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29.08.2012

17:24 Uhr

Studie warnt vor 300.000 Toten

Erdbeben-Horrorszenario schockt Japan

VonMartin Kölling

Ein neue Regierungsstudie ängstigt die katastrophenerfahrene japanische Bevölkerung. Sollte ein Tsunami der Fukushima-Klasse eine dicht besiedelte Küstenregion treffen, könnten mehr als 300.000 Menschen sterben.

Eine Welle des Tsunamis nach dem Erdbeben von 2011. dpa

Eine Welle des Tsunamis nach dem Erdbeben von 2011.

TokioDas Erdbeben und der Riesentsunami, die im März 2011 den Nordosten Japans verwüstet und 19.000 Menschenleben gekostet haben, gaben Japan unter Umständen nur ein Vorgeschmack auf den richtigen Horror: Ein Erdbeben in der Nähe der dichtbesiedelten Küste in der Nähe der Millionen-Metropole Osaka. Ein Erdbeben der Fukushima-Klasse von 9 auf der Richterskala in der Nankai-Senke könnte in Japan 323.000 Menschen in 30 Präfekturen töten, besagt eine neue Studie der Regierung. Bisherige Szenarien gingen nur von 24.000 Opfern aus.

70 Prozent der Todesopfer gehen in dem Horrorszenario auf Kosten des Tsunamis. Da das Epizentrum des Bebens weitaus näher an der Küste liegt als in Nordost-Japan würden viele Menschen noch Schutz suchend unter den Tischen kauern, wenn die Riesenwelle ihre Häuser wegrisse. Voriges Jahr hatten die Menschen rund 40 Minuten Zeit, ins Landesinnere zu fliehen, weil das Epizentrum weit von der Küste entfernt war.

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Die wirtschaftlichen Schäden wären unvorstellbar. Denn das potenzielle Krisengebiet ist das wirtschaftliche Zentrum des Landes. In der Region produzieren nicht nur Japans Elektronik- und viele Chemiekonzerne, sondern auch Japans größter Autobauer Toyota.

Die Regierung beruhigt zwar, dass die Wahrscheinlichkeit eines solchen Erdbeben extrem unwahrscheinlich sei. Nur gibt es ein bereits ein historisches Vorbild: Das so Jogan-Erdbeben, das im Jahr 869 Japans Nordosten mit gleicher Stärke und mit einem fast gleich hohen Tsunami wie im März 2011 zerstört hat.

Es gilt als das Horror-Planspiel, da es eine Kette von tektonischen Großereignissen auslöste. 887 folgte das Ninna-Nankai-Erdbeben nicht weit von der heutigen Millionenmetropole Osaka mit einer geschätzten Stärke von 8,6 auf der Richterskala – und zwar gleichzeitig mit einigen anderen Beben. Und damit nicht genug: Abgerundet wurde das Zeitalter der Katastrophen von Vulkanausbrüchen.

Auch Tokio ist nicht vor Vulkanausbrüchen sicher, wie die Silhouette des Nationalbergs Fuji am Horizont tagtäglich eindrucksvoll beweist. Der rund 100 Kilometer von Tokio entfernte Vulkan gilt zwar als relativ inaktiv. Aber einige Geologen meinen, dass es sich dabei um eine politische Einstufung handelt.

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Zuletzt brach der Fuji im Jahr 1707 aus. Auch Edo, das damalige Tokio, wurde damals von der Asche eingenebelt. Damals war es lästig, heute wäre es katastrophal. Wahrscheinlich würden die Stromversorgung, der Flugverkehr und die Mobilnetze im Großraum Tokio mit seinen 30 Millionen Menschen zusammenbrechen. Für Weltuntergangsanhänger ist Japan derzeit ein gutes Pflaster.

Kommentare (1)

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Guenter.Zorn

30.08.2012, 01:17 Uhr

Typische Aufreisser-Überschrift. Das HB sinkt weiter ab.

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