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22.05.2017

12:19 Uhr

Studie unter EU-Unternehmen

Firmen rechnen mit guter Wirtschaftsentwicklung

Das Ergebnis einer MGI-Studie unter EU-Unternehmen zeigt, dass ein großer Teil der befragten Firmen mit einer guten Wirtschaftsentwicklung rechnet. Die Gefahr eines Verfalls der EU werde indes als gering eingeschätzt.

Viele Europäische Unternehmer erwarten auch weiterhin gute Geschäfte und eine solide Konjunktur innerhalb der EU. dpa

Unternehmer erwarten guten Wirtschaft

Viele Europäische Unternehmer erwarten auch weiterhin gute Geschäfte und eine solide Konjunktur innerhalb der EU.

Brüssel/DüsseldorfViele Firmen in der EU erwarten weiterhin eine gute wirtschaftliche Entwicklung. Laut einer am Montag veröffentlichten Studie der Unternehmensberatung McKinsey rechnen Konzernvorstände in den kommenden fünf Jahren mit einem jährlichen Wachstum des EU-Bruttoinlandsprodukts (BIP) von rund zwei Prozent. Sie gehen außerdem davon aus, dass die Umsätze in den eigenen Unternehmen um durchschnittlich 2,1 Prozent pro Jahr zulegen werden.

Deutsche Vorstände liegen mit ihren Wachstumserwartungen für Europa dabei im Schnitt aller befragten Firmen. Sie sind für ihren eigenen Umsatz mit einem erwarteten Plus von 2,7 Prozent aber noch deutlich optimistischer als ihre europäischen Wettbewerber.

Ökonomen zum Wachstum der deutschen Wirtschaft

Martin Wansleben (DIHK-Hauptgeschäftsführer)

„Das ist der erhoffte Jahresstart. Mit dem recht kräftigen Wachstum von 0,6 Prozent erfüllen sich die positiven Geschäftserwartungen der Unternehmen zu Jahresbeginn. Dabei sind allerdings einige Sonderfaktoren zusammengekommen. Die Wirtschaft profitiert weiterhin von einem Doping durch niedrige Zinsen, günstiges Öl und einen exportfördernden Wechselkurs. Die zahlreichen globalen Unwägbarkeiten bremsen das Wachstum bisher kaum, so dass sich die Weltkonjunktur und die deutschen Exporte erholen konnten. Auch die Investitionen haben sich berappelt. Die Unternehmen steigern ihre Ausgaben für Maschinen und Anlagen, um die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, international wettbewerbsfähig zu bleiben und Innovationen voranzutreiben.“

Jörg Zeuner (KfW)

„Deutschland legt einen konjunkturellen Blitzstart hin: Die Wirtschaft wächst zu Beginn von 2017 in amerikanischer Manier auf das Jahr hochgerechnet mit fast zweieinhalb Prozent - und damit gut einen Prozentpunkt schneller als im langfristigen Trend. Besonders freut mich, dass die Investitionen klar aufwärtsgerichtet sind. Die Unternehmer fassen offenbar wieder mehr Vertrauen in die Zukunft. Das sind gute Nachrichten für den weiteren Jahresverlauf, genauso wie das breite Wachstum in Europa und der anhaltende Rückzug politischer Risiken nach den Wahlen in Frankreich. Unsere Konjunkturprognose von bisher noch 1,4 Prozent für das Gesamtjahr 2017 dürfte bei diesem Tempo übertroffen werden.“

Ulrike Kastens (Sal. Oppenheim)

„Positiv ist vor allem die stabile Binnennachfrage, und das Anspringen der Ausrüstungsinvestitionen. Angesichts der wirtschaftspolitischen Unsicherheit stehen aber Fragezeichen dahinter, ob dies dauerhaft sein kann. Dennoch: Stimmungsindikatoren deuten auch für die kommenden Monate auf ein anhaltendes Wachstum hin. Konsum, Bau und auch der Außenhandel, der von der Belebung der Weltkonjunktur profitiert, laufen weiter. Es wird ein gutes Jahr für die deutsche Wirtschaft.“

Thomas Gitzel (VP Bank Liechtenstein)

„Die deutsche Volkswirtschaft startete mit Elan in das Jahr 2017. Die frohe Botschaft ist: Die Wachstumszusammensetzung ändert sich. Während im vergangenen Jahr vor allem der private Konsum und die Staatsausgaben das Wachstum anschoben, spielen nun die Exporte und die Investitionen eine wichtigere Rolle. Das ist gut so. Die Unternehmen kommen in Investitionslaune. Niedrige Zinsen, die Notwendigkeit zur Digitalisierung, eine gute Liquiditätssituation und volle Auftragsbücher lassen die Unternehmen munter werden. Die Hoffnung wächst, dass es zu einem sich selbst verstärkenden Aufschwung kommt.“

Alexander Krüger (Bankhaus Lampe)

„Aufschwung ohne Ende in Deutschland. Den BIP-Zuwachs von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal hatten die monatlichen Konjunkturdaten bereits vorweg genommen. Und das trotz aller Risiken. Dass der Aufschwung von allen Seiten positive Impulse bekommen hat, zeigt, dass er auf einem breiten Fundament steht. Festzuhalten bleibt aber, dass die Konjunktur ohne das für Deutschland unangemessen tiefe Zinsniveau weniger brummen würde. Da sich daran vorerst jedoch nichts ändern wird, dürften die Lobeshymnen auf den deutschen Aufschwung anhalten.“

Das McKinsey Global Institute (MGI) hat für die Studie über 2000 Vorstände von Unternehmen in den sechs bevölkerungsreichsten EU-Ländern befragt. Neben Deutschland waren dies Frankreich, Italien, Polen, Spanien und Großbritannien.

Die große Mehrheit (85 Prozent) der Vorstände geht davon aus, dass die EU als politische Institution intakt bleibt. Skeptischer sind die Unternehmen mit Blick auf die Eurozone: 51 Prozent rechnen damit, dass die Währungsunion in den nächsten Jahren kleiner werden oder sich gar auflösen wird. Die übrigen 49 Prozent rechnen hingegen damit, dass sich die Integration fortsetzen wird. Die Befragung war allerdings vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich, als noch Unsicherheit über den neuen französischen Präsidenten herrschte. Gewonnen hat dann der proeuropäische Kandidat Emmanuel Macron.

Von

dpa

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