von

rtr

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